Amtliches Gutachten o.o

  • Hallo Leute ...
    Leider ist es so, dass ich in meinen erlernten Beruf nicht arbeiten kann, geschweige denn möchte. Es ist einfach zu viel passiert, ohne jetzt weiter darauf einzugehen.
    Seit ich vor 2 Jahren in der Klinik war und danach eigentlich eine Berufliche Reha machen sollte, musste ich vorher ein Amtliches Gutachten machen lassen (schriftlich), wie weit ich belastbar bin. Ich wurde als Arbeitsunfähig eingestuft, durfte weniger als 3 Stunden arbeiten. Deswegen hatten sie mich damals, bevor ich eigentlich die berufliche Reha machen sollte, in eine medizinische Reha nochmal gesteckt. Die ich allerdings abbrach (Gründe sind erstmal egal). Ich hatte mich quasi wieder beim Amt gemeldet.
    Da das Amt und ich nicht weiter kommen muss ich jetzt am 5.1. nochmals ein Gutachten machen allerdings persönlich. Soll heißen ich muss zum Amtsarzt hinfahren.
    Ich bin nicht sonderlich begeistert deswegen ... Im Gegenteil ich habe panische Angst, was passiert.


    Mein Freund hatte letztes Jahr auch so ein Gutachten machen müssen. Ich hatte ihn begleitet, weil er auch Angst hatte und seine Angst war nicht ohne Grund. Er hatte seine Geschichte den Gutachter geschildert. Als er dann nach einer Stunde rauskam, sagte er. "Er hat mir nicht, dass Gefühl gegeben, dass er mir glaubt." Ich meine solche Amtsärzte müssen ja schon in einen gewissen Maße neutral ran gehen, wie jeder andere Arzt/Psychologe auch. Aber er hat das ja auch direkt zu ihn gesagt, dass er das meinen Freund nicht abnimmt. Ich konnte ja damals teilweise durch die Tür mithören. Sie war nicht sonderlich dick.


    Was ich damit sagen möchte, ich habe Angst, dass mir meine Geschichte nicht geglaubt wird, dass ich wie immer so wehleidig eingestuft werde. Ich habe Angst, dass er mir das Gefühl gibt nicht verstanden zu werden.
    Ich weiß, dass sind alles geschulte Leute. Nur habe ich immer wieder die Erfahrung machen müssen, dass einen nicht geglaubt wird. Ich weiß, wenn eine gewisse Skepsis kommt, dass ich augenblicklich zusammenbrechen werde. Das ist das aller schlimmste Gefühl was man mir geben kann, dass man mir einfach nicht glaubt. Der Tag rückt immer näher und ich werde immer unruhiger. Ich weiß nicht wie ich das Überleben soll ... Der Druck steigt.
    Wenn es wenigstens eine Frau wär, dann wäre es vielleicht für mich nicht ganz so schlimm. Aber es ist ausgerechnet noch ein Mann. Ich könnte heulen.


    Hat jemand auch solche Erfahrungen gemacht, mit Gutachten und Amtsärzte?


    LG die aufgeregte LittleSadCyberfly ♥ :cry444::o094:

  • Wenn für dich ein Mann gar nicht geht, könntest du auch eine Frau verlangen, dadurch verschiebt sich dein Termin allerdings vielleicht.
    Meine Erfahrungen sind eher positiv, man wurde ernst genommen, wurde höflich behandelt also halb so schlimm wie man es sich vorstellt. Ich hoffe dein Termin wird ähnlich gut verlaufen.

  • LittleSadCyberfly ich kann dich und deinen Freund so gut verstehen! Das Problem ist wohl oft die Kompetenz der jewiligen Ärzte, es gibt echt Amtsärzte oder medizinische Gutachter die es gut mit einem meinen, versuchen sich auf die Probleme der Person einzulassen und sich auch Mühe geben es aus dessen Sicht zu sehen. Ich kann dir leider nur antworten, das ich deine Besorgnis aus eigener Erfahrung jedoch nicht unbegründet finde, im Gegenteil. Aber ich will dir auch keine zusätzliche Angst machen, nur kann ich dir leider nichts positives über meine Erfahrungen mit Amtsärzten erzählen.


