Bücher über Sexualität?

  • Hallo,


    ich habe heute von meiner Therapeutin das Buch "Trotz allem" empfohlen bekommen. Nachdem sie selbst aber zugegeben hat, dass sie keine Expertin mit dem Thema "Sexualität und Missbrauch" ist, meinte sie ich solle evtl. zu einer ausgebildeten Therapeutin und/oder Beratung und dort nach Literatur fragen. Ja, ich weiß aber, dass hier ja leider einige von euch Erfahrung damit haben, wollte ich euch mal fragen.
    Kennt ihr gute Literatur? Ist das Buch "Trotz allem" zu empfehlen? Hilft es solche Selbsthilfebücher zu lesen?


    Am liebsten hätte es meine Therapeutin ja, wenn ich bei wem anderen die Therapie weiter machen würde, aber ich habe so lange gebraucht mich ihr zu öffnen, dass ich das jetzt bestimmt nicht mache.


    Über Erfahrungen/Vorschläge/Ideen würde ich mich auf jeden Fall freuen!

    Don't dwell in the past,
    Don't dwell in the future,
    Concentrate your mind in the present moment.

    :pinguin:

  • Vorsicht! Meinung einer Therapiegeschädigten!!! Und Nur meine eigene Meinung!


    Ich habe mal eben die Rezis bei amazon überflogen, neben der üblichen Begeisterung, die ich selbst auch immer wieder mal nach dem Lesen eines solchen Buches habe (und ich glaube jeder, der Selbsthilfebücher liest, kennt diesen Effekt, genauso wie das Verpuffen dieses Effektes und der Suche nach dem nächsten Buch (siehe auch die Rezension "das ist das beste aller Bücher, die ich über MIßbrauch gelesen habe - und ich habe viele gelesen", also scheinen die vorherigen Bücher ja auch nicht wirklich geholfen zu haben)) fand sich auch das hier:


    "1,0 von 5 SternenEines der gefährlichsten Bücher auf dem Psychomarkt
    Vontanteolgaam 28. Juni 2015
    Format: Taschenbuch
    Dieses Buch ist eine Anleitung, sich an einen sexuellen Missbrauch in der Kindheit zu errinnern. Es ist von keinerlei wissenschaftlicher Kenntnis getrübt, was die Hauptautorin auch offen zugibt. Das Buch behauptet listenweise Symptome für erlittenen Missbrauch, obwohl die Wissenschaft längst nachgewiesen hat, dass es keine Symptome gibt, die für erlittenen Missbrauch spezifisch sind. Das Buch ist aber überaus gefährlich, weil es zur Bildung falscher Erinnerungen anleitet. Tausende von Frauen haben infolge der suggestiven Anleitungen dieses Buchs falsche Erinerungen an erlittenen sexuellen Missbrauch gebildet, Tausende von Familien sind als Folge dieses Buchs sinnlos zerstört worden. Die Koautorin Laura Davis hat sich selbst längst vom Inhalt dieses Buches distanziert, Ellen Bass, die autodidaktische Psychotherapeutin jedoch nicht. Aus diesem Grund würde ich diesem Buch, wenn ich könnte, null Sterne geben"



    Zu dieser Rezension kann ich nur sagen, dass sie sich teilweise mit meinen persönlichen Erfahrungen deckt, ich war ja 2012 ein halbes Jahr in der Klinik und danach noch lange in Therapie...vorher ging es mir nur schlecht.
    Aber nachdem ich mich mit diesem Thema ZU intensiv auseinandergesetzt habe, habe ich gar nichts mehr auf die Reihe bekommen, was ein normales Leben betrifft. Leider bis heute.



    Jeder erlebt anders, jeder empfindet anders, es gibt tausend Wege mit dem Thema umzugehen und jeder der einem anderen eine Anleitung in die Hand drückt, drückt ihm eigentlich nur den eigenen Umgang damit rein.




    Ich selber würde dir empfehlen, such dir Bücher, Filme, Artikel zu dem Thema Sexualität selbst raus und bild dir deine eigene Meinung. Ich hoffe du merkst, was dir gefällt und anspricht und was dich ekelt oder abstößt, oder was du als zuviel und zuwenig empfindest.


    Du kannst dieses Buch natürlich lesen, aber wenn, dann bitte bitte bitte kritisch.
    Bestells dir über ne Buchhandlung, lies rein und wenns dir nicht gefällt, gibs zurück.


    Ich glaube, wenn du dich ohne Anleitung mit dem Thema Sexualität auseinandersetzt
    findest du mehr über dich und deine Vorlieben und Abneigungen, oder ob du überhaupt willst und mit wem und wie, als mit so nem Buch.



    Je ehrlicher du zu dir selber bist, desto besser findest du heraus, was wirklich in dir los ist.



    (ich persönlich mochte zum Beispiel dieses Buch ganz gerne, aber das ist sicher nicht allgemeingültig oder typisch, vor allem nicht mit Mißbrauchsvergangenheit
    ref=sr_1_7?ie=UTF8&qid=1508873580&sr=8-7&keywords=beatrice poschenrieder
    einfach weil der Schreibstil erfrischend war und sich jede Frau trotzdem ein bisschen zwischen den Zeilen wiederfinden kann, denke ich zumindest)



    Und noch ein letzter Satz zu Buchempfehlungen von Therapeuten.


    Mein Ex bekam von seinem Therapeuten diese Empfehlung


    ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1508873959&sr=1-1&keywords=wayne dyer


    Ich habe mal reingelesen und auch an seinem Verhalten gemerkt, man hätte es auch


    "Anleitung zum Rücksichtslossein" nennen können. Und es gibt keine Menschen die nie unglücklich sind. Oder down, oder traurig...


    Faszinierend finde ich, dass diese Bücher/Autoren einen starken Bezug zur Alt 68er Szene/Hippieszene zu haben scheinen. Also sollte man sie auch unter Berücksichtigung der damaligen Gesellschaft/Frauenbild etc. lesen, also im geschichtlichen Kontext, sowie eben unter dem Aspekt, dass diese Bücher, genauso wie mein Geschreibsel hier immer nur die subjektive Meinung eines einzelnen sind und keinesfalls als allgemeingültig zu betrachten. Und natürlich aus der persönlichen Geschichte des Autors entstehen.


    Oder auch "der Rat den man anderen gibt, ist für einen selbst oft der beste"




    wer bis hier gelesen hat, kriegt keinen Keks :Kekse::vogelzeigen2:



    Wobei ich von Paul Watzlawicks "Anleitung zum Unglücklichsein" sehr viel halte.
    Muss ich direkt nochmal lesen


    *verschwindet im Bücherschrank*

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