Wie gut könnt Ihr vertrauen?

  • Mich interessiert wie es mit Eurem Vertrauen ausschaut. Seid Ihr eher vorsichtig, oder vertraut Ihr grundsätzlich erstmal auf das Gute?

    When you can't find the words to say,
    it's hard to make it through another day.
    And it makes me want to cry,
    and throw my hands up to the sky.
    -Adrian Smith-

  • Interessante Frage.... das Thema war schon ganz früh eines das sich zum Dauerbrennpunkt entwickelt hat. Seit ich denken kann, habe ich nie vertraut. Bereits als Kind verschwieg ich vor allem Dinge wie Krankheiten. (evtl. aufgrund der Assoziation mit 'Schwäche'..)


    Da schien sehr früh ein Druck zu bestehen, der mich denken ließ alles muss bestens sein....
    Von zu hause bekam ich solche fehlerhaften Werte nicht mit hinein erzogen... - Doch vor allem meiner Familie vertraute ich am wenigsten. Später wurde das durch die Psyche nicht besser... Habe alle Vorwürfe von mir geschoben, die in Richtungen gingen man könnte ja Probleme haben.


    Warum - konnte ich nie beantworten. Doch war "einfach so". Weswegen mir das ein schlechtes gewissen machte wenn es meine Eltern verletzte, dass ihre Tochter so distanziert und verschlossen war.


    Nahm auch stets alle Verantwortung dafür nur auf mich. Meine Eltern bemühten sich vergebens um mehr Vertrauen.
    dadurch machten sie mich eher noch verschlossener und distanzierter...


    Teilweise erinnere mich auch an Gedanken... die ziemlich von misstrauen geprägt waren. Später wurde das dem gesamten Umfeld gegenüber verstärkt.. 'man könnte ja schließlich alles gegen mich verwenden.'


    Diese Gedanken konnte ich aber schon einordnen als 'verbotene Gedanken'
    Mein misstrauen ging richtig in Gedanken durch. Nichts war unmöglich.


    Und immer wieder - auch späteren vertrauensPersonen gegenüber- kam mir das Gedankenchaos in solche Richtungen. Sprach es nie aus, warf es keinem aus Impuls heraus an den Kopf. als 'zu krank' empfand ich das, was meine Vorstellungskraft mir da zu Denken gab.



    Meine Thera stellte vor einigen Jahren fest: "Es besteht kein Urvertrauen."



    Ebenso unerklärbar, aber könnte irgendwie hinkommen

    I keep it all inside

    because I’d rather

    the pain destroy me

    than everyone else.

    Einmal editiert, zuletzt von zuzie ()

  • Mit meinem Vertrauen sieht es unglaublich kompliziert aus. Meistens brauche ich etwa ein halbes Jahr um einer Person einigermaßen zu vertrauen.


    Bei so Sachen wie Suizidgefährdung, Autoaggression usw., verkleinert sich der Kreis der Personen die in meiner Umgebung davon etwas wissen auf 4 Personen. Wobei ich aber nur einer Person davon etwas freiwillig erzählt habe. Den genauen Auslöser kennen nur 2 von ihnen (zumindest so weit, wie ich den Auslöser selber kenne).


    Ich bin ziemlich paranoid, was Kontakte zu anderen Menschen angeht und ich würde auch nicht freiwillig viel von mir preisgeben.


    Hier fällt es mir irgendwie leichter. Vielleicht, weil ich nur hinter einem Forennick stehe oder weil hier viele ähnliche Probleme haben.
    Ich glaube aber am wichtigsten ist für mich, das ich schon immer lieber geschrieben als geredet habe.

  • Ich vertraue eigentlich jedem direkt - zumindest bis zu einem bestimmten Punkt.
    Ich "weiß" das man mich sowieso frueher oder spaeter auflaufen laesst..Daher ist es mir mittlerweile eigentlich ziemlich egal. Es ist mir auch egal was aus meinem leben 'breitgetreten' oder gegen mich verwendet werden kann.. Ich habe heute erst wieder erfahren muessen wie meine eigentlich beste freundin mich ganz schoen linkt. Das passiert halt.
    Also bis zu nem bestimmten Punkt vertraue ich jedem, darueber hinaus gibt es dinge die ausschliesslich ich weiss. Keine sogenannten Freunde..Kein Partner..Kein Familienmitglied und schon gar kein Therapeut.

  • Vertrauen, was war das noch mal..?


    Ich vertraue fast niemandem und bin übervorsichtig in allem was ich sage und tue. Zu oft habe ich gelernt, dass aus den besten Freunden manchmal die größten Arschlöcher werden. Natürlich sind normale Gespräche möglich, nur halte ich Dinge, die mich verletzbar machen, deutlich zurück. Dies hängt aber auch damit zusammen, dass ich nicht das beste Bild von mir selbst habe.