    Mir half es mir einen Psychiater zu suchen zu dem ich gehen kann wenn ich irgend ein Attest, Gutachten, etc. brauche, einer der mir meine Erzählungen glaubt und meine Probleme und Einschränkungen auch so beurteilt wie ich es empfinde. Er hat dann für mich fachärztliche (psychiatrische) Gutachten zu den jeweiligen Behörden geschrieben.


    Hast du denn irgendwelche Beruhigungsmittel die dir bei dem Termin helfen könnten? Das du so Probleme hast den Termin zu überstehen ist, finde ich, ja auch ein weiteres Zeichen dafür das deine Beschwerden und Probleme der Wahrheit entsprechen. Oder kann dir irgend ein Arzt deines Vertrauens etwas schreiben, dass es für dich zu viel Belastung wäre zu so einem Termin zu gehen?


    Lg Fae.

  • Hey, vielen Dank für deine Antwort.
    Wie du siehst liegt das ganze schon eine Weile zurück. Meine Sorgen waren zum Glück nicht der Rede wert. Ich hatte eine nette Frau gehabt, die sehr lieb zu mir und einfühlsam. Ja, ich habe auch "als Beweis" meine ganzen Medikament mitgenommen. Ich bin so froh, dass das so gut verlaufen war. Vielen Dank für deine nachträgliche Antwort :).

  • Ich weiß nicht ob das Thema noch aktuell ist. Für dich LittleSad Cyberfly hoffentlich nicht mehr.
    Ich muss einmal im Jahr zum Amtsarzt um mir meine Arbeitsunfähigkeit bescheinigen zu lassen. (wohne aber in Ö) Am ANfang war es ein niedergelassener Psychiater, der 5 Minuten meine Befunde angeschaut hat und mich dann arbeitsunfähig geschrieben hat. Die Jahre drauf musste ich zu einem schriftlichen Test, Gespräch mit Psychologen und Psychiater an eine psych. Universität.
    Mittlerweile muss ich zur Pensionsversicherungsanstalt (die ändern da echt fast jedes Jahr was dran wo man hinmuss). Ich war vor der letzten Untersuchung so nervös, dass ich mich nicht im Stande fühlte mit öffentlichen Verkehrsmitteln hinzufahren, obwohl ich immer die öffentlichen nehme. Hab mir dann also ein Taxi gerufen, das fast 30 Euro gekostet hat... jeweils hin und zurück. Das Gespräch war bedrückend und ich hatte die ganze Zeit das Gefühl mich rechtfertigen zu müssen, obwohl da zig Befunde vor mir lagen, von zig Klinikaufenthalten und auch von meinem Psychiater vom PSD. Schlussendlich wurde ich dann ein zweites Mal vorgeladen zu einer ranghöheren Ärztin (wo ich auch nochmal das Taxi hin und zurück bezahlen musste). Der Ärztin hab ich dann, nachdem ich wieder das Gefühl hatte, ich müsse mich rechtfertigen meinen Behindertenausweis hingeknallt (60% Behinderung von einem anderen Amt ausgestellt) und dann hat sie mir erst geglaubt.
    Mittlerweile bin ich nach Jahren der Arbeitsunfähigkeit und somit auch Arbeitslosigkeit und somit auch frei von Maßnahmen und Fortbildungen, soweit, dass ich endlich arbeiten will, ganz unbedingt, ich will aus diesem Teufelskreis raus. Auch, wenn ich nur Teilzeit arbeiten kann oder gar nur geringfügig und dann wohl weniger Geld bekommen würde als jetzt. Denn die Familienbeihilfe fällt, sobald ich arbeiten kann, auch weg und das ist ganz schön viel Geld für mich.

    Laut Statistik ist eine von fünf Personen verrückt.
    Wenn um dich herum vier Leute sind, die dir normal erscheinen,
    sieht's schlecht aus.


    [Jean-Claude van Damme]