Kulturelle Aneignung, versteckter Rassismus, Multikulti …..

  • Vielleicht hat jemand von euch Lust sich zu äußern.....


    Ich wurde gestern durch einen Post - meines Mittagessen – mein Soul Food – gebeten, da ich ja eine deutsche weisse Frau bin, das doch bittschön in Zukunft als Komfort Food zu betiteln, weil das von mir versteckter Rassismus sei. Dazu wurde mir ein Link präsentiert, von Galileo, der mich aufklärte. Verstört wie ich in dem Moment war, habe ich den Post gelöscht. Ich hätte es stehen lassen sollen, zur Diskussion.


    Es regt mich langsam sowas von auf, das so viel ständig als kulturelle Aneignung – Dreads, Essen, Rap, usw Rassismus oder versteckter Rassismus rausgehauen wird. Was sind das für Menschen, die anscheinend nur damit beschäftigt sind, solch "Verfehlungen" anzuprangern.

    Ich liebe die Vielfalt der Menschen, sie schenkt mir zB so viele Möglichkeiten, so viele andere Sichtweisen, Genüsse, Musik, Kleidung, Religionen, Lebensformen der Gemeinsamkeit und vieles vieles mehr. Im Grunde müsste ich also ständig obacht geben, was ich davon darf und was nicht. Oder ich darf mich im Kämmerlein darüber freuen, dass ich das genießen darf. Das empfinde ich als Irrsinn.

    Mir ist auch klar, durch viele Dokus, Bücher, unterschiedliche Medien, das der Rassismus auf der ganzen Welt furchtbar gewütet hat und immer noch wüted.

    Doch was ist das gerade? Muss alles aufgearbeitet werden? Es wird ja seit geraumer Zeit sogar Literatur aus dem Verkehr gezogen.

    Wie seht ihr das? Wurdet ihr auch schon mit o.g. Konfrontiert? Geht euch das teilweise zu weit oder findet ihr das richtig?


    Geht bitte freundlich miteinander um

    Spiegelungen einer anderen Zeit, sind in meine Gedanken gemalt, in mein Herz geschrieben und für immer in meiner Seele
    Michael Traveler aus Reflections


    IN UNS ist ein heiliger Raum, über den die Welt nicht verfügen kann.

    Anselm Grün

  • Ich finde kulturelle Aneignung und ihre aktuellen Auswüchse absolut be...scheiden. Ähnlich das Thema gendern.


    Es werden so viele Ressourcen reingesteckt... als hätten wir keine anderen Probleme hier in Deutschland. Aber genau DAS ist wohl das Problem. Beschäftigt die Leute mal mit so etwas trivialem wie "darf ich noch Negerkuss sagen oder nicht". Ich rede hier nicht von Rassismus o.ä. Das Ganze lenkt das Volk von den grotesken Entscheidungen unserer Regierung ab zu wichtigen Themen wie Corona, Gas, Ukraine, Strom, Wirtschaft die den Bach runter geht, ...


    Deutschland macht sich inzwischen weltweit zum Gespött!


    Ich habe bislang noch keinen getroffen - insbesondere Betroffene - welche das Thema verstehen und nachvollziehen können.

  • Ich finde es auch übertrieben, oder sagen wir besser es wird meiner Meinung nach falsch angewendet. Rassismus ist und bleibt schlimm, die Frage stellt sich für mich gar nicht. Aber wenn man jetzt anfängt, Literatur aus dem Verkehr zu ziehen, Straßen um zu benennen, alte Filme zu ändern und was sonst noch, dann hat das eher etwas von Zwang und Zwang ist bekanntlich nie gut. Sowas wirkt auf mich immer so, als ginge es hier nicht um ein Zeichen gegen Rassismus, wäre dem nämlich so, würde man einfach neue Dinge entstehen lassen, die die Vielfalt besser abbilden und nicht irgendwelche Worte abändern, weil irgendwem plötzlich eingefallen ist, hey Moment mal, dass ist jetzt irgendwie rassistisch. Apropos was ist an soul food jetzt eigentlich rassistisch? Und warum ist es kulturelle Aneignung etwas aus einer anderen Kultur mitzunehmen? Trägt doch dazu bei das die Kultur bereichert wird, sowas anzuprangern ist für mich ziemlich engstirnig. Ich trage zwar keine Rasterzöpfe zum Beispiel, weil ich es schlicht nicht mag, egal wer sie trägt. Aber wer es mag soll es tun, verstehe da das Problem nicht, so darauf zu bestehen, dass es nur zu einer Kultur gehört, führt doch auf Dauer zur Isolation und Trennung zwischen den Menschen und ihren Kulturen und gerade das soll doch abgebaut werden oder irre ich mich da?

