Sind „normale Menschen“, schlechtere Menschen?

  • Guten Morgen,


    ein Thema das ich immer wieder lese (auch hier) oder höre und mich seit einiger Zeit ziemlich beschäftigt, weswegen ich gerne eine kleine Diskussion oder Umfrage starten würde:


    „Normale“ als Täter (zb. mobbing), „Normale“ die verständnislos sind (zb. für psychisch Erkrankte), „Normale“ die der Grund sind, weswegen man zum Misanthropen wurde oder ganz lapidar die These „Normale Menschen sind die schlechteren Menschen“.


    Dem gegebüber steht, in den meisten Diskussionen, „der psychisch Erkrankte“ als „besserer Mensch“ - einfühlsamer, verständnisvoller, empathischer.


    Es werden deshalb bewusst Freundschaften „auf gleicher Ebene“ gesucht, weil normale Menschen vielfach als „personifiziertes Böses“ benannt werden, mit all den negativen Eigenschaften, die ich oben zusammengetragen habe.


    Diese Thesen sind übrigens bewusst so pauschalisiert geschrieben, weil mir nämlich genau diese Pauschalisierung im Dialog aufgefallen ist. Die Anführungszeichen wurden gewählt, weil es Zitate sind, aus Dialogen oder aus unterschiedlichen Threads (auch sehr alte).


    Ich versuche mich gerade sehr frei auf dieses Thema einzulassen, weswegen ich meine Meinung zu einem späteren Zeitpunkt aufschreiben werde. Es geht mir jetzt erst Mal um einen Austausch, verschiedene Meinungen und Erfahrungen die gemacht wurden damit ich das Thema für mich besser einordnen kann.

  • Es gibt für mich keine normalen Menschen.
    Jeder ist einzigartig und besonders mit Macken und Kanten.
    Jeder hat in Ansätzen eine psychische Abnormität.
    Es macht wenig Sinn einen Zaun um die Kranken und die Normalen/Gesunden zu ziehen.Das macht das Zusammenleben nur schwerer und verstärkt das Gefühl ein Mondkalb unter den Normalen/Gesunden zu sein.

    Das einzig Wichtige im Leben sind die Spuren der Liebe die wir hinterlassen wenn wir gehen.


    Albert Schweitzer

  • Huiii das kann spaßig werden :D


    da ich aber relativ neu bin, warte ich erstmal ab :D nachher mache ich mich zu Beginn direkt unbeliebt ;) (Achtung Sarkasmus gepaart mit ein wenig Realität)


    aber um jetzt schon mal etwas beitragen , ist die Frage nach der Definition von „normal“.
    was ist überhaupt „normal“ - für einige sind diejenigen bestimmt schon „normal“ , die morgens zur Arbeit gehen.


    Möchtest du da eine Differenzierung machen oder das offen lassen um das subjektive Empfinden „einzufangen“ ?

    „Da schraub ich mir doch lieber den Schnaps in die Figur und lerne für mein Gossenabitur.“

  • Ja genau, habe das bewusst offen gelassen, weil auch der Begriff oftmals sehr inflationär gebraucht wird und ich da deshalb auch nichts vorgeben mag, eben um möglichst frei mit dem Thema umgehen zu können.


    Hoffentlich hat Niemand tatsächlich Angst sich mit seiner Meinung unbeliebt zu machen bei dem Thema. Meinung ist Meinung, die passt nicht immer Jedem und das ist auch legitim so. Andere Meinungen als Anstoß zu nehmen find ich persönlich oft hilfreich.

  • Erste intuitive Antwort: ja ja ja!


    Aber wenn man es mal genauer betrachtet dann stimmt das gar nicht. Denn:


    1. Es gibt auch "normale Menschen" die sehr einfühlsam und verständnisvoll sind (obwohl das da schon irgendwie eher die Ausnahme ist hab ich das Gefühl) und


    2. Es gibt auch psychisch kranke Menschen die bösartige Sadisten oder unausstehliche Nervtanten sind, da würde ich sogar sagen dass es da 50/50 ist. Und bloß weil sich hier im KdN z.B. besonders viele nette und einfühlsame "psychisch Kranke" (ich nenn das jetzt mal so ist nicht böse gemeint) befinden weil z.B. die Admins hier uns die ganzen gemeingefährlichen Wahnsinnigen zuverlässig vom Hals halten, heißt das nicht dass alle psychisch kranken immer so total nett und verständnisvoll sind.


