Raser wegen Mordes verurteilt!

  • Ich finde lebenslänglich viel zu lang.
    Im Verhältnis zu anderen Taten und ihren Urteilen ist das echt hart. Dass da jmd. ums Leben kam, tut mir schrecklich leid. Aber 1. ist es für mich fahrlässige Tötung und kein Mord und 2. finde ich es nicht richtig denen ihr ganzes Leben zu versauen, weil sie einen Fehler (einen dummen- zugegeben) gemacht haben.
    Ich verstehe die Justiz da echt nicht. Hoffentlich kommen sie weiter, wenn sie in Revision gehen.
    Es ist einfach auch nicht richtig, dass sie nun für alle Autorennen herhalten müssen nach dem Motto "Da zeigen wir nun mal allen, wie wir durch greifen."
    Ich finde das einfach nur falsch.

  • wer das leben eines anderen vorsätzlich auslöscht, hat jegliches recht verwirkt selbiges zu führen!
    es ist ein erster schritt in die richtige richtung, auch für andere verbrechenstatbestände, an die sich bisher keiner herangetraut hat....


    außerdem,
    sieht unser system eine begnadigung nach ablauf der hälftigen abgesessenen haftstrafe vor.


    warten wir erst mal die berufung ab....


    buddl1, übrigens als die junge radfahrerin (20) durch eine solche raserei unschuldig ums leben kam (vor ca. 1 jahr) gab es bewährungstrafen und ein breites, fettes grinsen des hauptäters, zumindest war das hier nun nicht mehr der fall! danke justitia!!!

  • Zwischen Bewährung und lebenslang liegt ein weites Spektrum, buddl.


    Wenn das nun die Art ist mit "Mördern" zu verfahren, dann bitte für alle gleich. Das was mich ja am meisten stört, ist die Willkür mit der Urteile gefällt werden.

  • Absolut richtiges Urteil.


    Sie haben das Leben eines Menschen zerstört, er ist tot, kann nie wieder kommen. Zu schade nur, dass lebenslänglich in Deutschland nicht tatsächlich lebenslänglich heißt.
    Mich überrascht das Urteil echt positiv, da hier sonst das Leben eines Menschen wenig zählt, oder man für die Konsequenzen seines Handelns tatsächlich einstehen muss. Diese Raser werden es zum Glück müssen.



    buddl1, übrigens als die junge radfahrerin (20) durch eine solche raserei unschuldig ums leben kam (vor ca. 1 jahr) gab es bewährungstrafen und ein breites, fettes grinsen des hauptäters, zumindest war das hier nun nicht mehr der fall! danke justitia!!!

    Ja, genau das ist das Problem in diesem Scheissland. Wenigstens hat hier ein Gericht jetzt mal moralisch richtig entschieden. Aber warten wir ab. Es wird bestimmt ein Berufungsgericht geben, das irgendwelche Erklärungen und Rechtfertigungen für die grundlose Tötung eines Unschuldigen finden wird, und dann sind die Täter nach ein paar Augenblicken wieder auf freiem Fuß. Wen interessieren hier schon die Toten, die können ja schließlich nicht mehr protestieren. Außerdem wärs ja auch fatal, würde man mal zu den Konsequenzen seiner Handlungen stehen müssen...

    Gegenwart: Jener Teil der Ewigkeit, der den Bereich der Enttäuschung von jenem der Hoffnung scheidet.

  • Wenigstens hat hier ein Gericht jetzt mal moralisch richtig entschieden.

    Das Gericht hat nicht "moralisch richtig" (was auch immer das konkret heißen soll) zu entscheiden, sondern rechtlich korrekt - und das hat es meiner Ansicht nach getan.


    Das was mich ja am meisten stört, ist die Willkür mit der Urteile gefällt werden.

    Was konkret an diesem Urteil ist "willkürlich"?

  • Sie haben aber nicht rechtlich korrekt entschieden.
    Alleine die Anklage wegen Mordes. Für mich liegt hier klar ein Fall bin fahrlässiger Tötung vor, welches ein weniger "schweres" Tötungsdelikt ist. Alleine das finde ich, zeigt die Willkür. Es ist doch ganz klar zu sehen, dass hier ein Beispiel statuiert werden sollte. Auf dem Rücken zweier junger Erwachsener, die nicht mitgedacht haben.
    Zwischen Recht und Gerechtigkeit liegen meist Welten.
    Wie erklärt ihr euch, dass all die anderen, die im Straßenverkehr jmd umgebracht haben, weil sie vorsätzlich sich nicht am die Regeln hielten nicht wegen Mordes angeklagt wurden? Wie erklärt ihr euch, dass es für weit aus schlimmere Morde weniger gab?
    Ich nehme keinen in Schutz. Eine Strafe wegen fahrlässiger Tötung haben sie verdient. Auch sehe ich das Leid, dass den Hinterbliebenen zugefügt wurde.
    Das einzige, was ich anpranger, ist die Art und Weise, denn von Außen betrachtet, ist diesen jungen Männern Unrecht getan wurden, nur damit mal alle Raser abgeschreckt sind. Findet ihr das wirklich fair?
    Ich betrachte einfach das große Ganze.