    Jedenfalls denke ich, dass man da ansetzen sollte, wo das echte Problem liegt und nicht bei Rasterzöpfen, Essen, Literatur, Film oder Musik.

    Im Dunkel strahlen die Träume nur um so heller.

  • Ich würde sagen... der ganze neuere Wirbel um Rassismus, Kolonialismus, kulturelle Aneignung ect. ist auf seine Weise eine Art, um strukturellen Rassismus durch die Hintertür wieder fest in der Gesellschaft zu verankern.

    Denn - woran besteht nun der Unterschied, wenn andere einen stetig bei einem bestimmten Schimpfwort auf der Straße rufen und einem "besondere Plätze" zuweisen, oder wenn man selbst dafür sorgt, weil man betont "ich habe die und die Hautfarbe, verdiene auf Grund dessen die und die (bevorzugte) Behandlung"? Das Ergebnis ist dasselbe.


    Und gerade wegen dem vielen Gekreische durcheinander, dem sogenannten "race to the bottom" (wer ist am wenigsten privilegiert), hat es eher mehr davon, dass bestimmte Leute auf der Suche nach Gründen sind, um sagen zu können "ich bin zu soundsoviel Prozent Opfer", womit sie dann menschlich schlechtes Verhalten und die Forderung nach einer für sie bevorzugten Behandlung rechtfertigen können.


    Sachlich näher dazu eingestiegen, finde ich, es herrscht inzischen auch viel ein Deutungsmonopol, welches seinen Ursprung in Übersee hat. Sprich: Man schaut auf diese Themen inzwischen ausschließlich wie US-Amerikaner dies vor dem Hintergrund ihrer Gesellschaftsstruktur tun würden.

    Wer geschichtlich aber etwas belesener ist, weiß, Rassismus, Sklaverei und Kolonialismus sind weitaus älter als nur Amerikas Anteil daran (und nach wie vor nicht völlig abgeschafft auf dem gesamten Planeten).

    Und es geht dabei auch über die Entgegensetzung Schwarz. vs. Weiß hinaus.


    Siehe man sich z. B. die Geschichte von Ost-Asien (China und Japan) an, die schon wesentlich weiter als die europäische, geschweigedenn die amerikanische zurückreicht.

    Auch dort kannte man schon tausende Jahre vor Christi Geburt das hierarchische Schema "ein Menschenleben zu besitzen und über es nach Gutdünken zu bestimmen (einschließlich sein Kauf und Verkauf)".

    Um beim beispiel China und Japan zu bleiben: Beide pflegen eine äußerst lang zurückreichende gegenseitige Feindschaft miteinander. Schaue man sich mal an, was sich da an Beschimpfungen, Beleidigungen, Vorurteilen und rassistischen Ressentiments schon lange vor der amerikanischen Sklaverei um die Ohren geschlagen wurde...

    Oder, wenn man sich mit schon etwas krankerer Scheiße beschäftigen will - es reicht aus, sich dazu ein bisschen einzulesen wie Japan im 2. Weltkrieg seine umliegenden Völker behandelt hat. - Auch alles aus rassistischen bzw. rassenhygienischen Gründen und alten Feinschaften. Und es wurde auch nichts durch den Umstand verändert, dass sie in Ost-Asien alle Schlitzaugen haben (wenn ich das so direkt ausdrücken darf).