    Auch wenn man nur Depressionen hat oder so kann man trotzdem ein schlimmes Arschloch sein und den ganzen Tag seine Mitmenschen vollmaulen und seine schlechte Laune an ihnen auslassen.


    Und auch nicht alle Opfer von schlimmen Dingen sind automatisch dann hinterher gute und einfühlsame Menschen, mindestens genau so viele werden doch dann gleich selber wieder zu Tätern, nur dass man diese halt nicht in Selbsthilfeforen und Gruppen und Kliniken etc. trifft.


    Also ich denke dass sich das Bild dadurch etwas "verzerrt" weil man bei den ganzen Hilfsangeboten natürlich immer nur die netten, sozialen und bemühten psychisch Kranken trifft.


    Rebellion allein macht noch keinen Menschen. Sie ist nur ein erster Schritt auf einem langen, schwierigen und nie endenden Weg
    zur Überwindung der Furcht vor der Freiheit, ein eigenes Selbst und ein menschliches Herz zu haben.

  • Hi ^^
    also ich glaub jemand anders hier wird vlt später noch was sinnvolleres dazu beitragen, aber ich wollte auch gerne was dazu schreiben, hoffe das ist okay :)
    Also, ich mag Normalos :) ich versteh mich mit den meisten Menschen gut, klar sind das meist nur so oberflächliche Kontakte aber aus irgendeinem Grund versteh ich mich mit kaum wem nicht gut. Ich finds schön das mich die meisten akzeptieren auch wenn sie mich für seltsam und ein bisschen durchgeknallt halten, und mich trotzdem nett finden.
    Klar verstehen die Normalen uns nicht, weil wenn ich uns meine halt auch dieses ganze komplizierte DIS Zeugs gemeint ist... aber wenn es uns mal nicht so gut geht verstehen sie das zwar nicht unbedingt, also bei Panikattacken oder so, und auch wenn sie es nett meinen sind sie dann halt oft nicht so richtig hilfreich weil sie halt einfach nicht nachvollziehen können was ist, aber eigtl. war bis jetzt immer jeder nett und hat halt so gut wies geht versucht dann Rücksicht zu nehmen. Klar gibs da auch Leute die doof gucken oder so wenn wir zB im Supermarkt ne Panikattacke bekommen, aber ich denke nicht das die das Böse oder so meinen, die verstehen das halt nur nicht.
    Das Normale einen oft nicht verstehen find ich ehrlich gesagt eigentlich gut, weil es ist doch schön das diese Menschen diesen ganzen traurigen und grausigen Mist nicht nachvollziehen können, es ist doch schön das Andere nicht sowas durchmachen müssen oder mussten.
    Wenn jeder das verstehen würde und nachvollziehen könnte wäre das ja eigentlich echt traurig.
    So das wars auch schon von mir ^_^

  • Interessant....die Frage hab ich mir gestern hier auch gestellt.
    Ab wann ist man denn "normal" bzw. nicht mehr "normal"...?
    Ich seh das ähnlich wie Whisperer.
    Denke man tut sich mit so nem SchwarWeiss Eingeteile selbst kein Gefallen....
    Schließlich gibt es, wie ja bereits schon oben gesagt, auch unter "Gleichgesinnten", sprich Menschen, die wie man selbst an Depressionen leiden/diese und jene psychische Leiden haben/.... ebenso empathielose, womöglich sadistische "Mitmenschen",
    wohingegen es auch unter sogenannten "Normalen" Personen gibt, die ein riesen Herz haben, und Mitgefühl, von dem manch Depressiver sich ne Scheibe von abschneiden kann usw..


    Ich persönlich such mir Menschen, schlicht danach aus ob sie mir guttun/bzw mich weiterbringen... unabhängig ihrer Vorgeschichte oder ob sie selber ein chaotisches Innenleben haben. Oft bin ich sogar froh über Gesellschaft, in der das Ganze mal keine Rolle spielt und man einfach mal ohne "hindernde Faktoren" lachen und Spass haben kann...
    Das hat auch viel mit Charakter zu tun...der zwar teilweise schon von Erlebtem geprägt wird, aber nicht nur, denke ich. ..
    Hier hat doch auch jeder seine Sympathien und Antipathien, obwohl...scheinbar alle irgendein psychisches Leiden haben.


