• Hallo an alle die es lesen und auch an alle die es nicht zuende lesen :),


    ich bin jemand der eigentlich relativ gerne kocht und sich freud, wenn es den anderen schmeckt. Mit meinem erstgeborenen Sohn hatte ich bisher nie
    Probleme beim Essen. Seit der kleine da ist, allerdings schon. Mir ist aufgefallen, dass ich kaum noch lust habe auf Kochen und auch das Essen selbst
    macht mir keinen Spaß mehr.


    Auf diesem Wege suche ich jemanden dem es ähnlich geht und möchte auch einfach niederschreiben was bei mir so los ist.


    Ich koche hauptsächlich für mich und meine Kinder mal Nudeln oder mal Reis und manchmal auch einfach nur Pfannkuchen etc. Am Essen liegt es nicht, da
    wir wirklich abwechslungsreich kochen. Beim Essen habe ich dann mittags beide Kinder beim Essen bzw. füttern und bin so ziemlich genervt wenn der große nicht alleine essen will. Leider bin ich jemand der eigentlich gesellig ist und streiten gar nicht mag. Wenn ich mich selbst beim essen dann so schimpfen höre mag ich mich selbst kaum leiden. Manchmal erwische ich mich dann kurz vorm weinen. Ich wünsche mir ein ruhiges Mittagessen und dass der "große" wieder spaß am essen hat. Dies ist momentan gar nicht der Fall. Er sagt auch "keine lust zu essen" etc. Was ist sehr schade finde, weil ich mir sehr viel Mühe mit Kochen gebe.


    Alter 2,5 und 12 Monate


    Zwingen finde ich blöd aber hungrig ins Bett gehen lassen auch. Mein Partner kann es nicht verstehen, er sagt ich soll mich entspannen.
    Kann ich aber nicht, weil ich gedanklich noch beim Mittagessen bzw. Abendessen bin.


    Heute Abend werde ich wohl für ihn etwas kochen was er alleine essen kann also alleine ohne Besteck. Vielleicht bekommt er dann wieder lust zu essen.
    Ich werde die kommende Woche vielleicht probieren, wenn ich mittags mit ihnen alleine bin jeden getrennt zu füttern. Ist zwar kein gemeinschaftsgefühl aber
    so bekommt der große mehr aufmerksamkeit.


    Kann mir jemand kurz vielleicht mut machen und mir sagen, dass ich das alles nicht so ganz ernst sehen soll?

  • Hey du,
    oh je, es ist kein Wunder, dass du keine Lust mehr auf Kochen und Essen.
    Einfach, weil es stressig ist.
    Und das ist auch total normal.
    Es ist definitiv ein Unterschied ob du ein oder zwei Kinder am Tisch sitzen hast.
    Gerade dann, wenn beide noch Unterstützung brauchen.
    Ich kenne es auch, dass das ältere Kind sich an dem jüngeren orientiert und sich zurückentwickelt.
    Tatsächlich würde ich mir für dich wünschen, dass du Druck aus der Situation nimmst.
    Ratschläge möchte ich nicht geben, denn auch Kinder sind kleine Persönlichkeiten!
    Und du kennst deine beiden einfach am besten und weisst was die Zwerge brauchen.
    Und was sich für dich am besten anfühlt.
    Klar, vom älteren Kind erwartet man mehr "Selbständigkeit". Aber "gross zu sein" ist schon schwierig, wenn ein jüngeres Geschwisterkind viel mehr Zeit bekommt, weil es eben noch weniger kann.
    Ich hab es da so gemacht, dass ich dem älteren erklärt habe, dass er ja schon viel alleine kann und ihm.für seine Mühe auch ein Privileg für "Grosse " eingeräumt, das der Kleine nicht hatte. Nach dem Motto: beim Grösserwerden muss man auch ein Stück weit alleine machen, aber dafür darf man auch immer mehr, nämlich Dinge für Grosse.


    Mach dir nicht so viele Gedanken!
    Mütter müssen nicht perfekt sein!
    Obwohl ich dich da guuuut verstehe :s02: ....


    Pass mal auf, bald denkst du mit einem Lächeln an diese Zeit zurück :s02: .