    Der Fokus auf die Sklaverei auf dem amerikanischen Kontinent und wie sie dort lief lässt auch den Fakt verschwinden, dass es in Europa einst für sehr lange Zeit die Leibeigenschaft gab. - Was, im Grunde, gar nicht mal so verschieden davon ist (und von den Siedlern nach Nordamerika "nur" mit übernommen wurde, um große Ländereien zu bewirtschaften).

    Ein Leibeigener gehörte auch nicht sich selbst, sondern seinem Herren und musste nach dessen Gutdünken sein Land bewirtschaften, im Austausch für diese Arbeitsleistung bekam der Leibeigene so viel vom Geernteten ab, dass er selbst und seine Familie überleben konnte (wobei das Wohl des Lehnsherren stets vorging - bei schlechten Ernten bekam trotzdem primär das wenige Geerntete von den Feldern ab).

    Gehen konnte der Leibeigene auch nicht einfach so nach seinem freien Willen, weil er z. B. plötzlich beschlossen hätte, er wollte sich eine andere Arbeit suchen oder in die Stadt ziehen. - Ähnlich wie die begreiten Sklaven in Nordamerika mit der offiziellen Abschaffung dieser, so waren auch die Leibeigenen mit den ersten Abschaffungung der Scholle in Europa nicht über Nacht reich oder gleichberechtigt, sondern waren arme Schlucker, die eine neue Ernährungsgrundlage brauchten (und auf Grund dessen oftmals zu ihrem vorherigen Lehnsherren zurückgingen, um die gleiche Arbeit wie vorher zu vollrichten).


    - In der Gegenswart angesetzt, was sind z. B. die ganzen Ausländer, die auf den Baustellen von Katar und den anderen Golfstaaten schuften und denen ihre Pässe abgenommen wurden, sobald sie auf ihren Arbeitsstellen ankamen? Sind das etwa "freie, selbstbestimmte Erdenbürger"? Wohl kaum... Sie liegen genauso an der Kette eines Lehnsherren, der über sie verfügt. Und da beuten keine weißen europäischen Pellkartoffeln die Nepalesen und anderen Menschen aus Mittelasien aus.


    Und, eine Sache, die ich irgendwo schon nebenbei mitbekommen habe - die Sklaverei wird im Punkt Afrikas selbst auch ein wenig verklärt.

    Am Beispiel der afrikanischen Königin Nzinga (so hieß sie, nachgeschlagen), die im 17. Jahrhundert lebte, lässt sich feststellen, dass auch afrikanische Regenten bereitwillig Menschen aus ihrem eigenen "Amtsbereich" an die europäischen Kolonialmächte verkauften (anzunehmen ist, dass es dabei auch oftmals örtliche Völkerstämme getroffen hat, die politische und/oder ethnische Gegner/Konkurrenz gewesen waren).

    Es ist also nicht die ganze Wahrheit, wenn man sagt "die Europäer haben in Afrika die Menschen weggefangen, wo sie sie nur finden konnten, und haben sie anschließend verschleppt".

    Auch die damaligen afrikanischen Herrscher erkannten damals das größte Potenzial ihres Herrschaftsgebietes - welches in Afrika in seiner Masse an "manual labor" (auch noch heute) liegt.

    Und sie waren auch nicht weniger machthungrig und wussten, dass man damit die Staatskasse gut füllen konnte, um seinen Herrschaftsbereich weiter ausdehnen zu können.


    ...Die Sache ist also nicht nur allein so strikt schwarz und weiß wie es diese Denkweise aus Übersee glauben machen will.


    Sachlich beurteilt, ist sie sogar eine sehr engstirnige und nimmt sich nur den für ihre Agitation relevanten Zeitabschnitt aus der Historie heraus, um diese damit zu rechtfertigen und die ökonomischen sowie gesellschaftlichen Forderungen, die sie daraus ableitet. (Und hier erinnere man sich an das, was ich am Anfang erwähnte - die Opferposition. Opfer sein, damit man passiv-aggressiv von der Gesellschaft fordern darf, ohne sich selbst in der Gesellschaft einbringen zu müssen. - Ein gemachtes Nest umsonst bekommen wollen.)