    Letztendlich gibt es nur zwei Menschen (abgesehen von meiner Familie, mit der ich aufgewachsen bin), denen es möglich wäre mich tief zu verletzen, wenn sie es denn wollen würden. Jeden anderen halte ich auf gesunden Abstand.

    "Ich wette, wir sollten daraus lernen, aber ich will verdammt sein, wenn ich wüsste was" - Al Bundy

  • Ich vertraue total schnell. Finde ich nicht gut. Aber weiß auch nicht, warum ich das so mache, kann das auch irgendwie nicht abstellen. Psychologen und Psychotherapeuten vertraue ich sofort.

  • Ich bin sehr naiv. Wenn mir jemand sagt ein "Sondertransport" im Krankenhaus beschreibt Leute die wie Hannibal aufgebahrt sind, glaube ich das.... weil ich nicht verstehe, dass es eigentlich als Witz gemeint ist.
    Bei kleinen Dingen (auch Lügen nicht nur Witzen) denke ich oft auch gar nicht daran, dass jemand mich anlügt (verstehe auch nicht warum) und glaube es deshalb einfach mal.


    Das kann man aber nicht vertrauen nennen. Und sobald es um meine Person oder etwas (für mich) wichtiges geht, bin ich misstrauischer und nehme nicht einfach mal jede Aussage als bare Münze.


    Und was das Vertrauen angeht, das einem dazu bewegt, innere Vorgänge, Gefühle und Gedanken mit seinen Mitmenschen zu teilen.... sagen wir, es braucht unglaublich viel, bis ich jemandem in diesem Sinne vertraue... Im Moment gibt es vielleicht ein oder zwei Personen, denen ich so vertraue.

    "Ich bin

    Ich bin wie ich bin

    Und ich hab' dich nicht drum gebeten, mich zu versteh'n!"

    ~Nachtmahr~

  • Vertrauen ? hmpf. das Einzige worauf man vertrauen kann, ist dass man nicht vertrauen kann

    Steh auf und siehe hoch. Schau nicht nur geradeaus. Schau nicht nur auf den Boden.
    Glaub mir, da ist mehr.

  • 0% Vertrauen


    Für mich zählen Fakten und Fakt ist das es auch gute Menschen gibt - aber das wird sich erst nach einer langen Zeit zeigen (Jahre brauch das) zu welcher Spezies Mensch ich wem auch immer "stecke". Das ist ja auch nicht 100% immer gleich. Ich meine Menschen können sich ändern, vom guten zum schlechten und anders rum - wobei das letzgenannte so gut wie nie vorkommt,aber auch das gibts. Sonnst müssten wir jeden der Knast war nie mehr rauslassen,wenn er seine Schuld bezahlt hat.


    Doch ich sag mal so ich bin ganz schnell wieder bei 0% angekommen was das Vertrauen angeht.
    Am Ende vertrau ich mir selbst und ich denk mal das is schon mehr als viele können.
    Damit hab ich aber auch schon genug zu tun.

    ...SCH :halloweengrin:

  • ach ja, das liebe vertrauen.


    ich gehöre leider auch zu den menschen die sehr sehr schnell vertrauen und auch fast jeden, was mich schon in so manche misslige lage gebracht hat.
    so hab ich zum beispiel mal jemanden eine größere summe geld geliehen, den ich gerade mal 3-4 wochen kannte. selbstverständlich hab ich es nie wieder bekommen.
    irgendwie hab ich aber nie aus fehlern gelernt und auch heute ist es teilweise noch so, das ich, wenn mir jemand sehr sympatisch ist, ich den/diejenige schnell vertraue.
    ich möchte einfach immer an das gute im menschen glauben.


    selbst wenn ich jetzt jemanden schnell vertraue, hab ich gelernt dieses vertrauen zu unterdrücken was einen aber auch relativ stark abstupft.

  • Ich vertraue so gut wie keinem...
    ich fresse alles in mich rein....


    In meiner jetzigen Ausbildung habe ich zu viel vertraut... und wurde oft gegen mich verwendet oder es wurde sich über mich lustig gemacht!!!!!!!


    Seit dem hasse ich Menschen!!

  • Ich vertraue nur sehr wenigen Menschen und selbst bei denen gibt es Momente, in denen ich denke "Kann ich ihm/ihr wirklich oder überhaupt noch vertrauen, sollte ich das Ganze nicht stärker hinterfragen?"
    Ja, das hinterfragen ist auch immer so eine Sache...Bei der kleinsten Kleinigkeit verschwindet sehr viel Vertrauen, das so lange gebraucht hat, um überhaupt zu existieren.
    Deshalb fällt es mir auch so mega schwer, Freundschaften aufzubauen und zu halten, denn wenn nur der kleinste "Fehltritt" passiert, breche ich alles sofort ab.

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