Ein Kind wird geboren, nach 1-3 Monaten stirbt es! Welchen Sinn ergibt das?

  • Hi @ALL


    Hm, war nicht sicher, wo das Thema besser reinpasst, unter der Rubrik Religion oder unter Philosophie...
    Habe mich einfach mal spontan für Philosophie entschieden, wie Ihr sehen könnt, müsste passen :)


    Das Ganze geschieht, oder geschah bereits ja bekanntermaßen, unzählige Male schon auf dieser Welt, das ein junger Mensch, kurz nachdem er geboren wurde, auch schon wieder stirbt.


    Solch ein junger Mensch hat garantiert nichts schlechtes getan in diesem kurzen Zeitraum, dass er quasi als Strafe so schnell schon wieder aus dem "Spiel des Lebens" verbannt worden wäre, behaupte ich zumindest einfach einmal.


    Welche Bedeutung hat ein extrem früher Tod aber dann?


    Soll das Ganze vielleicht eine Bewältigungsaufgabe für die Eltern darstellen, und die in solch einem Fall durch den tiefen, vollkommen abartig und extrem grausamen Schmerz irgendwie wachsen, oder sonst etwas, sollen? (Falls ja, wäre es nett, wenn das dann jemand detailierter erkären könnte und vor allem aber wieso dann andere Eltern, deren Kinder alle nicht so früh zum sterben verurteilt sind, nicht wachsen oder sonst etwas sollen/müssen)


    Habe immer wenn ich mitbekomme, dass ein Kind ganz jung verstarb, ziemlich daran zu nagen und werde bisweilen schier irre dabei, weil ich einfach keine Antwort darauf finde, zumindest keine für mich befriedigende, warum das geschieht.


    Deswegen meine Frage jetzt an alle Foris: hat vielleicht von euch jemand irgendeine möglichst plausible Idee zu solcherlei, zumindest für die betroffenen Eltern, schrecklichen und schmerzvollen Ereignisse?

  • So nüchtern es auch klingt...
    Denke man z. B. mal an eisbär Knut zurück.
    Wurde von seiner Mutter verstoßen, wurde dann eine Handaufzucht.
    Später starb er daran, dass er einen epileptischen Anfall erlitt, ins Wasser im Tiergehege fiel und ertrank. - Die grundlegende auslösende Krankheit, die zu diesem Anfall geführt hat, ist bisher noch relativ neu und unerforscht und heißt "Anti-NMDA-Rezeptor-Enzephalitis", wobei Knut das erste Tier war, bei dem im Nachhinein diese Krankheit nachgewiesen werden konnte (vorher war sie nur beim Menschen bekannt).
    In sehr einfachen Worten ausgedrückt: Er litt an einer Autoimmunkrankheit, die stetige Entzündungen des Gehirns verursacht und die Signalübertragung des Gehirns stört.


    Da Tiere auf Grund von einzelnen Sinnen, die wesentlich besser als beim Mensch ausgeprägt sind, Dinge wahrnehmen können, die dem Menschen entgehen, würde man bei diesem Fall die Theorie aufstellen müssen: Hat die Bärin schon frühzeitig nach der Geburt festgestellt, dass mit ihrem Jungen etwas nicht in Ordnung ist, und den jungen Knut deshalb verstoßen? (Da Tiere auch in Gefangenschaft stets so denken und leben als seien sie in der Wildnis.)


    Auf Menschen wäre das übertragbar.
    Ein Neugeborenes, sieht für den Menschen gesund aus, aber innerlich, intern, liegt irgendein Geburtsfehler vor - irgendetwas, was nur ein kleines Stück fehlgebildet ist - und das führt dann irgendwann dazu, dass das Kind relativ früh verstirbt.
    Wenn es nicht gerade eine ausgesprochen schwerwiegende Fehlentwicklung ist, die man auch optisch sehen kann, oder die sich vorher bei den Untersuchungen beim Gynäkologen schon gezeigt hat, bleibt sie unbemerkt, tut aber ihre Wirkung...


