Phonosophie

  • Die Erkenntnis liegt in den Zahlen.



    Wer hat sich nicht schon gefragt ob alles zufällig konstruiert wird.
    Wie kommt es, dass unsere liebsten Gegenstände solche Harmonie besitzen?
    Warum nur spricht uns das Design von einigen Objekten so unglaublich an?
    Ist da mehr dahinter als schnöde Ästhetik und Zufälle, oder lässt sich diese Schönheit berechnen?
    Die Suche nach dem goldenen Schnitt, die ewige Frage nach der Quadratur des Kreises,
    die daraus erwachsene mystische Suche nach der Wiederholung in der Zahl Pi.
    Mathematische Geheimnisse die unsere Welt aus den Angeln heben könnten, sollten sie je gelüftet werden!


    Nach eingehender persönlicher Forschung ist es mir gelungen die Mystik des iPhones zu enthüllen:





    ... nur der, der sie verdreht.

    Bevor jetzt alle meinen sie hätten den Stein der Weisen entdeckt - das ist natürlich Quatsch mit Soße, wie alle Zahlenspielereien absoluter Humbug sind. Numerologen und wie sie sich alle nennen gehen nach eben solchen Schemata vor. Es bedarf im wesentlichen 5 Werte und man kann durch Anwenden einfacher Grundrechenarten so gut wie alles im Universum "finden". Man rechnet es sich eben schön.


    Die Basis dafür ist absolut egal.
    Es kann ein iPhone sein, die eigene Hand, der Rauhaardackel, die Pyramiden der Ägypter... komplett wurscht.


    Berühmt geworden ist diese "Erkenntnis", wie jene Scharlatane arbeiten durch einen niederländischen Astronomen namens Cornelis de Jager. Er "bewies" anhand einiger Bauteile eines holländischen Damenfahrrads alle Naturkonstanten und belegte somit dass die Hersteller dieses Rades schon genau über die Dinge Bescheid wussten, die unser Universum zusammen hält.


    Eine hübsche kleine Seite zum Thema


    Was soll man gegen diese Scharlatane unternehmen?
    Ich bin immer wieder überrascht wie bereitwillig die Menschen diesen Dingen unhinterfragt nachlaufen.
    Zum einen haben sie einen Zweifel an den fundamentalen Elementen der Naturwissenschaft und
    stellen allen Ernstes die Messbarkeit und Berechenbarkeit des Erde-Sonne Abstandes in Frage, aber
    dennoch rennen sie bereitwillig Zahlenmystikern und Augenwischern hinterher.


    Wie begegnet man am besten dieser Strömung?
    Letztlich bleibt es ja nicht bei bloßer harmloser Zahlenmystik.
    Da werden Grunderkenntnisse in Frage gestellt, deren Herleitung die Menschheit teilweise Jahrhunderte kostete. Nur um sie nun also dem kollektiven Verdrängen zu überantworten? Das kann doch nicht der Kanon sein.


    Ich für meinen Teil werde nicht müde den Menschen unter die Nase zu reiben, dass es mehr bedarf als einigen kleinen scheinbar unwiderruflichen Fakten um eine Erkenntnis im wissenschaftlichen Sinne als gültig zu betrachten. Natürlich gehöre ich zur CIA, NASA und dem BND, bin in alle jemals existenten Verschwörungen eingeweiht und erhalte trotz des Zerfalls der Sowjetunion noch immer Gelder für mein Schweigen... oh, naja jetzt vielleicht nicht mehr.


    Leute, denkt doch bitte erstmal nach ehe ihr irgendetwas glaubt.
    Die Pyramiden sind ebenso wenig Zeichen dafür dass die Ägypter über die Naturkonstanten wussten, wie es mein Turnschuh eines wäre. Auch wenn das Gefühl der Gewissheit einem Befriedigung verschafft und man sich in die erhabene Rolle des Wissenden erheben kann, ist das kein Grund seinen gesunden Zweifel aufzugeben. Natürlich genießt man die Rolle als Erleuchteter, damit verdient es sich auch sehr gut. Aber wenn ihr schon Geld für Bücher und Tabellen rauswerft, dann geht doch nur mal für Spaß davon aus, dass der andere Mann der sich Astronom nennt auch recht haben könnte und prüft das mal gegen. Vielleicht hat er ja doch das ein oder andere gute Argument.


    "Woher wissen wir das alles"... eine der beliebtesten und zugleich fürchterlichsten Fragen die man gestellt bekommen kann.


    Ja woher... aus 400 Jahren aktiver Astronomie, aus zwei Jahrtausenden und darüber hinaus erwachsener Mechanik und Physik. Woher wissen wir ob das alles Wahrheiten sind? Gar nicht. Wir nehmen es zu einem an Wahrscheinlichkeit grenzenden Maß einfach an, weil es sich oft und öfter und äußerst oft logisch und empirisch bestätigt hat. Aber "wissen", definitiv "wissen", können wir nicht. Das ist die Natur des Zweifels der immer und überall vorhanden sein muss... denn nur so ist man genötigt immerzu alle Ergebnisse neuerlich zu prüfen und zu überprüfen.


    Gott denkt in den Genies,
    träumt in den Dichtern
    und schläft in den übrigen Menschen.
    (Peter Altenberg)


    Was habt ihr schon für Erfahrungen mit Pseudo-Wissenschaften gemacht?
    Womit nervt man Euch ständig? Überlichtgeschwindigkeit? Was in schwarzen Löchern ist? Was vor dem Urknall war?
    Ob der Kaffeesatz von Vorgestern etwas über die Aktien von Übermorgen aussagen kann?


    Das würde mich mal interessieren, welche Auswüchse es sonst noch gibt, die ich noch gar nicht kenne. :Halloween_Smiley_39: