Früher war alles besser - Phrase oder Realität?

  • Früher hieß Twix noch Raider und die Zukunft war schlechter. Früher, war es viel viel wärmer als heute in der Eiszeit. Und die Frauen hatten im Sommer längere Röcke. Außerdem hat es früher 40000 Jahre lang geregnet. Und es gab noch keine Ozonschicht.

    Alles ziemlich scheiße.

    Huhu

  • So allgemein lässt sich das nicht sagen, weil von welchem früher reden wir hier?

    Ganz, ganz früher, nur früher, letztes Jahr? Jedes früher hatte seine positiven Momente und auch seine weniger schönen. Früher waren einfach anderer Zeiten, es gab kein Internet und als es aufkam steckte es noch in den Kinderschuhen, man versumpfte nicht vor dem Computer oder dem Handy und man erfuhr auch nicht ständig alles aus aller Welt. Damals war die Welt noch größer, heute erscheint die Welt nur mehr so groß wie ein Dorf. Heute wird man immer und ständig mit Reizen überflutet, früher war es da um einiges Ruhiger, die Lichtverschmutzung geringer und so einige Selbstverständlichkeiten von heute noch kleine Besonderheiten. Aber darum war es früher nicht besser, nur anders, eine andere Zeit.

    Eines der Dinge von denen ich sage, dass sie früher besser waren, jedenfalls gemessen an dem früher was ich kenne und Nostalgiereisen dank YT mir verraten. Waren es die Serien, Filme und vielleicht auch Bücher die ich persönlich besser fand.

    Da steckte noch "Seele" drin, heute ist das nicht mehr so, oder nur noch selten. Im TV läuft ziemlich viel Mist und ziemlich viel Wiederholung von allem, so als wären wir alle dement und hätten das von heute schon morgen wieder vergessen.

    Nur noch wenig Individualität, alles erscheint weich gespült, glatt gebügelt.

    Die Menschheit wächst und wächst und verschlingt sich dabei selbst.

    War früher alles besser? Nein ganz sicher nicht, aber vieles war ruhiger, reiz ärmer, besonderer. In heutigen Zeiten wo alles schell und bunt ist, ist alles nur mehr ein Rausch. Kurz, rasend schnell und alles verschlingend.

    Dennoch oder gerade deswegen? Hat auch das Jetzt seine positiven Seiten.

    Ein Schatten sollte das Licht nicht fürchten, denn im Licht wird er erstrahlen.

  • Es kommt darauf an, von welchem Punkt man diese Aussage betrachtet.
    Ein Vergleich zwischen Früher und Heute, bedeutet immer, das sich irgendwas verändert hat und noch weiter verändert, was positiv, aber auch negativ wirken kann.

    Schaue ich als Mensch darauf und betrachte mein "früher" mit meinem "heute", lässt sich darüber streiten was besser war oder ist. Was man früher als aussichtslos erachtet hatte, hat man irgendwie überwunden. Ich rede nicht davon, das man keine Ängste, oder andere Konsequenzen davon getragen hat, und auch nicht davon, das es einen heute nicht weniger belastet als früher, aber man hat es irgendwie geschafft weiter zu leben, oder überleben und damit irgendwie klar zu kommen und einfach weiter zu machen, sonst wäre man ja nicht heute da, wo man ist.

    Leben heißt Veränderungen, Leben heißt Achterbahn, denn es wird nie alles rosig und goldig werden. Es werden immer wieder Tiefpunkte kommen, und wird immer wieder Situationen geben, die Aussichtslos erscheinen und einen prägen, aber es werden auch gute Phasen kommen.
    Je öfter man eine Achterbahn fährt, und je älter man wird, desto besser gehen wir mit bestimmten Situationen um, denn wir kennen schlimmere und haben schlimmere überstanden. Mit der Zeit lernt man einfach, anders mit Gefühlen und Situationen umzugehen, sodass dieses "Früher war alles besser" in diesem Bezug nicht in meinen Augen zusammen passt. Klar war das Leben als Kind für manche vielleicht unbeschwerter, als das Leben als Erwachsener. Aber genau, als Kind... da hat man noch nicht so viele Dinge zerdacht.

    Betrachte ich die Aussage natürlich aus gesellschaftlicher Sicht, würde ich schon behaupten, das einige mit der Zeit verloren gegangen ist, und somit "früher besser war".
    Die Gesellschaft ist so egoistisch, beurteilend, und kalt geworden. Es interessiert sich doch heute eigentlich keiner mehr wirklich für den anderen. Es wird heute nicht mehr nach links und rechts geschaut, sondern nur darauf geschaut, "Worin sehe ich für mich einen Vorteil?", " Was lässt mich besser da stehen?", "Wie kann ich dem anderen am besten schaden, um einen Erfolg für mich zu haben?" etc.... gut diese Eigenschaften gab es auch früher, aber ich finde, die Gesellschaft war früher mehr gentle like...

    Bleibt im Grunde nur noch ein Punkt, wie man diese Aussage betrachten kann. Aus der geschichtlichen Entwicklung. Der Mensch ist dafür konzipiert sich stehts und ständig weiterzuentwickeln. Viele Sachen, die heute existieren, möchte ich auch nicht mehr missen. Viele Sachen die heute existieren, sind Folgen/Resultate aus Entdeckungen die zufällig gemacht wurden und dementsprechend mit Jahrzehnte (und länger) vertieft wurden.

    Wenn ich jedoch die ältere Generation höre "In der DDR war alles besser"
    Auch darüber lässt sich sicherlich streiten. Die DDR ist nicht meine Zeit, dafür bin ich dann doch noch zu jung. Jedoch was man so hörte, kann man sagen, es war vieles einfacher und vor allem anders. Im Grunde wusste man glaube ich, woran man ist und was einen erwartet, aber jeder hatte einen Job, jeder hatte eine Wohnung, im Grunde war jeder "gleich reich", jeder hatte einen schnellen günstigen Kitaplatz bekommen und heute? Hohe Arbeitslosigkeit, viel Obdachlose, hohe Rentenarmut, allgemein hohe Armut. Früher gab es viel weniger Neid, der Zusammenhang zwischen den Menschen war größer, und heute? Fängt das Mobbing und das neiden schon in der Kindheit an, alleine schon, wenn jemand keine Markenklamotten trägt.

    Egal ob früher oder heute, es gibt immer zwei Seiten der Medaille.


    Ein Leben kann man ohnehin nur einmal leben.
    Warum soll es für mich keine Chance geben?
    Es hat keinen Sinn, wenn man nicht sagt.
    "Hey Welt, ich bin, was ich bin."

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