    Kurzum also: Engstirnig hoch drei, verkennt wie menschliche Gesellschaften funktionieren (Menschen haben schon immer Dinge aus anderen Kulturen kopiert oder übernommen und es fanden Vermischungen statt; das kann man sogar gar nicht mal verhindern) und, ähnlich wie bei der Forderungen der Braunen "alles Ausländische weg", wenn alles, was aus dem Ausland stammt, heraustreten müsste, dann würde nicht einmal das Essen im Kühlschrank mehr da bleiben. Weil es ebenso zum Teil aus dem Ausland kommt. (Der Kühlschrank selbst würde auch Beine bekommen.)


    Wenn alles heraustreten müsste, was objektiv laut den Kriterien der kulturellen Reinhalter von heute "angeeignet" wäre, es würde so gut wie nichts in ihrem Haushalt mehr stehen bleiben. Nicht einmal der Haushalt selbst, denn Wohnhäuser mit mehreren Mietpartien wurden auch in der 1sten Welt erfunden, wo und als man der Bevölkerungsexplosion Herr werden musste.

    "Traditionell" müsste man sonst auch in so etwas wie einer Lehmhütte mit Strohdach leben. Ohne feste Toilette, fließend Wasser, Strom, Heizung (die man nur aufdrehen muss), gar nicht zu schweigen von "Internet" und "Eintertainment", die per Bildschirm bequem ihren Weg in die eigene Hütte findet.

  • Komfort Food, Soul Food - das überfordert mich intelektuell....



    Guter Beitrag, "Tankist".



    Bei allen Dingen im Dasein muß man es in beide Richtungen anwenden. Was für den einen gilt, muß auch für den anderen gelten.


    Man kann das Thema "kulturelle Aneignung" ganz leicht aushebeln und ich wünschte, jeder würde sich diese Argumentation zu eigen machen:


    Wenn es nicht legitim ist, wenn Europäer "Dreadlocks" tragen finde ich es auch nicht legitim, wenn Afrikaner Weihnachten feiern, oder Schuhe tragen und und und. Die selbst eignen sich doch auch ständig die Kultur anderer an, sollen sie doch auf ihr "eigenes" begrenzt werden...

  • Ich finde, die ganze unsinnige Debatte um kulturelle Aneignung, fördert den Rassismus mehr, als dass sie irgendwas Gutes bewirkt. Die betroffenen Kulturen stört es bezeichnenderweise häufig am wenigsten.

    When you can't find the words to say,
    it's hard to make it through another day.
    And it makes me want to cry,
    and throw my hands up to the sky.
    -Adrian Smith-

  • Nicht alles aus den USA sollte man unreflektiert nachmachen. In den USA ist die Debatte um kulturelle Aneignung, Rassismus und ausbeutung richtig und wichtig aber hier in Europa, in Deutschland sollte man es etwas lockerer sehen. Die USA waren sehr rassistisch und sich nun nicht mehr ganz so rassistisch wie noch vor einigen jahrzehnten aber immernoch rassistisch (in den USA ist es noch immer wichtig welcher Rasse man angehört). In den USA bestimmt das Einkommen und die damit zusammenhängende Wohngegend die Chancen auf Wohlstand, gute schulische Ausbildung und ärztliche Versorgung, weil deren Finanzierung auch an das Einkommen der lokalen Bewohner gekoppelt. Und wenn kein Geld da ist, siedeln sich nur Unternehmen die vorwiegend im niedriglohnsektor tätig sind dort an, der Rest sucht sich die Gegenden die gewinn versprechen. Die so abgehängten leben vor sich hin und gestalten sich ihre eigene Kultur, zu der, die bereits vorhanden war und machen das beste daraus (weil sie sonst nichts anderes haben). Kulturelle Aneignung ist es dann wenn aus der privilegierten Gruppe jemand sich die Kultur der unterprivilegierten Gruppe nimmt und damit Geld verdient bzw. damit einen positiven Mehrwert (bspw. Aufmerksamkeit) für sich generiert.