  • Das Urteil "Mord" macht hier keinen Sinn.
    Mord ist ein vorsätzlicher Vorgang, also mit der bewussten Absicht, jemanden zu töten. Das wird hier wohl kaum der Fall gewesen sein.
    Wie schon von Amok gesagt, war das eher fahrlässige Tötung.


    Hier geht es nicht um die Frage, "böser Mensch verdient das halt" sondern um die Willkür dieses Gerichtes und die Auslegung der Definition.
    Es gibt immer noch einen Unterschied in der juristischen Auslegung zwischen einem Mord, einer fahrlässigen Tötung, schwerer Körperverletzung mit Todesfolge und eines Totschlages.


    Beispiel:
    Ein ehemaliger Bekannter war 2 Jahre im Gefängnis wegen versuchtem Totschlag. Seine Cousine wurde von ihrem Nachbarn vergewaltigt, diesem ist er dann durch Zufall begegnet und es ist ein Streit ausgebrochen, der zum versuchten Totschlag geführt hat.
    Warum kein versuchter Mord? Weil er nicht geplant auf diese Person zugegangen ist um sie zu töten, sondern es als Folge einer zufälligen Begegnung mit Eskalation zustande gekommen ist.


    Es geht mir hier nicht um die länge der Strafe, noch um die Frage was ein Verbrecher jetzt verdient hat. Was das angeht bin ich für das Urteil, zumindest was die Länge der Haft angeht.
    Es war nur einfach kein Mord, solange der Fahrer nicht mit voller Absicht diese Person überfahren hat.

  • Das nahm ich auch so an, jedoch sagte mir ein Freund der Jura studiert, man könne es als Mord auslegen.


    Wir warten einfach die Revision ab.

    Blau-Weiße Hertha nur du.
    Blau-Weiße Hertha nur du.
    Dir gehört der Sieg ganz allein.
    Blau-Weiße Hertha nur du allein.

  • Das Urteil "Mord" macht hier keinen Sinn.
    Mord ist ein vorsätzlicher Vorgang, also mit der bewussten Absicht, jemanden zu töten. Das wird hier wohl kaum der Fall gewesen sein.

    Dem stimme ich voll und ganz zu. Man muss diese Sache einfach differenzierter betrachten. Es wird nur recht schwierig sein zu beweisen, dass es nicht vorsätzlich war, wenn die Justiz bereits diese Richtung eingeschlagen hat. Es ist natürlich tragisch, wenn Menschen physischen Schaden nehmen bzw sterben allerdings muss das Motiv der Täter ebenfalls miteingebunden werden. Dies lässt sich nur wie gesagt sehr schwer beweisen.

  • Das Urteil "Mord" macht hier keinen Sinn.
    Mord ist ein vorsätzlicher Vorgang, also mit der bewussten Absicht, jemanden zu töten. Das wird hier wohl kaum der Fall gewesen sein.
    Wie schon von Amok gesagt, war das eher fahrlässige Tötung.

    Ihr behauptet also beide, euch besser im geltenden Recht auszukennen als der vorsitzende Richter? Im konkreten Urteil berief sich der Richter auf den sog. dolus eventualis - den bedingten Vorsatz. Dieses Rechtskonzept besagt, dass jemand auch dann vorsätzlich handelt, wenn er zwar eine gewisse Handlungsfolge nicht herbeiführen will (im konkreten Falle: die Tötung eines Menschen), die Realisierung derselben aber ernsthaft für möglich hält und billigend in Kauf nimmt. Das Gericht entschied - meines Erachtens plausiblerweise -, dass jene Personen mit Eventualvorsatz handelten.

  • Ihr behauptet also beide, euch besser im geltenden Recht auszukennen als der vorsitzende Richter?

    Nein. Aber ich habe eine Meinung und die darf ich hier vertreten.
    Für mich macht es einfach den Eindruck als hätte man die Gelegenheit genutzt, um allen, die illegale Autorennen veranstalten zu zeigen "So nicht."
    Das kann man ja gerne tun. Aber nicht auf Kosten zweier Menschen, die einfach nicht nachgedacht haben. Im Vergleich zu anderen Straftaten- und das wird hier niemand bestreiten können-ist das Urteil einfach sehr hart. Ich hätte da ein mildere Urteil und weitere Maßnahmen für die beiden als sinnvoller erachtet. Das ist alles.

  • Wenn ich mich in ein Auto setze und über die Autobahn rase oder Rennen fahre, dann ist das ungefähr so wie wenn ich mit ner Knarre durch die Fußgängerzone laufe und wahllos rumballer - die Chance dass jemand verletzt wird ist ungefähr 50:50.


    Ein Amoklauf würde mir wohl jedes Gericht als 'versuchten Mord' verkaufen und mich dafür verurteilen dass ich fahrlässig und rücksichtslos gehandelt habe. Warum sollte das bei einem Raser anders sein - auch er handelt fahrlässig und rücksichtslos und nutzt ein Auto als Waffe, wenn auch unbewusst.


    Ist jetzt krass ausgedrückt, aber vergleichbar.
    Das Urteil ist angemessen.