Freundschaft+ / friends with benefits

  • Ich habe ein Thema gefunden auf das noch nie Jemand geantwortet hat also krame ich es hervor :halloweengrin:


    Für mich gibt es da eine klare Trennung - mit Niemandem meiner weiblichen Freunde würde ich eine Freundschaft plus eingehen (wenn ich Single wär und meine Sexualität unkomplizierter wäre). Ich hätte da wirklich Angst, dass die Freundschaft dadurch verloren geht, weil sich zum Beispiel ein Part mehr erhofft, als der andere geben will oder kann.


    Sexualität ist für mich sehr wichtig und nur in einem sehr vertrauensvollen Setting (aus)lebbar. In gesunden Phasen braucht es da bei mir mehr als nur einen attraktiven Körper oder sexuelle Lust weswegen ich mir sowas nicht vorstellen könnte.


    In Manien ist Hypersexualität schon ein großes Thema und es kommt zu oberflächlichen „Freundschaften“ mit sexuellem Charakter. Nur würde das jetzt den Rahmen sprengen und ich diesen Anteil als Teil von mir zu akzeptieren oder gar zu verstehen ist noch nicht besonders gut gelungen.

  • Ich hatte bisher ausschließlich Freundschaft+ Formen von Sexualtiät in meinem Leben.
    Anders hätte ich sowas wie Sexualität wegen der großen Probleme mit körperlicher Nähe, nie ausprobieren können. (Hat sich auch ehrlich gesagt nicht gelohnt das auszuprobieren aber das ist ein anderes Thema.)


    Ich hatte auch erst einmal einen Fall wo der Gegenüber das nicht kapiert hat. Also das nicht einordnen konnte. In allen anderen Fällen hat es bisher zum Glück immer funktioniert und die Freundschaften sind daran (außer zu dem einen besagten Typen) auch nie kaputt gegangen.


    Aber das waren auch alles keine "normalen" Typen sondern entweder welchen denen es genau so ging wie mir (also große Probleme mit körpelicher Nähe und das deswegen mit einer vertrauten Person einfach mal vorsichtig ausprobieren wollen) oder welche die von vornherein nicht in klassischen Beziehungskonstrukten gedacht haben.


    Mit "normalen" Menschen geht sowas glaub ich nicht, die sind zu festgefahren und unflexibel in ihrem Fühlen und Denken und stecken zu tief in gesellschaftlichen Konventionen drin.


    Wobei, ich kenn da sogar ein Beispiel von normalen Menschen, meine Tante z.B. ist nach einigen Jahren mit ihrem besten Freund zusammen und dann wieder auseinander gekommen ohne dass es der Freunschaft irgendwie geschadet hätte, aber ich glaub sowas ist echt die absolute Ausnahme. Bei normalen Menschen.


    Rebellion allein macht noch keinen Menschen. Sie ist nur ein erster Schritt auf einem langen, schwierigen und nie endenden Weg
    zur Überwindung der Furcht vor der Freiheit, ein eigenes Selbst und ein menschliches Herz zu haben.

  • Käme wahrscheinlich auf die Personen an (um Friends with Benefits zu haben muss man zunächst einmal erst Freunde haben), grundsätzlich wäre es aber so zu halten, ich wäre wohl dafür zu haben.


    Bei mir läuft sowieso alles etwas anders...


    Und von meinem jetzigen Standpunkt, als auch wie sich Trieb und emotionale Bedürfnisse bei mir gestalten, würde ich sagen: Besser einen guten Freund, der vertrauenswürdig ist, den man auch mal um einen etwas undistanzierten Gefallen bitten kann, als gar nichts oder eine Klette an den Fersen, die meint, sie hätte irgendein Vorrecht auf dich. Den Zahn darf sich jeder bei mir, in Beziehung auf mich. ziehen lassen. Ich gehöre allein nur einem: Nämlich mir selbst.
    Umgekehrt gilt das auch für mein Gegenüber (was ich mir erlaube, muss ich anderen auch erlauben).


    An der Stelle muss man sogar die Frage offen aufwerfen: Wer oder was bestimmt denn sowieso wie Beziehungen auszusehen und abzulaufen haben, wenn nicht gerade Kinder mit involviert sind?
    Erwachsene können sich, wenn sie allein für sich stehen und nur für sich die Verantwortung tragen müssen, auf jegliche Art organisieren, die sie wollen. Und wenn man sich einen ganzen Harem organisiert - es geht andere einen Scheißdreck an, mit wem man wie und wie oft verkehrt oder auch nur spricht.


    Was wohl nur von vorn herein besprochen werden sollte ist - auch um Normalos, die auf eine monogame Beziehung aus sind, vorzubeugen bzw. auch nicht zu enttäuschen -: Die Regeln. Was und wie viel darf jeder von dem Verhältnis erwarten. Was sind die Grenzen, was die Freiheiten - ist das beiderseitig kompatibel?
    Damit man nicht erst ein bestimmtes Verhältnis miteinander anfängt und der andere hatte eigentlich eine ganz andere Vorstellung davon, wie es aussehen oder was es werden sollte.
    Auch ist das hilfreich dafür, falls doch bei jemandem Gefühle aufkommen sollten - derjenige weiß dann Bescheid, welchem Regime er sich unterzuordnen hat, Gefühle hin, Gefühle her, oder er muss gehen, wenn er es nicht erträgt.


    Wer weiß, dass es da auch noch andere gibt oder geben darf, oder dass sich jemand um seine Bedürfnisse auch mal allein kümmert (Stichwort: die berühmte Eifersucht auf Pornos), der kann sich nicht beschweren über irgendetwas, von dem er nichts wusste. Er ist die Sache wissentlich eingegangen und hat einen potentiellen Platz Nr. 2 (oder jegliche x-beliebige Zahl) akzeptiert.