    Absurd finde ich die Debatte um kulturelle Aneignung und Privilegien dann, wenn angehörige einer unterprivilegierten Gruppe, die selber aber überprivilegiert sind, Leuten ein schlechtes Gewissen einreden wollen, weil diese zur privilegierten Gruppe gehören. Und dabei werden dann die Benachteiligungen unterprivilegierten in der privilegierten Gruppe bewusst verschwiegen bzw, deren Benachteiligungen relativiert, um das Narrativ einer großen privilegierten Gruppe die bewusst oder unbewusst Minderheiten unterdückt, schlechterstellt und ausbeutet aufrechterhalten.

  • Ich danke Euch allen bisher für Eure Antworten.


    Was mich an der kulturellen Aneignung oft verwundert, ist, das es meistens Menschen sind, die sich damit unwohl fühlen, die überhaupt nicht aus dem angebliche angeeignetem Kulturkreis sind. Wieso fühlen sich manch Menschen so, obwohl sie nicht aus der Kultur sind? Darüber konnte ich leider noch nichts lesen oder fühlen sie sich als Sittenwächter? Die gibt es leider in manch Ländern.

    Für mich - hab ich ja oben schon ein wenig geschrieben - ist es toll, so viel wie möglich auszuprobieren, reinzuschmecken, zu fühlen was dabei aufkommt in mir. Manchmal versuche ich mir die Zeit zu nehmen, nach dem Ursprung zu schauen, rein Interesse halber, da man ja auch mal mit Symbolen zB richtig übel anecken kann.

    Ich glaube schon, dass es auch in Europa viel Rassismus gibt, wenn man sich so in den Ländern umschaut und es mal mitbekommt. Und mittlerweile - das ist jetzt allerdings rein mein Gefühl - wird dieses Wort zu schnell in den Raum geworfen, um sich einen Vorteil zu verschaffen oder den Gegenüber zum schweigen zu bringen. Auf einer Behörde habe ich es schon selbst mitbekommen, das allein dieses Wort gegenüber einem Sachbearbeiter, der die Tür schon schloss, die Tür erneut geöffnet hat.


    Dieses Verhalten macht mich allerdings wütend. Denn wenn ich schon nichts mehr sagen darf, ohne dass ich aufpassen muss, als Rassistin angeprangert zu werden, dann ist definitiv etwas ganz falsch am laufen. Die Vergangenheit Deutschlands bietet da ja viele Angriffspunkte

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    Michael Traveler aus Reflections


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    Anselm Grün

  • LostmySoul

    Psychologisch, hat es etwas von Besserwisserei, von einem doch eher oberflächlichen Verständnis von der Kultur, für die sich vorgeblich eingesetzt wird, und von "ich muss mich jetzt mal hervortun, weil ich sonst nichts zu sagen habe".

    Denn die selbsternannten "Sittenwächter" (oder: Kulturwächter) haben, stellt man fest, allzu häufig kein tiefergehendes Verständnis von dem, über das sie urteilen und richten und anderen mit in den Ohren liegen wollen. Sie suchen sich nur das aus der Geschichte heraus, was ihnen in den Kram passt - und das führt selten mal über einen Zeitabschnitt von 100 Jahren hinaus.

    Auch kapieren sie nicht, wie Gesellschaft funktioniert. Menschen haben sich schon immer etwas von anderen Menschen abgeschaut, was sie toll fanden, oder sich über etwas lustig gemacht, weil sie es nicht verstanden oder es als "sinnlos" ansahen. Das ist eigentlich das Wesen von Kultur schlechthin.


    Insgesamt, muss man sagen... Das Verhalten der Sittenwächter - besonders von ihren Harcode-Vertretern - entspricht in etwa dem, dass sie ständig andere Leute drangsalieren, korrigieren, ihnen Worte in den Mund legen, und ihnen ihre eigene Wahrnehmung aufzwingen wollen, wobei sie gleichzeitig die ihrer Gegenüber aktiv Stück für Stück zerstören, auf eine passiv-aggressive Weise.

