Wie geht ihr mit Kritik um?

  • Kritik kann etwas sehr verletzendes sein, je nachdem wie sie geäußert wird.
    Mich würde interessieren wie kritikfähig ihr seid und wie ihr damit umgeht, sowohl bei konstruktiver Kritik wie auch bei nicht konstruktiver.

    "Ich wette, wir sollten daraus lernen, aber ich will verdammt sein, wenn ich wüsste was" - Al Bundy

  • Konstruktive Kritik ist etwas sehr wichtiges für mich im Leben, über das ich jederzeit sehr dankbar bin. Je nachdem, wie sehr die Kritik in die Tiefe geht, reagiere ich jedoch ggf. auch mit kurzzeitigem Rückzug, um mir selbst darüber klar zu werden, wie ich zu diesem Punkt an mir stehe und ob ich die Kritik annehmen kann. Das ist glaube ich auch ein wichtiger Punkt - Kritik kann Anlass zur Verhaltensänderung sein, muss aber nicht. Es liegt an uns, wie wir das Feedback bewerten und ggf. umsetzen.
    Ich bin grundsätzlich sehr bemüht, an mir zu arbeiten und mich zu reflektieren. Entsprechend tut es mir gut, Impulse und Ideen von Außen zu erhalten, weil andere Menschen noch mal eine komplett andere Sicht auf die Dinge haben können.
    Aus konstruktiver Kritik kann man viel lernen. Sie ist in meinen Augen eine großartige Chance, auch wenn viele Leute damit nicht umgehen können - leider.


    Destruktive Kritik - das heißt ungerechtfertigte, unbegründete, verletzend vorgetragene, die Würde des Menschen nicht respektierende Kritik ist ein Thema, mit dem ich immer wieder zu kämpfen habe. Je nachdem, wie nahe mir die kritisierende Person steht, kann ich entweder die Kritik bei Fremden sehr schnell abhaken, da ihr Ursprung reine Unwissenheit über mich als Person ist, oder ich denke längere Zeit drüber nach. Prinzipiell weise ich aus meiner Sicht ungerechtfertigte Kritik inzwischen aber nach einer gewissen Reflektionsphase zurück.

  • Bei mir kommt es auch auf das wie an. Konstruktive und sachliche Kritik hilft, dafür bin ich dankbar. Klar,man wird ungern kritisiert, aber wer ist schon perfekt? Dann nimmt man sich halt die Ratschläge mit und versucht es besser zu machen.


    Persönliche Angriffe oder beleidigende Kritik versuche ich zu ignorieren und gedanklich abzuschütteln. Die Person wollte mich damit beleidigen, also ist es nicht als ernste Kritik zu sehen, die wollte eh nur Negatives sehen.
    Klar verletzt es, aber ich habe da mittlerweile ein dickeres Fell bekommen. Kann das ganz gut abschütteln, wenn es nicht zu schlimm ist.


    Allgemein sage ich oft, dass ich nicht kritikfähig bin, aber ich glaube,das stimmt so nicht. Das liegt eher daran, dass die Meisten Kritik nicht so formulieren, wie sie formuliert werden sollte.


    Kritik ist sachlich und hilft bestenfalls weiter, alles Andere ist eine Beleidigung.

  • Ich kann gut damit umgehen wenn die Kritik auch berechtigt ist und ich das einsehen kann.


    Es kommt auch sehr darauf an wie sie geäußert wird, wenn das in einem Tonfall geschieht als hätte ich weiß Gott was verbrochen, dann macht mich das wirklich fertig und es beschäftigt mich tagelang sehr intensiv.

  • Ich bin leider gar nicht kritikfähig. Ich empfinde vieles als Kritik, was gar nicht so gemeint war, und bin dann sehr traurig und verletzt. Also bin ich danach meist tagelang depressiv und weine. Meistens werde ich auch wütend, v.a. auf mich selbst, weil ich so dumm war, wieder einen Fehler zu machen. Ich kann auch konstruktive von destruktiver Kritik nicht unterscheiden.

    Schau der Bestie ins Gesicht, benenne sie beim Namen
    schöne Worte heilen nicht die Wunden, die geschlagen
    schau der Bestie ins Gesicht, erkenn in meinen Augen
    den Zorn, der meine Seele nährt und Frieden mir verwehrt!
    Saltatio Mortis-Tief in mir

  • Prinzipiell kann ich gut mit Kritik umgehen, wenn sie gerechtfertigt ist und man sie ausformuliert. Ich bin offen, gestehe mir Fehler ein, wenn ich sie mache und bin durchaus bereit Dinge zu ändern oder mich fallweise zu entschuldigen.
    Oft kann ich das besser, wenn sie von Personen kommt, die mich kennen und einschätzen können. Da ist ein Vertrauensverhältnis da und man kann vielleicht auch besser erklären woher Dinge kommen, für die man kritisiert wird. Menschen denen ich vertraue, können mich wirklich fast zu Tode kritisieren, das halte ich gut aus.


    Destruktive Kritik, haltlose Vorwürfe von Menschen die einen nicht kennen oder kritische Bemerkungen nebenbei, ohne sie auszuformulieren sind hingegen sehr schwierig. Das wirkt oft wochenlang nach und gibt ein schlechtes Gefühl.

  • Ich nehme es erstmal als Option an (es sei denn es ist offenkundig sehr absurd). Kann ja alles sein, man sieht sich selbst immer nur subjektiv.
    Dann denke ich drauf rum, drehe es hierhin und dahin, gucke es mir von alles Seiten an.


    Wenn es stimmt, versuche ich was zu ändern.
    Ist es Blödsinn oder nur projeziert oder in Wut um zu verletzen geäußert folgt Ablehnung.
    Beruht es auf falsch oder mangelnden Infos des anderen versuche ich zu klären.


    Soweit zur sachlichen Seite... ;-)


    Wenn die "Kritik" aber nur ein Kampfmittel ist, dann geh ich gleich los. Je nach momentanem Zustand und wie und warum der andere das gemacht hat deeskalierend, Antwort auf dessen emotionalen Zustand.
    Wenns n Arschloch ist, dann was mir einfällt. Leider meistens das Beste hinterher :-D


    Wenn es eine sehr nahestehende Person ist, die meine Schwachstellen kennt und da genau reinschlägt mit "Kritik"/Vorwürfen um maximalen Schaden anzurichten, dann tut das verdammt weh. Dann ist Polen offen, dann kann ich auch grausam werden. Dann wird alles in mir kalt und dann wird zerstört.