Fühlst du dich manchmal ausgeschlossen?

  • Ja, sehr oft sogar

    Daß mir der Hund das Liebste sei, sagst du o Mensch, sei Sünde? Der Hund blieb mir im Sturme treu der Mensch nicht mal im Winde.


    (Franz von Assisi)

    🐕❤🐕

  • Ja.
    Früher war das mehr,aber heutzutage ist das in Gruppen so wo immer betont ist,dass man anders ist als die anderen.Das kann Grösse,Gewicht,Geschlecht oder Verhalten betreffen.
    Wo ich jetzt wohne bin ich der jüngste und der größte Mann.Geschlechtszugehörigkeit ist bei mir ja eh kompliziert und ein schlagerliederpfeifender Opi bin ich auch nicht.
    Das macht mich schon irgendwie zum Aussenseiter.

    Das einzig Wichtige im Leben sind die Spuren der Liebe die wir hinterlassen wenn wir gehen.


    Albert Schweitzer

  • Selten!


    Ich bin sehr offen und kommunikativ in gesunden Phasen und finde schnell Anschluss, wenn ich das will.


    In Hochphasen crashe ich leider sowieso jede Gruppe auf die ein oder andere Weise, da könnte man mich wohl nicht mal ausschließen, wenn man wollte. Den Leuten gehe ich dann meistens auf die Nerven.


    In depressiven Phasen schließe ich mich selbst aus, möchte keinen Kontakt zu Leuten die mir eigentlich wichtig sind, weil ich nichts wirklich aushalte.


    Also wirklich sehr phasenabhängig bei mir und wie ich letztlich auf die Leute zugehe.

  • Ja ,spätestens wenn es ums Thema Beziehung geht stehe ich da wie der Esel am Berg. Auch bei Themen, wie wo warst du schon überall in den Ferien, kann ich nicht mitreden ,war ich ja noch nie .

    Das Biest erblickte das Antlitz der Schönheit und von diesem Tag an war es dem Tod geweiht.

  • Ich versuche soziale Situationen zu vermeiden wo irgendein Gruppenzwang entstehen könnte oder irgendwelche Erwartungen an Konformität gesezt werden.
    Das klappt eigentlich ganz gut. Zumindest seit ich eh raus bin aus der normalen Gesellschaft.
    Die Frage ist auch möchte man sich wirklich Leuten zugehörig fühlen die man in Wirklichkeit zutiefst verachtet?
    Wohl eher nicht. Das versuche ich meinem Unterbewusstsein immer noch beizubringen dass das nichts erstrebenswertes ist.


    Rebellion allein macht noch keinen Menschen. Sie ist nur ein erster Schritt auf einem langen, schwierigen und nie endenden Weg
    zur Überwindung der Furcht vor der Freiheit, ein eigenes Selbst und ein menschliches Herz zu haben.

  • Ja.
    Bei mir ist es aber auch so das ich mich wegen mehrenen Dingen nicht als dazugehörig fühle. Es fängt schon bei meinem äußeren an, ich sehe jünger aus als ich bin und bin klein als Mann (und wenn man kleiner ist, wird man auch jünger geschätzt).
    Dazu kommt dann noch das ich durch meine soziale Phobie Probleme mit Gruppen habe, es dauert bis ich mich öffne und ich auch so ein eher introvertiertes Auftreten habe (bspw. ich Denke erst bevor ich rede, bin nicht übermäßig laut und lasse andere ausreden).


    Dann kommt noch dazu das ich andere Interessen habe, mich auch kaum bzw. nicht in dem Maße wie andere für Themen begeistere und präsentiere.


    Dazu kommt dann noch das ich Probleme dabei habe andere einzuschätzen und ihre Mimik und Gestik zu deuten

  • Sehr oft.
    Weil ich als Charakter komplex bin und keinem Klischee meiner Interessen, der Randgruppen, zu denen ich theoretisch zugehörig wäre, oder meiner Ansichten über das Leben, Politik usw. entspreche. Auch verspüre ich keinen Willen, zu einem werden zu wollen nur um der Zugehörigkeit oder des lieben Friedens Willen.
    Viele Menschen empfinde ich als kleinbürgerlich - Auto, Job, Familie, Haus als Lebensziele - und in diesem Kontext auch als kleingeistig.
    Nicht nur, dass ich dort nicht mitmachen kann, sondern ich frage mich auch oft "Was finden die daran?". Weil, meiner Ansicht nach, das Leben mehr zu bieten hat als nur das.


    Zum anderen merke ich in der jüngeren Zeit stärker werdend, dass ich geistig in einer ganz anderen Gedankenwelt als viele lebe.
    Was ihnen ihre "heile Welt" und diese so selbstverständlich wie ein Sonnenaufgang, so selbstverständlich ist für mich meine Welt aus systemischem Denken, aus Politik, die Welt, Menschen studieren, zwischendurch Unterhaltung, dann Psychologie, Neurologie, Gewalt, Ödnis, Verlorenheit, Waffentechnik, Erschöpfung/Müdigkeit, stetig kognitiv immer noch klüger werden wollen und Alles-nicht-so-emotional-sehen.