    In privaten Bereichen nennt man das "Gaslighting".

  • Hmm…wir verkehren wohl einfach in den falschen Kreisen.


    Also Rassismus gibt es definitiv. Ich habe es bei Social Media in Form von Postings gesehen, wo das andere gezeigt hatten, wie die diskriminiert wurden aufgrund ihrer Hautfarbe. Und eine bekannte Influencerin, die sich auch aktiv gegen Rassismus einsetzt…die muss sich wohl mit total verblödeten Kommentaren Tag für Tag auseinandersetzen. Und ebenfalls sehr rassistischen Kommentaren, da die Menschen im Internet ja davon ausgehen, dass das Internet ja auch rechtsfreier Raum ist.

    Man sollte andere nicht ohne Ende belehren, aber bei Rassismus nicht unbedingt wegschauen, wenn es möglich ist. Oder zumindest danach Hilfe zusagen, die man leisten kann. Das ist so das, wonach ich selber lebe. Muss aber jeder selber wissen. Ist auch eine Wohlfühl-Geschichte.

    Ohne zu wissen, dass die Zeit gekommen ist, wirst du mich eines Tages nicht mehr wiedersehen.
    (Unbekannt)


    Begrenzt ist das Leben, unendlich die Ewigkeit.

    (Spruch vom Floristen)


    Der Kummer, der nicht spricht,

    nagt am Herzen, bis es bricht.

    (William Shakespeare)

  • Ich habe es bei Social Media in Form von Postings gesehen, wo das andere gezeigt hatten, wie die diskriminiert wurden aufgrund ihrer Hautfarbe. Und eine bekannte Influencerin, die sich auch aktiv gegen Rassismus einsetzt…die muss sich wohl mit total verblödeten Kommentaren Tag für Tag auseinandersetzen. Und ebenfalls sehr rassistischen Kommentaren, da die Menschen im Internet ja davon ausgehen, dass das Internet ja auch rechtsfreier Raum ist.

    Ich würde nicht sagen, dass die denken, das Netz wäre "rechtsfrei er Raum", sondern... Leute, die solchen Mist von sich geben, die agieren wie als wenn sie felsenfest annehmen, dass sie keiner dabei sieht.

    Aber genau das ist inzwischen im Netz nicht mehr so, gerade wenn man bei den großen Plattformen agiert, die ein ordentliches Stück reallife-Daten von einem haben wollen bei der Registrierung. Man wird gesehen, und wenn man dazu auch noch stets und ständig mit irgendetwas aus dem realen Leben an sich heftend herumläuft, dann ist es natürlich klar, dass Leute auch herauskriegen können, wer man ist und wo man wohnt. (Selbiges gilt alledings auch für Personen, die durch das Netz einer gewerblichen Tätigkeit nachgehen.)

    Es ist geradezu eine Blödheit, dann zu agieren wie als wenn einen niemand sieht oder erkennen könnte.

    Irgendwie scheinen das viele, die sich so verhalten, aber genau zu vergessen... Genauso wie ihre Kinderstube.

    (Die scheinen zu denken, man sieht sie nicht, und wenn man sie doch sieht, dass man keine Verbindung zu ihnen herstellen kann. Obwohl heutzutage viele mit einem Mobiltelefon agieren, mit dem sie an der Kasse auch bezahlen. - Das also in etwa so sicher und so frei von persönlichen Daten ist wie die eigene Brieftasche.)

  • Tankist

    Oh, die Gründe sind unergründlich. Einige denken so, andere denken wohl so. Viele verbuchen ihren Hirnschrott auch unter „Kritik“ oder „Sarkasmus“ wie ich heute in einem anderen Fall von einer Journalistin lernen durfte. Und was das mit den Daten betrifft bei den großen Konzernen: in geschlossenen Gruppen passiert wohl auch zu selten was und viele Querdenker, die Hatemails geschrieben haben (einer wurde mal letztens irgendwann festgenommen wegen einem größer bekannt gewordenen Fall aus Österreich), versenden ihre Mails doch tatsächlich mit ihren eigenen echten Mailadressen. Weil man ihm ja „nichts könne“.