    Liebe Grüsse

  • ok, weiß nicht ob ich da hilfreich bin...
    meine Kinder sind bei Tisch....laut, manchmal sehr laut, lustig, unappetitlich, sie rümpfen die Nase, sie beleidigen meine Kochkünste, sie schmatzen, sie kleckern, kichern, summen...


    vermutlich, weil ich inkonsequent und nachlässig bin, aber: es ist meist die schönste Zeit am Tag, die wir zusammen haben. Echt. Herzlich.
    Sie probieren alles, müssen aber nicht aufessen. Auch nicht sitzenbleiben, wenn sie fertig sind.


    Meine größte Sorge war immer, dass sie unangenehm anecken, wenn sie woanders essen, nicht weil ich mich schäme, sondern ihretwillen, aber, oh Wunder: auswärts essen sie gesellschaftlich einwandfrei :tränenlachen:


    Bei so kleinen Kindern könnten vielleicht Rituale helfen: Händereichen mit Essensspruch, alles probieren, aber eben nicht aufessen müssen, Knabberrohkost für die Finger....
    Und für Dich: alleine für paar Minuten im stillen Durchatmen, bevor Ihr Euch zusammen an den Tisch setzt.

  • Danke, dass hat mir beides schon ein bisschen geholfen. Alleine
    dass ihr mich versteht tut gut zu hören.


    Das mit dem verschnaufen nach dem Kochen klingt ganz gut.
    Einfach mal bis 5 zählen :D. Klingt besheuert aber villeicht bringt es was.


    Gestern Abend habe ich nur für den großen pommes gemacht und
    er hat es leer gegessen und mit Papa gemeinsam ein bissschen
    geteilt.


    Das wird zwar nicht täglich sein, aber er hat sich sehr gefreut.
    Bleibe jetzt erstmal (wenn möglich) bei Essen dass er selbst
    ohne löffel oder gabel essen kann. Oder eben ihn mal probieren selbst am Tisch aussuchen zu lassn.
    keine fertige Portion mehr am Tisch.

  • Hallo @Nicht mehr allein
    der 2,5 Jährige ist bestimmt Eifersüchtig auf den Kleineren. Meine Kids sind drei Jahre auseinander und ich hatte das Problem beim Klamotten anziehen. Die Grosse war bis zur Entbindung des Kleinen recht selbstständig. Danach ging es rapide rückwärts. Es war ein halbes Jahr anstrengend und dann hatte sie sich mit dem neuen Familienmitglied arangiert.
    Die Omas haben versucht ihr zu erklären das ein Baby erstmal mehr Hilfe braucht als ein dreijähriges Mädchen und auf die Omas hören sie ja manchmal eher als auf die Eltern.
    Essen war schon immer problematisch
    Die ersten fünf ahre haben wir haufenweise Fruchtzwerge zu Hause gehabt.
    Vielleicht sollte man ihm sagen das er der große Bruder ist und die können ja mehr als die Kleinen.
    Ist schon nicht so einfach aber es wird definitiv besser. Wichtig beide Kinder gleich behandeln und in den Arm nehmen.

  • Hallo,


    das ganze hat sich von heute auf morgen erledigt, indem ich einfach ihn zu nichts mehr zwinge. Ich decke den Tisch
    und er setzt sich dazu. Ich helfe ihm beim Essen und Fingerfood soll er aber alleine essen.
    Die Portionen sind dann zwar nicht leer aber es gibt keinen Streit mehr. Naschen ist dann aber weiterhin
    nicht erlaubt wenn er beim Essen nicht viel gegessen hat.


    Mir ist aufgefallen dass er wohl tatsächlich ein bisschen eifersüchtig ist und deswegen
    gern den Brei vom kleinen Bruder lieber hat als das Essen für ihn. War mir dann auch egal
    haben sich die beiden eben den Tomaten Gemüse brei geteilt.


    Wenn es schmeckt ist mir das recht ;).

  • Ich hab als ich damals vom Kindergarten zurück kam auch immer die übrig gebliebenen Breireste von meiner kleinen Schwester gegessen, die wurden dann auch extra für mich warm gehalten. (Erinnert mich grade daran ^^)


    Freut mich zu hören dass hier eine Lösung gefunden werden konnte. Aber das mit der Eifersucht aufs kleinere Geschwisterkind das wird sich wohl auch in anderen Lebensbereichen noch öfter zeigen, weil das ist einfach immer so, wüsste nicht dass da schon mal jemand ne Lösung für gefunden hätte. Außer eben, wie hier auch schon gesagt wurde dem größeren dann auch einige Sonderrechte einräumen und immer wieder drauf hinweisen "das darfst nur du, weil du schon groß bist!" :Bat3:
    Und natürlich super genau drauf achten die Zuwendung und Aufmerksamkeit gerecht zu verteilen, aber das ist im Alltag eben sau schwer weil die kleineren Kinder halt von Natur aus mehr davon zwingend benötigen.


