Liebe nur auf Abstand.

  • Ich weis das sich die Überschrift, von diesem Thread merkwürdig anhört, aber trotzdem wollte ich dieses Thema einmal anschneiden.
    Wie ihr vielleicht schon, es von mir gelesen habt, leide ich an ADHS, Ängstlich-vermeidender-Persönlichkeitsstörung, Panik, Zwänge
    und an der Agoraphobie.


    Ich kann nur aus der Entfernung lieben, weil ich eine große Angst davor habe, was die Leute von mir denken könnten, wenn sie mich einmal leibhaftig persönlich kennen lernen würden ?
    Auch hat die Ängstlich-vermeidende-Persönlichkeitsstörung, damit zu tun, nur es ist schon merkwürdig wenn man eine Personen lieb hat, weil jene einem vollkommen sympathisch sind, dann möchte man diese Personen auch ganz real einmal kennen lernen wollen.
    Nur bei mir ist das wesentlich schwieriger, weil ich eine zu große seelische Vulnerabilität habe und deswegen lieber alles auf Absatnd
    halten möchte.
    Das ist auch eine tiefe innere Zerissenheit, weil man seine menschlichen Sehnsüchte hat, aber gerade diese Sehnsüchte,
    muss man wegen der ( ÄVPS ) abschalten, um Überleben zu können.
    Die Personen mit denen ich in Kontakt stehe, wohnen extrem weit von mir entfernt, nur ich fühle mich aber diesen Personen, sehr nahe und zugetan.
    Dieses ja, aber dann wieder dieses nein bloß nicht, weil sonst könnte................!
    Es ist wie ein gefangen sein, was man nicht durch brechen kann, dass ist eine verdammt harte Fessel.
    Liebe und Erotik, erlebe ich nur ausschießlich in meinem Kopf und in der Fantasie, weil dort mich keiner kränken, verletzen, oder mir weh tun kann.
    Ich muss mir Fantasie und Gedankengebilde erschaffen um vieles überhaupt kompensieren zu können, dass hat auch wieder mit dem ADHS zu tun.
    Es ist schon ein Wunder das ich kein Nicotin oder Alkohol konsumiere, weil eigentlich viele das tun, um mit der Angst, Frust, oder mit der depressiven Verstimmung und dem ADHS überhaupt klar kommen zu können.



    LG Lestat

  • Ich kann da einige deiner Worte recht gut nachvollziehen. Ich vermute bei mir selbst ebenfalls (neben anderen spezifischen Anteilen verschiedener Persönlichkeitsstörungen) ebenfalls seit vielen Jahren eine ängstlich vermeidende PS.


    Vor allem diese erwähnte innerliche Zerrissenheit und extreme Empfindsamkeit/Verletzlichkeit in Bezug auf soziale Kontakte kenne ich persönlich mehr als gut. Bei mir ist das Thema menschliche Beziehungen zwar so gut wie endgültig abgeschlossen, aber ich kann zumindest aus einigen früheren sozialen Erfahrungen berichten, dass ich immer unter dieser unerträglichen Ambivalenz, Unvorhersehbarkeit, Veränderlichkeit und all den damit verbundenen Ängsten gelitten habe.


    Ich denke mir bis heute, dass solche Menschen wie wir vielleicht grundsätzlich einfach sozial nicht "kompetent" und flexibel genug sind, um überhaupt so etwas wie soziale, partnerschaftliche Beziehungen oder auch enge Freundschaften zu leben, weil die Verlustängste und Zwänge einfach zu groß sind und sich auch kaum maßgeblich verändern lassen (hat bei mir in psychotherapeutischer Hinsicht zumindest nie funktioniert..)..


    Und wenn man in meinem speziellen Fall noch ein quasi "angeborenes" Misstrauen jedem Menschen gegenüber und meine mittlerweile (seit Jahren) ausgeprägte misantropische Grundhaltung miteinbezieht, dann scheint es wirklich offenkundig und verständlich zu sein, dass ich mit diesem Thema praktisch abgeschlossen habe (obwohl ich nach wie vor darunter leide..)..

