Bewegung und Achtsamkeit

  • Früher konnte ich mir überhaupt nicht vorstellen, mich körperlich zu betätigen oder Sport zu treiben, eventuell auch noch in der Gruppe ... furchtbar ...
    Meine Koordination war immer ganz schrecklich und ich immer schnell frustriert, sobald ich bestimmte Übungen oder Abläufe "abschauen" und wiederholen sollte.


    Seit meinem letzten Klinikaufenthalt (vor ca. zwei Jahren) hat sich meine Einstellung zum Sport vollständig gedreht. Es gab da diese sehr einfühlsame und bedachte Sporttherapeutin, die mir half zu erkennen, das auch ich Bewegungsabläufe verinnerlichen kann und ich dazu einfach nur ein wenig mehr Geduld benötige.


    Ich bin ihr sehr dankbar, denn seitdem kann ich Sport und Bewegung OHNE Frustration betreiben. Und noch mehr:
    Diese ein bis zwei Stunden im Fitnessstudio sind zur puren Achtsamkeit geworden. Noch nie waren mein Körper und ich eine solche Einheit wie in diesen Stunden. Da ist kein Raum für Angst, Sorgen, Ärger, Zweifel ... meine Konzentration liegt allein auf meinem Körper und meine Atmung. Ich bin völlig befreit von allen Gedanken. Es war eine sehr verblüffende und bewegende Erfahrung für mich.


    Vielleicht mögt ihr ja eure Gedanken und Erfahrungen dazu ebenfalls berichten?

  • Ich konnte mir sportliche Betätigung auch nicht vorstellen.
    Ich fande es immer ganz furchtbar. Aber vor ein paar Tagen, habe ich angefangen laufen zu gehen. Ich schaffe noch keine halbe Stunde durchzulaufen. Aber es macht unerwartet viel Spaß, der perfekte Spannungskiller. Ich bin eins mit meinem Körper,meinem Geist.
    Keine überschäumenden Gefühle, keine unkontrollierte Anspannung.
    Nur ich, wunderbar entspannend, hätte ich nie gedacht.


    Aber es ist wunderbar. Hab ordentlich Muskelkater, aber das ist es wert.
    Achtsamkeit in Kombination mit Sport ist Trumpf.

    Und das Sternenlicht was uns erreicht, ist schon lang verloschen.

  • Freut mich, das du das Laufen entdeckt hast! Wie bist du dazu gekommen bzw. was hat dich dazu motiviert?


    Ich kann es leider nicht so gut durchhalten. Ich würde super gerne durch den Wald laufen können, aber irgendwie ist es mir zu eintönig. Ich genieße das Draußensein lieber beim Spazieren oder Rad fahren. Seltsam, dass ich mit der Eintönigkeit kein Problem auf dem Laufband habe. Doch da sehe ich auf der Anzeige die Kilometer und Kalorienangabe vor mir ... und kann besser durchhalten.

  • Ich hab schon öfter mit dem Gedanken gespielt, konnte es aber nie durchhalten. Naja und dann hab ich über das Thema gelesen und da stand dann, irgendwo dieser Satz, einfach loslaufen.
    Da ich öfter spazieren gehe, wandere und Fahrrad fahre, dachte ich mir, nah schön, versuchs einfach noch mal.


    Gesagt getan, bin überraschend, nicht nach fünfhundert Metern keuchend, vor Erschöpfung stehen geblieben. Hat mir echt Spaß gemacht.
    Und jetzt hab ich auch noch super Schuhe, da macht es gleich noch mehr Spaß :halloweenhappy:

    Und das Sternenlicht was uns erreicht, ist schon lang verloschen.

  • Das Problem hatte ich früher immer, bin da regelrecht panisch geworden und dachte wirklich ich ersticke. Bei mir hilft, einfach auf die Atmung konzentrieren, mit der Nase ein, dem Mund aus. Das Lauftempo ist dabei, zumindest am Anfang noch zweitrangig.
    Achtsamkeit, selbst beim atmen, oder dem Treppen steigen.
    Oder wo auch immer.


    Quasi nur du und dein Atem und wenn doch Seitenstechen kommen sollte, stehen bleiben und ganz ruhig weiter atmen.
    Hatte seitdem kein Seitenstechen mehr.

    Und das Sternenlicht was uns erreicht, ist schon lang verloschen.

  • Das kann ich persönlich ebenfalls nur wärmstens empfehlen und unterstützen, zumal immer noch viel zu wenig Menschen wirklich grundlegend begreifen, wie wichtig regelmäßige Bewegung (am besten von jungen Jahren an) für den ganzen Organismus (auch für die kognitive Leistungsfähigkeit und diverse psychische Funktionen) ist!


    Ich selbst hab leider auch viel zu spät damit begonnen, war nie ein Anhänger von sportlichen Aktivitäten, erst ab ca. 40 hab ich damit begonnen, mich im Rahmen von MBSR und Yoga mit bewusster und achtsamer Bewegung (und natürlich auch Atmung) zu beschäftigen. Hab zwar in jüngeren Jahren ab und zu Fitnesstraining gemacht, aber das hat eigentlich nur mein Ego verlangt und es hat letztlich auch nichts gebracht.


    Natürlich ist es schon etwas einfacher, sich regelmäßiger dafür zu motivieren, wenn man wie ich von diversen psychosomatischen Beschwerden geplagt war und ist, aber nichtsdestotrotz kann ich das nur jedem Menschen ans Herz legen (vor allem Leute mit psychischen Problemen!), sich mit irgendwelcher sinnvollen körperlichen Betätigung zu beschäftigen. Das muss gar nicht unbedingt Sport im engeren Sinne sein, es ist schon die Bewegung an sich ungemein wertvoll (noch mehr natürlich in freier Natur), ob es nun regelmäßiges Spazierengehen, Radfahren, Joggen, Schwimmen, oder was auch immer ist.

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