    Generell...find ich es hilfreich Menschen nicht in Schubladen zu stecken, was man doch iwie tut wenn man sie in "normal" und "nicht normal" einteilt..
    Und Schubladendenken, gibts halt auch unter "nicht Normalen"..(ganz nach dem Motto was mir fremd ist weil ichs nicht kenne biege ich mir in meiner Fantasie so zurecht (ob es stimmt oder nicht....)
    Ps. Ich will hier niemanden angreifen. Nur meine "legitime" Meinung sagen.


    Ich denke ein Mensch ist so wie er ist, und das hat sein Grund (oder mehrere). Fertig..
    Nebenbei bemerkt....wenn ich nen Missbrauch erlebe....emotional vernachlässigt werde....als Kind keine Liebe bekomm (die nun mal essentiell ist, um damit das "Naturgegebene" seinen erfolgreichen Lauf nehmen kann)
    ists dann nicht auch "normal" dass da Mankos entstehen....?
    Wer bitte mit so ner Vorgeschichte (um nur ein paar Beispiele zu nennen) trägt keine Kratzer davon, die ihn später behindern/verfolgen etc.
    Das ist für mich eine "normale" Folge auf Erlebtes, das nicht normal ist...
    Wenn mans mal so betrachtet wären wir dann nicht Alle ein normales (nur natürliches) Produkt aus unnormalen Rahmenbedingungen heraus entstehendend...?


    KA. Das ist meine Sicht.

  • Ich fand diese Einteilung schon immer absurd,
    für mich teile ich eher in stark selbstbezogene und empathische Menschen ein.


    Es gibt sehr viele psychisch beeinträchtigte Menschen, die nur um ihre eigenen Probleme kreisen,ebenso gibt es die unter den scheinbar gesunden.
    Viele Menschen, die seelisch stabil sind, nutzen ihre Energie, um andere zu unterstützen, mit Empathie und Zuverlässigkeit.
    Das sind für mich "gute Menschen".


    Ich weiß auch nicht, was ein "normaler" Mensch sein soll. Einer der sich tadellos in die Gesellschaft einfügt?
    Das können auch psychisch Kranke, die es nicht nach außen tragen.
    Gleichzeitig gibt es sehr glückliche gesunde Menschen, die sich jeder gesellschaftlichen Norm widersetzten.
    Also auch kein Kriterium.


    Wenn überhaupt, würde ich differenzieren zwischen psychisch beeinträchtigten Personen, die das erkannt und angenommen haben,
    die sich daraufhin reflektieren um mehr Verantwortung für sich und ihre Mitmenschen zu entwickeln,
    und solchen, die schwer gestört sind, es aber nicht wahrhaben wollen und ihre Zeitgenossen damit terrorisieren.


    Natürlich bekommt man von Menschen, die sehr behütet aufwuchsen (kenn ich echt nicht viele) auf außergewöhnliche Probleme oft ungläubige Reaktionen.
    Aber wenn man konkreter werden möchte bekommt man durchaus ehrliches Mitgefühl und Unterstützungsangebote .
    Manche spielen das auch runter ("Ah, ich fühl mich auch manchmal so leer"), aber wenn ich mich wirklich erkläre, passiert das eigentlich nie.


    Bei psychisch Kranken dagegen habe ich absurdestes Konkurrenzdenken erlebt, wer denn der Kränkere, der Hilfsbedürftigere, der interessantere Patient sei!


    Ich war viel in stationären Therapien, mit psychisch Kranken, Menschen mit ähnlichen oder ganz anderen Symptomen/Erfahrungen/Lebensituationen,
    und da habe ich noch viel schockierendere Reaktionen bekommen, weil einige nur in ihrem eigenen Weltschmerz suhlen (depressive Hausfrau einst zu mir: "Was willst Du denn hier, Du bist jung und siehst gut aus, geh raus und leb Dein Leben!")


    Danke @Jaffels, das lag mir auch schon länger auf dem Herzen.

