Niemals Gewalt!

  • Auszug aus Astrid Lindgrens Ansprache anlässlich der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels 1978.


    Jenen aber, die jetzt so vernehmlich nach härterer Zucht und strafferen Zügeln rufen, möchte ich das erzählen, was mir einmal eine alte Dame berichtet hat. Sie war eine junge Mutter zu der Zeit, als man noch an diesen Bibelspruch glaubte, dieses "Wer die Rute schont, verdirbt den Knaben".


    Im Grunde ihres Herzens glaubte sie wohl gar nicht daran, aber eines Tages hatte ihr kleiner Sohn etwas getan, wofür er ihrer Meinung nach eine Tracht Prügel verdient hatte, die erste in seinem Leben. Sie trug ihm auf, in den Garten zu gehen und selber nach einem Stock zu suchen, den er ihr dann bringen sollte. Der kleine Junge ging und blieb lange fort. Schließlich kam er weinend zurück und sagte: "Ich habe keinen Stock finden können, aber hier hast du einen Stein, den kannst du ja nach mir werfen."


    Da aber fing auch die Mutter an zu weinen, denn plötzlich sah sie alles mit den Augen des Kindes. Das Kind musste gedacht haben, "Meine Mutter will mir wirklich weh tun, und das kann sie ja auch mit einem Stein."


    Sie nahm ihren kleinen Sohn in die Arme, und beide weinten eine Weile gemeinsam. Dann legte sie den Stein auf ein Bord in der Küche, und dort blieb er liegen als ständige Mahnung an das Versprechen, das sie sich in dieser Stunde selber gegeben hatte: "NIEMALS GEWALT!"

    When you can't find the words to say,
    it's hard to make it through another day.
    And it makes me want to cry,
    and throw my hands up to the sky.
    -Adrian Smith-

  • Die Geschichte erinnert mich an eine die mir jemand erzählte, der mir sehr nahe steht. Seine Mutter schlug ihn immer mit einem Holzkochlöffel. Eines Tages schlug sie ihn so fest, dass der Löffel zerbrach. Zur Strafe musste er sein Taschengeld nehmen und mit diesem einen neuen Löffel kaufen. Er erzählte mir, dass er einen besonders stabilen auswählte damit dieser auch wirklich halten würde...
    Leider erkannte seine Mutter ihren Fehler nicht und zeigte ihm noch genau wo der Löffel liegen wird damit er ihn stets mahnen kann...


    "Liebe mich dann, wenn ich es am wenigsten verdient habe, denn dann brauche ich es am meisten..."

  • HAH, das hatten wir letztens in Deutsch und mussten den Text bearbeiten.
    Ist echt eine interessante Geschichte, die man öfters erzählen sollte.
    Ich halte ja kein bisschen was von Kindern schlagen. Auf welches Niveau muss man sich denn begeben, ein Kind zu schlagen? Versteh ich nicht.
    Persönlich finde ich seelische Gewalt auch sehr schlimm. Wenn man von den Eltern zu hören bekommt, dass man eie Enttäuschung ist und der ganze Mist. Ach, Gewalt ist einfach Mist.