    Anderweitig ist sonst bekannt, da der Mensch in seinen frühen Jahren ein Nesthocker ist, dass ein Mangel an Interaktionsinput und Zuwendung zu einer Nicht-Entwicklung führt, und dadurch eventuell auch in einem frühzeitigen Tod mündet. - Wie dabei das Maß an Zuwendung bestimmt wird, also ob zu wenig oder zu viel, das ist bisher noch nicht sehr erforscht, da man den betroffenen Probanden nicht nach seiner eigenen Gefühlslage fragen kann.
    Einzig steht soweit fest: Gar keine Zuwendung hat einen äußerst toxischen Effekt. Wenn nicht dadurch gestorben wird, kann es. z. B. in Hospitalismus enden - was in etwa einem Steckenbleiben in der Entwicklungsphase des Säuglings in Versorungsaspekten gleichkommt.

  • Wir sind alle sterblich und durch die moderne Medizin wird das Leben künstlich verlängert ob der Patient sich dabei quält sei dahin gestellt.
    Ja wir haben das Glück zwei gesunde Kinder zu haben aber im Freundeskreis gibt es auch traurige Geschichten. Wenn ich das gehört habe hat es mich tagelang nicht losgelassen. Die Eltern leiden sehr daran und es ist für die Partnerschaft eine Bewährungsprobe. Meist klappt es dann beim zweiten Kind das alles gesund ist.
    Der Tod ist natürlich und nur die Starken kommen weiter das ist das Naturgesetz bei Mensch oder Tier. Die Kinder sterben ja nicht ohne med. Hintergrund. und vielleicht ist dieser frühe Tod eine Erlösung für den Menschen.

    Lg Meera

    Manche Menschen spüren den Regen
    andere werden nur nass :regen:

  • Das ist bestimmt sehr sehr hart, ein Kind so früh zu verlieren....
    Eine Erklärung weiss ich nicht. Bei manchen Kindern (Säuglingen), denke ich, es ist "Gnade Gottes" , dass sie wieder gehen dürfen. Z. B. wenn ich lese, dass sie früh misshandelt werden.


    Bei Kindern, die liebende Eltern haben.... hm.
    Vielleicht möchte es die Eltern lehren, loszulassen. Sich nicht zu fixieren auf ein Geschöpf, dass "wieder geht" . Wer weiss, ob es da, wo es dann ist, es nicht auch gut hat.... Wer sind wir uns anzumassen zu sagen, "ich bin das beste für dieses Kind".
    Da ist Besitzdenken dabei. Und die Kinder gehören uns nicht. Nur sich selbst.

    Ich verstehe auch nicht so ganz, warum Menschen ihre eigenen Kinder mehr lieben/besser behandeln als zB fremde....
    Aber ich bin natürlich schwerst traumatisiert auf der Bindungsebene. Sehe das daher wohl etwas anders.


    Ich stelle es mir ehrlich gesagt viel schlimmer vor, ein Kind mit zB 17 oder noch älter zu verlieren. Da hat man ja dann schon sooooo viel erlebt mit dem Menschen.
    Ach ich weiss auch nicht. Komplexes Thema.

    "One of my biggest mistakes in life
    is thinking people will show me the same love that I've shown them." -Heath Ledger (1979-2008)

  • Hallo @Venere,
    hast du Kinder?
    DIe Mutter - Kind Beziehung ist in einer normalen Familie sehr eng.
    Wahrscheinlich kommt es von der Geburt und der Nähe zum dem kleinen Wesen. Man kuschelt und schnuppert an dem unschuldigen Wesen welches wir auf die Welt geholt haben ob es will oder nicht.
    Man trägt plötzlich Verantwortung usw.
    Wenn ich jetzt meinen 13 jährigen in den Arm nehme dann riecht er nicht mehr so unschuldig und durch die Pubertät lässt diese starke Bindung langsam etwas nach was ja such normal ist.
    Bei einem fremden Kind ist es schwierig weil es Eltern hat und man nicht neun Monate Zeit hatte sich darauf vorzubereiten plötzlich ein Kind zu haben.
    Wenn einem der beiden etwas tödliches zustoßen sollte puuh ich käme nicht klar damit.