  • Dankeschön für Dein Posting.
    Du hast ebenfalls Merkmale mit aufgeführt, die ich in einem neuen Thread, auch dazu einmal, mit aufgreifen werde.
    Du hast es gut formuliert, dass man selbst bei dem besten Willen und tun, diese seelische Vulnerabilität, einfach nicht los wird.
    Die von Dir mit aufgeführten Bezeichnungen, wie Verlustängste und Zwänge sind beide nicht unerhebliche Beispiele dafür warum wir so empfinden und auch handeln.
    Daas Misstrauen, kam bei mir erst später auf, wegen der schlechten Erfahrungen, die ich leider machen musste.
    Die Angst vor dem Unvorhersehbaren, was also das soziale Miteinander anbelangt, ist für mich immer mit höchster Alarmbereitschaft und mit Unwohlsein gekenzeichnet.
    Kampf oder Flucht, sind dann tief innerlich die höchsten Gebote.
    Nur wenn das alles nicht möglich ist, muss man auf das Schauspielern zurück greifen, weil man sonst seine Schwächen und Ängste, möglicher Weise dann preis geben könnte.
    Nur wie Du es sehr gut beschrieben hast, verhält es sich bei mir ebenfalls so, dass ich trotz dessen, quasi immer noch darunter leide.
    Ich bin am überlegen, ob ich noch einen Thread eröffnen soll, über die Misanthropie, bei der
    Ängstlich-vermeidenden-Persönlichkeitsstörung.
    Eine eben solche Misanthropie liegt bei mir ebenfalls, vor und ich habe irgendwo in den neurotypischen Mitmenschen, mein Vertrauen verloren.
    Alleine die Schulfplicht, machte bei mir damals schon viel kaputt.



    LG Lestat

  • Nichts zu danken :-) Das erwähnte Misstrauen ist bei mir ebenfalls zusätzlich durch viele negative Erfahrungen in der Schulzeit/frühen Sozialisation noch gestiegen, da ich aufgrund meines "Andersseins", meiner Empfindsamkeit, Tiefgründigkeit und Introvertiertheit leider sehr viel Mobbing und Ausgrenzung erleben musste.
    Ich persönlich glaube bis heute, dass sich bei mir in dieser Zeit auch die maßgebliche Grundlage für meine Misanthropie entwickelt hat. Ich würde aber zusätzlich ebenfalls glauben, dass bestimmte Persönlichkeitsstörungen wie eben die ÄVPS sowie auch die zwanghafte und emotional instabile PS (von beiden sind bei mir diverse signifikante Merkmale vorhanden) indirekt dazu beitragen können, dass sich aus sozialen Ängsten, Identitätdiffusion, erlebter sozialer Ausgrenzung, affektiver/emotionaler Labilität, usw. misanthropische Gefühle entwickeln, wenn auch vermutlich nur über viele Jahre, wie es bei mir auch der Fall war.


    Tatsache ist jedoch, dass sich mein grundlegender eklatanter Mangel an Vertrauen (inkl. Urvertrauen) in Verbindung mit mangelndem Selbstwert, einer zerrissenen und ziemlich ambivalenten Identität und Selbstwahrnehmung, und natürlich all den vielen negativen Erfahrungen letztlich zu einer sozialen Grundhaltung summiert hat, die es für mich heute praktisch kaum mehr möglich macht, mit "durchschnittlichen" Menschen nähere Kontakte zu initiieren.


    Und da reden wir natürlich generell immer von fatalen Teufelskreisen, da die mangelnde soziale Erfahrung über Jahre zusätzlich dazu beiträgt, dass man im Umgang mit Menschen eher ängstlicher, misstrauischer und vorsichtiger wird. Das merke ich selbst in einem Forum wie diesem...

  • Nichts zu danken :-) Das erwähnte Misstrauen ist bei mir ebenfalls zusätzlich durch viele negative Erfahrungen in der Schulzeit/frühen Sozialisation noch gestiegen, da ich aufgrund meines "Andersseins", meiner Empfindsamkeit, Tiefgründigkeit und Introvertiertheit leider sehr viel Mobbing und Ausgrenzung erleben musste.
    Ich persönlich glaube bis heute, dass sich bei mir in dieser Zeit auch die maßgebliche Grundlage für meine Misanthropie entwickelt hat. Ich würde aber zusätzlich ebenfalls glauben, dass bestimmte Persönlichkeitsstörungen wie eben die ÄVPS sowie auch die zwanghafte und emotional instabile PS (von beiden sind bei mir diverse signifikante Merkmale vorhanden) indirekt dazu beitragen können, dass sich aus sozialen Ängsten, Identitätdiffusion, erlebter sozialer Ausgrenzung, affektiver/emotionaler Labilität, usw. misanthropische Gefühle entwickeln, wenn auch vermutlich nur über viele Jahre, wie es bei mir auch der Fall war.