    Und die großen Konzerne sperren viel zu wenige Sachen, die gesperrt werden müssten.


    Was aber auch schade ist, ist die Bewertungen bei YouTube von dem Trailer von Arielle, die Meerjungfrau. In Bezug auf die Hauptdarstellerin. Und jemand bei Social Media hatte deswegen etwas gepostet gehabt von der Influencerin, die sich stark gegen Rassismus einsetzt. Und ihr wurde dann geschrieben, dass der neue Arielle-Film blackwashing wäre. Dabei war das nur ein Video, wo die Reaktionen von Kindern zu sehen war, die ungläubig, aber total happy darauf reagiert hatten.


    Und das war auch ein Kommentar aus Deutschland. Blackwashing? Weil das Märchen aus Dänemark kommt? Aber sprechende Krabben gehen klar, nä? (so kam es dann in einem anderen Video - was stimmt) Bitte mal den Ball da flach halten. Es ist eher sehr viel trauriger, dass solche Reaktionen heutzutage nicht normal sind von Kindern, sondern noch immer Rassismus auf der Welt regiert.

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    (Unbekannt)


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  • Hetzerischen Hirnschrott unter "Kritik" und "Sarkasmus" zu verkaufen, hielte ich für eine Ausrede, um sich aus der Affäre zu stehlen, wenn Ärger droht.

    Die, die richtig Gift speien, wissen in der Regel, was sie tun und wie sozial unpassend es ist. Sie machen das ganz bewusst.


    Volles Einverständnis dabei, dass die großen Konzerne zu wenig sperren und entfernen. (Gerade Facebook und alle Dienste, die am Zuckerberg-Konzern mit dran hängen, ist dafür bekannt, bei rechten Inhalten, sich gern blind zu stellen, aber wehe einer weist mal darauf hin, oder irgendein Foto enthält mal einen unbedeckten Nippel... Das beides wird wesentlich schneller gesperrt und gelöscht.)


    Die Geschichte mit der Real-Verfilmung von Arielle habe ich am Rande ein bisschen mitbekommen...


    Nun, wo ich dem Vorwurf von "blackwashing" ein klein wenig Recht geben muss, ist: Hollywood hat seit einigen Jahren die feste Angewohnheit, überall, wo es nur geht, positiv konnotierte Figuren möglichst mit allem außer weißen Männern zu besetzen. Und eine bestimmte Agenda von "soziale Gerechtigkeit" und "gesellschaftliche Vielfalt" zu verbreiten. - Sei sie auch noch so platt, durchschaubar, und geht an der Lebensrealität vorbei. (Ebenso wie seine Inszenierung.)


    Ich gehe der Annahme, wäre die Sache umgekehrt, würde man eine Figur mit urprünglich dunkler Hautfarbe durch eine hellhäutige Ersetzen, das ergäbe einen riesigen Aufschrei und Skandal, wegen unterstelltem Rassismus.

    Macht man hingegen aus einer hellhäutigen Ausgangsfigur eine dunkelhäutigere, dann sollen das alle toll finden und applaudieren, und das auch bitte für etwas völlig anderes halten als ebensolchen Rassismus. Obwohl man hier genauso einer Hautfarbe das Hauptaugenmerk schenkt.


    Würde Hollywood nicht so einer Pseudo-Weltverbesserungseinstellung seit einigen Jahren folgen, würde wohlmöglich kaum ein Hahn danach krähen, und man würde es als eine ganz normale mögliche Änderung im Rahmen künstlerischer Freiheit ansehen, die bei jeder neuen Verfilmung eines bekannten Stoffs gemacht werden kann.

  • Es geht hier nicht um Politik arkei31 sondern um das Miteinander der Menschen. Das sollte man trennen

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