  • Hallo
    nun die Frage was ist schon normal, ich denke es ist klar das hier die Differenzierung zwischen Neurotypischen und Seelisch Kranken gemeint ist. Auf der anderen Seite meinte mein ehemaliger Therapeut mal das man bei jedem "etwas" finden würde wenn man nur lang genug sucht. Dennoch finde ich es nicht völlig sinnlos im Sinne dieser Diskussion hier in Normale und Menschen mit seelischen Problemen zu unterscheiden, wie viele hier schon vor mir geschrieben haben gibt es auf beiden Seiten gute und schlechte Menschen, allerdings ist auch mir aufgefallen das häufig unterstellt wird Normale hätten generell weniger Mitgefühl oder Verständnis.


    Ich werde jetzt hier nicht näher darauf eingehen das es auch bei Neurotypischen durchaus Menschen gibt die über Empathie und Mitgefühl verfügen, worauf ich mit meinem Beitrag hinauswill ist die eigene Erwartungshaltung einer zwischenmenschlichen Beziehung.


    Freunde und auch Bekannte sind eben keine Therapeuten, sie müssen nicht unser Leid nachvollziehen können, sie müssen nicht immer für Alles Verständnis haben, sie sind nicht unser seelischer Mülleimer nur weil wir ja ach so schlimm leiden!
    Klar ist es auch schön mal jemanden zu haben der die Probleme die man hat besser versteht, aus diesem Grund schätze ich dieses Forum hier sehr.
    Aber auch die sogenannten Normalen Menschen haben ihre Probleme, jeder hat sein Päckchen zu tragen und bevor man ständig nach Mitgefühl schreit sollte man vielleicht einfach auch mal bedenken das man selbst die Probleme der Anderen auch nicht wirklich nach vollziehen kann, gerade psychisch Kranke Menschen neigen mMn. häufig dazu die normalen Probleme Anderer zu bagatellisieren. Nach dem Motto, ja aber im Vergleich zu meinen Problemen... so funktioniert das aber nicht! Auch normale Menschen haben ein Anrecht darauf das ihre Probleme ernst genommen werde, ne zwischenmenschliche Beziehung ist nun mal keine Einbahnstraße.
    Mal abgesehen davon, sry falls ich mich jetzt hier unbeliebt mache, aber seelische Probleme hin oder her wenn jemand wirklich in Dauerschleife nur "jammert" kann man einfach nicht erwarten das da Andere Bock drauf haben, da ist der Andere dann auch egal wie gut ers meint irgendwann einfach überfordert und hilflos und das schadet dann diesem Menschen, da ist es völlig legitim sich dann da zu distanzieren.
    Mal abgesehen davon versuch zumindest ich/wir uns nicht zu sehr über unsere Problem zu definieren, oberflächliche Kontakte in denen man einfach "normal" quatscht und man zwar nicht seine ganzen Probleme mit dem Anderen teilen kann, mögen vielleicht nicht die Erfüllung schlechthin sein, aber sie ermöglichen doch auch ein Stück weit Normalität. Ablenkung abseits der Krankheit, n Stück weit über den eigenen Tellerrand blicken und soziale Kontakte haben die einen auch mal n Stück aus der eigenen Komfortzone rausholen.
    Zu viel Mitgefühl zu erwarten, sich zu sehr zurückziehen und im Rest der Welt das zu "Schlechte" sehen, ist mMn eher ein Teufelskreis der einen nur tiefer ins Selbstmitleid treibt.
    Freunde sind keine Therapeuten, und manche Probleme sind einfach auch zu ernst als das man sie normalen Freunden zumuten sollte mMn.
    LG

  • Wow vielen Dank für eure Meinungen und Beiträge!! :) Cool auch, dass dieses Thema wohl in letzter Zeit mehrere in der ein oder anderen Form betroffen hat, ich war mir nämlich sehr unsicher ob ich diesen Thread erstelle oder nicht.


    Meine Antwort dazu werd ich morgen schreiben, ich war nämlich gerade noch mit meiner Familie im Schnee. Danke jedenfalls für die rege Beteiligung :)

  • Wir hatten das Thema auch erst.
    Haben dann rumgeraten, was normal ist bzw. als was normal gilt.


