Ab wann ist Sport ungesund?

  • Das ist eine Frage, die ich mir selber in Zeiten, in denen ich viel Sport betrieben habe, gestellt habe.
    Es gibt ja das Krankheitsbild Anorexia athletica.
    Was denkt ihr denn darüber? Wie viel Sport würdet ihr als "normal" ansehen und wann denkt ihr, ist es krankhaft?
    Gibt es hier Betroffene der oben erwähnten Erkrankung?

  • Hallo Daenerys,


    ich bin zwar nicht von Anorexia athletica betroffen, möchte mich aber trotzdem mal äußern:


    Ich denke, wenn man sehr viel Sport macht in in Verbindung mit strengen Essregeln (z.B. nichts mehr nach 17 Uhr zu essen, täglich mindestens 3 l Wasser zu trinken oder auf alles kohlenhydratreiche zu verzichten) kann mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einer A. a. führen.
    Mit sehr viel Sport meine ich wenn man jede Wochen mindestens fünf mal für mindestens eine Stunde schwimmen/Rad fahren/joggen geht. Empfohlen werden so 2 bis 3 Stunden Sport pro Woche. Oder jeden Tag 2 Stunden Kraftsport macht. Empfohlen werden 2 x für je 1 Stunde pro Woche Kraaftsport zu machen.


    Wie gesagt, ich bin nicht betroffen, aber so würde ich das einschätzen.

  • Kann man denn überhaupt zu viel Sport betreiben?
    Also für mich ist es ein Alltags und Trauerausgleich.
    Würde nicht unbedingt behaupten Sportsüchtig zu sein, aber längere Zeit ohne überlebe ich auch nicht!! :Halloween_Smiley_48:


    Naja man sollte auf jeden Fall bei allem was man tut seinen Körper im Auge behalten und auf ihn hören, wenn er mal meckert.

    Ich mag seltsame Menschen!

    Die Schwarzen Schafe,
    Die Komischen Vögel,
    Die Ausgeschlossenen,
    Die Einzelgänger,
    Die Verlorenen und Vergessenen.


    Meistens haben diese Menschen die schönsten Seelen.

  • Also ich mache z.Zt. wieder noch recht wenig Sport.
    Allerdings wird sich das ab Juni wieder ändern, dann fang ich an den Kraftsport-Part zu splitten und gehe dann auch auf 3mal die Woche hoch.Sowie am WE wieder klettern und 2x die Woche laufen.


    Solange man sich dabei nicht schädigt und zu sehr drillt finde ich das in Ordnung.Mir macht es jedenfalls den Kopf frei, ungesund wird es halt wenn man ne krankhafte obsession zum sport entwickelt.


    "So paradox wie das Leben auch wenn du längst nicht mehr kannst
    Trinkst du immer weiter, ziehst du immer weiter
    Nimmst du immer weiter diese Pillen bis dein Blick versteinert
    Und jeder weiß das Leben ist nicht gerecht oder fair
    Jeder kriegt das was er verdient, der eine weniger, der andere mehr
    Hand aufs Herz wer will nicht ein bisschen Blitzlicht
    In dieser kurzen Lebenszeit die eigentlich ein Witz ist!"
    -Kauz-


  • Ich habe früher, vor etwa 10 Jahren, einige Situationen hervorgerufen die durch Übertraining entstanden sind, unter anderem durch Erfolgszwang die Aufnahmebedingungen fürs Militär zu erfüllen...


    "Kann man denn überhaupt zu viel Sport betreiben?"


    Zu viel Sport ist nicht nur möglich, sondern gerade Hobbysportler übertreiben es fast immer irgendwo, das sieht man ständig und in Kombination mit gestörtem Ess- und Schlafverhalten wäre das natürlich enorm fatal.


    Es gibt Anzeichen für Übertrainieren, die eigentlich ganz simpel sind.


    Eines der sicherste ist Zeichen sind Körper- und Gliederschmerzen lange nach dem Training, auch noch nach dem Schlaf. Banale Tätigkeiten werden zur Belastung. Man kriegt wortwörtlich die Flasche nicht mehr aufgedreht, Zähneputzen und Duschen wird zum Kampf und die Muskeln versagen beim Treppensteigen oder Bücken.


    Muskelkater kennt jeder. Es heißt immer es müsse schmerzen damit man Trainingserfolge erzielt. Gerade im Schulsport hört man diese Floskeln immer wieder. Das ist falsch. Und gefährlich. Gewisse leichte drückende oder ziehende Schmerzen sind in geringem Umfang akzeptabel, aber generell gilt die Regel das jeder Schmerz zur Pause oder Trainingsabbruch führt. Mit der Steigerung der Intensitäten wird diese Schwelle immer weiter hinaus geschoben. Aber gerade hierbei übertreiben es Hobbysportler fast immer und machen trotzdem weiter.


    Das Trainieren bis zum (echten) Muskelversagen, wie es etwa Bodybuilder tun, ist keinesfalls etwas für die Freizeit und es ist stark umstritten wie schädlich es für den Körper letztlich ist. In jedem Fall ist dieses Versagen aber ein Zeichen von Übertraining und demzufolge nicht sinnvoll.


    Ein weiteres Zeichen wäre absolute Ermattung, bleierne Müdigkeit, wie tot ins Bett fallen, kaum die Augen aufhalten können.


    Dazu gehört dann auch Lustlosigkeit, mangelnde Konzentration und Vergesslichkeit. Die ständige Überstrapazierung des Körpers führt auch zum geistigen Verfall. Natürlich leidet zuerst der Körper darunter. Die Muskeln sind durch die ständigen Beschädigungen und Mikrorisse ständig versucht sich zu regenerieren, können es aber nicht in der Kürze der Sportpausen. Es führt zu Entzündungen und diese wiederum belasten das Hirn auf Dauer.


    Darunter leidet letztlich das Immunsystem.
    Die ständige Alarmbereitschaft durch die Verletzungen der Muskulatur führt zur Abschwächung und/oder Überforderung des Immunsystems, weshalb man schneller statt seltener krank wird, durch den übermäßigen Sport.


    Selbst das gelegentliche, sagen wir einmal in der Woche, stattfindende intensive Jogging eines Hobbysportlers kann, konsequent verfolgt, bösartige Nachwirkungen mit sich bringen. Gelenke und Muskeln können dauerhaft geschädigt werden und es kann zu Herz- Kreislaufproblemen kommen. Wobei sich da die Fachwelt noch emsig drüber streitet.


    Weniger ist mehr. Statt dreimal hart, lieber fünfmal sanft bis mittel trainieren. Wer Muskeln will, der sollte sich auf Kurzzeitbelastungen in mehreren Sätzen verlegen und keine harten und überharten Pump-Aktionen durchführen bis ihm die Muskeln abnippeln. Aus Anschauung von US Marines weiß ich wie "echte" Schränke trainieren und da würde keiner so einen Unsinn machen, obwohl sie ihre Ausrüstung durch den 50°C heißen Wüstensand schleppen müssen... verlangt Euren Körpern nicht zu viel ab, das bringt Euch nichts ein - nur Theater.
    Nur so als Tipp von mir...


    In welchem Verhältnis sich das Übertrainieren nun negativ mit Essstörungen und anderem Verhalten kombiniert, dazu kann ich nichts definitives sagen. Die Vernunft sagt mir aber dass es nicht wirklich sinnvoll sein kann zwei schädliche Verhaltensweisen miteinander zu kombinieren.