    Lg Meera

    Manche Menschen spüren den Regen
    andere werden nur nass :regen:

  • Hat keinen Sinn, muss es auch nicht, sry aber so hart sich das anhört, es gibt keinen größeren Sinn der hinter irgendwas steckt. Leben is einfach nur das was passiert. Diese ganze Sinnsuche ist nur ein von der Menschheit erdachtes Konstrukt um sich der eigentlichen Bedeutungslosigkeit von einfach Allem nicht stellen zu müssen, die eigene Sterblichkeit, den fehlenden Sinn im eigenem Leben, whatever zu kompensieren.
    Wenn ein Kind geboren wird und kurze Zeit später wieder stirbt ist das keine Prüfung für die Eltern an der sie wachsen sollen, oder ein Geschenk das sie für kurze Zeit haben durften, es ist einfach nur Scheiß der halt passiert!

    • Gegenfrage, warum werden Verbrecher und böse Menschen so alt?

    Meine plumpe oder sarkastische Antwort ist die, dass das Böse immer stärker war als das Gute.
    Oben hat @windspiel so schön geschrieben das Leben ist einfach nur das was passiert. Da steht keiner am Schaltpult und drückt die Lebens- und Todesknöpfe.
    Es ist die Natur das Lebewesen sterben und wenn der Verbrecher schwer an Krebs erkrankt lebt er nicht länger als alle Anderen.
    Ich kann auch aus Erfahrung schreiben. Ich habe mittlerweile 3 liebe Menschen in der Familie verloren und einer läuft draußen rum und hat die Familie so kaputt gemacht das ich ihm den Tod wünsche, damit er nicht mehr bei mir auftauchen kann.
    ER zieht mich mit in den Abgrund jeden Tag den er länger lebt....... :greyreaper:

    Lg Meera

    Manche Menschen spüren den Regen
    andere werden nur nass :regen:

  • @windspiel
    Bin mit dir einig. Aber es ist vllt auch menschlich, nach einem Sinn zu suchen. Um den Schmerz irgendwie ertragen zu können.


    @Meera ich glaube, ich wäre fähig ein Kind zu lieben, das nicht ich geboren habe.
    Ich hatte letzten Sommer Kontakt zu einem 1jährigen Jungen, der in ein Kinderheim kam, da seine Eltern drogenabhängig waren und er aus einem One-Night-Stand entstanden ist.
    Ich spürte so viel Liebe für diesen Buben. Er war so zerbrechlich und brauchte Schutz. Wir konnten eine schöne Bindung eingehen, ich freute mich so sehr über das Vertrauen, das er mir schenkte.
    "Adoption" gibt es auch in der Tierwelt. Es ist etwas natürliches, denke ich.

    "One of my biggest mistakes in life
    is thinking people will show me the same love that I've shown them." -Heath Ledger (1979-2008)

  • Weiß ich. Eventuell hast du meine Frage falsch verstanden. Ich wollte damit nur ausdrücken, dass eben nichts "von gott" kommt. Das ist einfach das leben. Man kann natürlich sich Geschichten ausdenken um den Schmerz etc. zu rechtfertigen aber meistens gibt es keinen.

  • Bei diesen Fragen, nach einem Sinn zu suchen ist sinnlos.
    Der Tod ist letztendlich das einzige Gerechte in dieser Welt, da vor ihm jeder gleich ist.
    Ob Jung oder Alt, dick oder dünn, reich oder arm, er kommt zu jeden.


    Ich habe auf einem alten Grabstein folgende Inschrift gelesen, die passt ganz gut.


    "Nun lieg ich hier in Gottesgarten
    und tu auf meine Eltern warten.
    Liebe Eltern grämt euch nicht,
    denn diese Welt war nicht für mich"

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