    Das Ergebnis sah so aus:
    Die Gesellschaft definiert normal als funktional, nicht auffällig.
    Daher gelten Menschen als normal, die sehr gut darin sind negative Dinge wegzuignorieren. Sei es negative Punkte im eigenen Charakter, Verhalten oder Dinge in der Umweit und die ihnen wiederfahren (sind).
    Leute, die schlecht darin sind negative Dinge wegzuignorieren kommen mit diesen nicht zurecht. Sie werden auffällig, nicht funktional. Das ist dann der Punkt, wo sie und Ärzte/Psychologen sich die negativen Dinge genauer ansehen und dem einen Namen geben, eine Diagnose.


    Es gibt also nur den Unterschied, Illusion und "Realität" bzw. gescheiterte Illusion.


    Der Punkt, warum sehr viele "andersnormale" einfühlsamer sind oder erscheinen ist, daß die meistens genauer hinschauen und auch das negative in ihrem Weltbild zulassen. Seien es die negativen Seiten des eigenen Charakters als auch die scheiße, die um sie herum passiert als Option gelten lassen statt "es gibt nicht was nicht sein darf".


    Das ist nach unserer Beobachtung und drüber nachdenken der Unterschied gewesen.


    Weil, wenn man bei einem "normalen" genau hinschaut, innen rein, dann ist der genauso kaputt mit genauso ner Scheiße wie die anderen auch. Die mögen das nur nicht. Die werden ranzig wenn man ihre hübsche Illusion kaputt macht und sie mit der Realität konfrontiert. Fakten interessieren da nicht.
    Denn würden sie das so gelten lassen, würde ihr Weltbild wanken oder sehr erschüttert werden. Damit kämen sie nicht zurecht.


    Im Grunde sind manchmal die "kaputteren" die stärkeren, da sie meistens den Mut und die Stärke haben genau hinzuschauen und mit den Fakten zu arbeiten statt in einer Illusion zu leben, mögen sie noch so unangenehm sein.


    Also klar, man kann das nicht pauschal verallgemeinern. Die Charaktere bleiben ja, egal wie das o.g. aussieht. Und wenn man die Scheiße sieht wie sie ist, naja, dann ist bei dem einen immer er selbst Schuld und bei dem anderen immer der andere. ;-)


    Das eine ist halt die Ursache, dann die Folge und dann, was man draus macht.

  • Oh, hab noch n Beispiel dazu:


    Wir waren mal mehrere Kinder, so 8-10 Jahre. Da ist n Mann hergekommen und hat nach der Polizei gefragt.
    Ich hab ihm gesagt wo (direkt ums Eck) und er ist weitergelaufen.
    Die anderen meinte, der wäre schon etwas komisch gewesen, der Mann, und ich meinte, 'klar! Der hatte ja auch die Hände voll Blut, das T-Shirt und bis zu den Oberarmen hoch, echt alles voll Blut' (ich bin mir sicher daß es Blut war, weis wie das aussieht).
    Keiner der anderen hatte das Blut gesehen!!!
    Die haben sich zwar gegruselt aber nicht hingeschaut. O.O
    Ich hab das Blut gesehen, er war echt durch n Wind. Aber ich wusste, daß für uns von ihm keine Gefahr ausgeht.



    ..... natürlich gibt es auch im psychisch kranken Bereich Leute, die etwas zu viel ignorieren oder etwas wahrnehmen was nicht ist oder eine Wahrnehmung falsch interpretieren.
    Meistens ist das aber ne Folge von der extremen Diskrepanz zwischen der (vom Umfeld eingeredeten) Illusion und der eigenen Wahrnehmung. Da muß man irre werden.

  • Daher gelten Menschen als normal, die sehr gut darin sind negative Dinge wegzuignorieren. Sei es negative Punkte im eigenen Charakter, Verhalten oder Dinge in der Umweit und die ihnen wiederfahren (sind).
    Leute, die schlecht darin sind negative Dinge wegzuignorieren kommen mit diesen nicht zurecht. Sie werden auffällig, nicht funktional. Das ist dann der Punkt, wo sie und Ärzte/Psychologen sich die negativen Dinge genauer ansehen und dem einen Namen geben, eine Diagnose.