  • Ja. In Gruppen eigentlich immer.
    Immer als Beobachterin am Rand. Ausgeschlossen aus der Rudelstruktur.
    Die Hexe vorm Dorf.
    Das Alien in der Masse.
    Wie jemand mal sagte: "ein Papagei unter Krähen"
    Weil es mir inzwischen scheißegal ist ob ich auch optisch auffalle. Ganz anders bin. Als graue Maus war ich nur unsichtbar, aber genauso ausgeschlossen. Nun eben wie es mir taugt, und wenns auffällt, egal.

  • Ausgeschlossen irgendwie schon, ich sitze da und sag nix höre aber zu. Ich habe wenig Interesse mich an Gesprächen zu beteiligen. Weiß nicht, ob das jemand kennt, aber ich fühle mich nicht dazugehörig was die Menschheit betrifft, ich nenne es Aliengefühl.

  • Das Gefühl habe ich seit der Kindheit, sehr intensiv. Ich weiß nicht mal, was es genau ist, das mich so anders macht. Ich schätze, es ist meine Persönlichkeit(sstörung). Mein Glaube wird nicht von allen akzeptiert, und wenn, dann wird er still geduldet. Ich kann nicht gut lügen und sage meistens die Wahrheit. Da gibt es aber auch Leute, die mich dafür schätzen.

    Trotz dem alten Drachen, trotz dem Todesrachen, trotz der Furcht dazu!

    Tobe, Welt, und springe, ich steh hier und singe in gar sichrer Ruh!

    -Jesu meine Freude-

  • immer.
    schon immer.
    überall.


    Ein absolut allgegenwärtiges Gefühl.
    In der Regel macht es mir nicht viel aus, weil ich es nicht anders kenne.
    Falls ich mich mal kurzfristig wo nicht ausgeschlossen, sondern...ich weiß gar nicht, wie ich das Gegenstück nennen soll...? Zugehörig? ...fühle,
    dann kommt es danach immer umso schlimmer, wenn mir klar wird, dass ich auf eine Illusion hereingefallen bin.
    Ich schäme mich dann regelrecht dafür, weil es sich so anmaßend anfühlt.

  • Heute mit ner Freundin ne Theorie dazu entwickelt. Ich stell sie einfach mal hier rein, vielleicht ist es ne Anregung/Idee für jemanden.
    (Ich kopiere hier mal Auszüge aus dem Chatverlauf rein, unvollständig.)


    'Ja, ich denke auch, dass das Problem mit körperlicher Nähe aus der insgesamt distanzierten Erziehung kommt. Die Eltern selbst haben es eben so weitergegeben, wie sie es in ihrer Kindheieit gelernt haben.


    Kürzlich kam mir die Idee, dass nicht nur Traumata zu Fehlverhalten führen (also ein überforderndes, schlimmes Ereignis), sondern auch, wenn etwas gefehlt hat.
    Traumata und Leerstellen können ähnliche Folgen haben.'


    'Eltern haben normal die Aufgabe das Weltbild eines Kindes zu prägen. Im Positiven.
    Durch Trauma stellt das Kind fest, daß dieses Weltbild falsch ist und sie müssen sich ein eigenes finden.
    Exakt das Selbe passiert, wenn die Eltern dem Kind keines geben und es sich das von Vornherein selber suchen kann.
    Es muß sich selbst eins basteln.



    In Beiden Fällen fehlt die Orientierung, die Leitschnur.
    Teilweise sucht man sich dann irgend ne Gruppe der man sich anschließt und deren Weltbild übernimmt (das haben meine Eltern getan), teilweise geht man dann komplett seinen eigenen Weg und findet vorgegebene Weltbilder als komplett störend und einengend.


    Meine Theorie dazu waren bissl die "ich-Grenzen".
    Bei mir wurden keinerlei Ich-Grenzen akzeptiert, im Gegenteil rabiat unterdrückt und demontiert.


    Mit mehr Freiraum und Achtung behandelt werden, bzw zu viel, da kann man die Ich-Grenzen so weit stecken, wie es sich richtig anfühlt.
    Werden die dann aber überschritten/mißachtet, fühlt es sich nach Eindringen/verbiegen an.'


    'Da kommen dann so Einzelgänger raus wie wir.
    Die Nirgends reinpassen.'


    Da jede Gruppe irgend welche Grenzen/Wege/Richtlinien vorgibt sind die selten passend für Leute, die sich ihre Grenzen/Weltbilder selber gesucht haben. Da kommt dann das Gefühl her nirgends dazu zu passen oder dazu zu gehören.
    Man hat gelernt seinen eigenen Weg zu gehen und gelernt daß es sich nicht lohnt oder oft schädlich ist sich zu verbiegen um irgendwo reinzupassen.


    Eigentlich ist das gut...


    ("Fehlverhalten" ist hier im Sinne 'nicht Gesellschsftskonform' gemeint gewesen. Dysfunktional oder so)

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