    Tatsache ist jedoch, dass sich mein grundlegender eklatanter Mangel an Vertrauen (inkl. Urvertrauen) in Verbindung mit mangelndem Selbstwert, einer zerrissenen und ziemlich ambivalenten Identität und Selbstwahrnehmung, und natürlich all den vielen negativen Erfahrungen letztlich zu einer sozialen Grundhaltung summiert hat, die es für mich heute praktisch kaum mehr möglich macht, mit "durchschnittlichen" Menschen nähere Kontakte zu initiieren.


    Und da reden wir natürlich generell immer von fatalen Teufelskreisen, da die mangelnde soziale Erfahrung über Jahre zusätzlich dazu beiträgt, dass man im Umgang mit Menschen eher ängstlicher, misstrauischer und vorsichtiger wird. Das merke ich selbst in einem Forum wie diesem...

    Das sind wahre Worte, nur die Affekt labilität, geht auf das sich Schützen müssen zurück, den wenn etwas sehr extrem weh tut, dann möchte man das in Zukunft, nicht noch einmal erleben.
    Der Umgang der Gesellscchaft mit Menschen, die eben halt anders sind, als wie die ( NORMALE )
    Allgemeintheit, werden immer noch als verachtenswürdige und zu verspottende Wesen angesehen.
    Ich bin vor ein paar Tagen, vor 30 Jahren aus der Schule gekommen.
    Damals wurde Deutschland Fussballweltmeister, dass Endspiel sah ich im TV, nur da war ich gerade aus der Schule.
    Die sich daran anschließende Lehre zum Elektroinstalateur die ich leider abbrechen musste und das BGJ Metal, was darauf hin dann folgte, musste ich ebenfalls wieder abbrechen.
    All das Ganze geschah, nur wegen dem Mobbing und weil man mich nicht Ernst nahm.
    Daraus enstanden dann Traumen, die bis Heute leider anhalten.
    Heute heißt es stets : Das ist doch nun schon 30 Jahre her, das Du immer noch damit wieder ankommst, dass ist doch ganz ganz kalter Kaffee, von anno Tobak. :
    Daran sieht man es, das der neurotypische Mensch, unser einst eben nicht verstehen kann und auch niemals werden wird.



    LG Lestat

  • Nun habe ich es wieder erleben dürfen.
    Seid ca. 5 Jahren, bin ich nun mit einer Goth Dame schriftlich bekannt und wir beide verstanden uns gut, nun aber hat es sich leider heraus gestellt, dass Sie
    doch nicht, so ganz auf meiner Seite ist.
    Wir standen uns sehr nahe, nur wenn man dann eines Tages, durch irgend ein ungutes Geschick, wieder seine Hoffnungen und Wünsche beerdigen muss und das ist wieder
    auf meine schwere Problematik zurück zu führen, so ist es mir all für alle mal klar geworden, dass mich diese Welt nicht verträgt und ich auf dem Planeten Erde, überhaupt nichts zu suchen und zu verlieren habe. :erschießen:
    Ich werde nie wieder Freundschaften, oder Bekannschaften zu den enurotypischen Mitmenschen eingehen, ich bleibe lieber ein Einzelgänger.
    So jemand wie ich, wo das Leben, gerade durch das ADHS, Ängstlich-vermeidende-Persönlichkeitsstörung, Zwang, Panik, Angstzustände und durch die Agoraphobie,
    zu einem Leben voller, Leid und Qual geworden ist, so ist das Tragen von all diesem Leid, nicht mehr über viele Jahre hinweg, für mich tragbar.
    Für mich ist nun wieder ein weiterer Vorhang endgültig gefallen und ich werde einsam, dass andere Ufer der Nacht irgendwann erreichen, nur dort werde ich im Gegensatz zu meinem Erdenleben, dann glücklich sein.
    Viele Nahtodesrlebsnisse berichten von diesem tollen und höchsten Gefühl, des geborgen seins und der Liebe, was dann auf uns alle dort warten wird.
    Dort werde ich dann endgültig frei sein können, um auch meine verstorbenen Lieben, wieder sehen.
    Ich bin viel zu kompliziert und Menschen wie mich, wird niemals ein neurotypischer Mitmensch, jemals verstehen können und werden. :halloweencry:
    Für mich ist nun der Groschen endgültig gefallen, ich werde mich nun allen neuen Kontakten, zu den neurotypischen Mitmenschen verschließen. :Halloweenangry:

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