    Es gibt also nur den Unterschied, Illusion und "Realität" bzw. gescheiterte Illusion.


    Der Punkt, warum sehr viele "andersnormale" einfühlsamer sind oder erscheinen ist, daß die meistens genauer hinschauen und auch das negative in ihrem Weltbild zulassen. Seien es die negativen Seiten des eigenen Charakters als auch die scheiße, die um sie herum passiert als Option gelten lassen statt "es gibt nicht was nicht sein darf".


    Im Grunde sind manchmal die "kaputteren" die stärkeren, da sie meistens den Mut und die Stärke haben genau hinzuschauen und mit den Fakten zu arbeiten statt in einer Illusion zu leben, mögen sie noch so unangenehm sein.

    Also ich halte die These das alle Menschen ohne Macke SRY einfach nur Alles Schlechte in der Welt ignorieren, ihre Augen davor verschließen und in irgendner Traumparallelwelt leben, mehr als gewagt. MMn. liegt der Unterschied da eher darin das Menschen die eine normale Entwicklung durchlaufen durften, genug Sicherheit und Liebe erfahren haben um gewisse Dinge mit einer gewissen emotionalen Distanz zu betrachten.
    Wir unterhalten uns regelmäßig auf der Arbeit mit meinen "normalen" Kollegen auch über ernstere Themen, Politik, Rassismus, und halt das aktuelle Weltgeschehen, diese Menschen haben sowohl eine differenzierte Wahrnehmung, als auch Moralisch Ethische Ansichten.



    Sicher kann ich nicht mit Gewissheit sagen das meine Arbeitskollegen alle normal sind, aber allen neurotypischen Scheinheiligkeit und Realitätsferne zu unterstellen halte ich schlicht für völlig absurd.

  • So jetzt gehts doch kurz... ich brauche keine Definition von „normal“, weil ich keinen Unterschied zwischen normal und nicht normal mache.


    Es gibt Leute mit Diagnosen, Leute ohne Diagnosen, Leute die Diagnosen haben aber man nicht weiß warum und Leute die vermutlich Diagnosen hätten, wären sie zu einem anderen Arzt gegangen. ^^


    Das ist für mich aber schlichtweg irrelevant. Behandelt mich mein Gegenüber respektvoll, mag ich mein Gegenüber, ist mir total egal ob die Person arbeitet, arbeitslos, berentet oder was auch immer ist. Ob er/sie gesellschaftlich funktioniert ist mir ebenfalls egal, solange die Person in Beziehung mit mir bzw im gemeinsamen Umgang passt. Solange man eben charakterlich und in weltanschaulichen Dingen kompatibel ist.


    Wie windspiel schon schrieb (oder ein Anteil), müssen meine Freunde nicht alles verstehen, sie müssen meine Unzulänglichkeiten nicht nachvollziehen oder behandeln können, sie sind nämlich nicht meine Therapeuten. Sie müssen für mich da sein, genau so wie auch ich für sie da bin. Das kann manchmal in einem Ungleichgewicht sein, aber auf lange Sicht sollte es sich die Waage halten (in welcher Form auch immer).


    Die schlimmsten Dinge wurden mir von Leuten angetan, die psychische Erkrankungen hatten - da war nix mit einfühlsam. Nicht mal annähernd. Aber ich käme nicht auf die Idee, deshalb zu sagen, dass das bei allen passieren wird, die psychisch erkrankt sind. Deshalb kann vermutlich jeder Mensch die beste Version von sich selbst sein, die er eben sein kann - psychisch krank, nicht krank, mit kognitivem Handicap, ohne Handicap, gesellschaftlich anerkannt oder nicht.


    Ich habe was gegen Pauschalisierung, bin aber sehr offen für individuelle Charaktere. Meine besten Freunde sind alle auf ihre Art und Weise „nicht normal“ oder das, was man gesellschaftlich angepasst nennen würde. Und das ist in Ordnung so - deshalb kann ich meine Eingangsfragw für mich mit einem klaren Nein beantworten.


    Jeder kann ein guter oder schlechter Mensch sein, ganz egal welche Attribute, Erkrankungen etc. ihm von Anderen zugeschrieben wurden. Ganz egal ob er von Anderen normal oder nicht normal genannt wird.

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!