    Im optimalen Fall schafft man es vielleicht dass die größeren sich mit um kleineren kümmern und sich dadurch auch besonders wichtig und gebraucht fühlen können. (Geht natürlich auch erst ab einem bestimmten Alter.)


    Viel Erfolg weiterhin!


    Rebellion allein macht noch keinen Menschen. Sie ist nur ein erster Schritt auf einem langen, schwierigen und nie endenden Weg
    zur Überwindung der Furcht vor der Freiheit, ein eigenes Selbst und ein menschliches Herz zu haben.

  • Danke ich hätte nicht mit so viel positiven Rückmeldungen gerechnet. Einige Beiträge von euch fühlen sich richtig gut an.



    Ich bin froh dass ich diese Frage hier erstellt habe. Seit ich das hier gepostet habe sehe ich es viel gelassener.


    Er bekommt beim Essen wieder ein bisschen Hilfe aber eben nur wenn er Müde ist.


    Ganz alleine Essen geht noch nicht aber immerhin keine Streitereien mehr.


    Hat sich auch dadurch ein bisschen entspannt, dass ich aufgehört habe aufwendige Menüs zu kochen :D.


    Ich koche nun ein bisschen einfacher und abends kocht dann Papa (ab und an). Das erleichter mit die Denkerei am Abend.


    Dafür, dass der "große" mehr alleine isst. Bekommt er jetzt mehr schmußen und bussi beim Essen.


    Er fordert das auch ein also glaube ich, mache ich doch nicht so viel falsch.

  • Klingt so als hättest du das sehr gut gemeistert. Essen wird in den verschiedenen Phasen immer wieder mal Thema sein. Dann vielleicht nicht mehr das selbständige Essen, sondern was man wie gemacht hat. :halloweengrin: Meine Kids essen eigentlich echt alles, aber...


    Man kann trotzdem so unendlich viel falsch machen: Brote falsch schneiden, falsche Nudeln verwenden, zu viel grünes Zeug, zu wenig grünes Zeug, Kind mag keine Erbsen obwohl es Erbsen eigentlich sehr mag... nur eben heute nicht weil vermutlich der Mond voller ist als sonst, die Soße ist etwas dünkler als sonst, Kind findet es traurig dass es Reis essen muss obwohl es Kartoffeln viel besser findet, Kind mag heute Reis aber du hast Kartoffeln gekocht...


    Das ist manchmal eine echte Herausforderung :halloweenlaugh: aber ich glaube um so entspannter man das selber sieht, um so entspannter wird die ganze Situation dann wieder. Hab letztens, nachdem die Große echt alles an meinen Kochkünsten bemängelt hat, völlig irritiert gefragt, was das jetzt heißt und ob sie das jetzt isst oder nicht.


    Ihre Antwort war „ja was soll ich denn sonst essen“ :halloweenlaugh: Ich muss dann immer lachen wenn sie einfach so unerwartete Dinge sagt und das entspannt einfach wieder.


    Bei uns ist es zb so, dass wenn sie was nicht isst, sie sich einfach ein Brot machen kann und zwar selbständig. Dafür sind deine natürlich noch zu klein aber es nimmt hier den Druck raus dann hundert Sachen zu kochen oder die Essenssituation in Stress ausarten zu lassen und es befähigt sie selbst zu entscheiden was sie essen möchte oder auch ob sie essen möchte.


    Bei der Kleineren gibt es oft Zwischenmahlzeiten... nen Apfel, oder Bananen oder mal eine Gurke, dann hat sie zwar bei den Hauptmahlzeiten nicht so einen riesen Hunger, aber es ist dann auch nicht dramatisch wenn sie kaum was isst weil sie die Nährstoffe hat, die ihr Körper braucht.


    Das Thema wird dich jetzt wohl leider ne Weile begleiten