Krankengeld Aussteuerung

  • Hallo zusammen,


    ich habe heute einen Brief meiner Krankenkasse bekommen, welcher mir ein wenig Sorge bereitet.


    Und zwar werde ich am 08.01.2018 "ausgesteuert", d.h. mein Anspruch auf Krankengeld endet. Im Januar bin ich dann seit 78 Wochen auf eine Erkrankung krankgeschrieben. Zwischendurch ist noch einiges dazugekommen, was wohl auch ohne meine Grunderkrankung für eine weitere Arbeitsunfähigkeit reichen würde, aber das wird soweit ich weiß ja nicht berücksichtigt?


    Hat jemand von euch damit schon Erfahrungen gemacht? Was passiert danach? Wer zahlt? Ich bin ja nicht Arbeitslos. Ich befinde mich eigentlich mitten in meiner Ausbildung, dessen Vertrag mit der IHK automatisch weiter verlängert wird, solange ich krank bin.
    Als würden meine körperlichen und psychischen Probleme nicht reichen, bekomme ich jetzt wieder neue Gründe für schlaflose Nächte. Sowas vertreibt mir echt den letzen Spaß am Leben.


    LG Andi

    When I die, will they remember not
    what I did, but what I haven‘t done?
    It‘s not the end that I fear with each breath
    It‘s life that scares me to death.

  • Huhu,


    also ich wurde damals dann gekündigt, was bedeutet, dass es klar war, dass ich Geld vom Amt bekomme.
    Unter Umständen wird getestet, ob du überhaupt noch arbeitsfähig bist.


    Du könntest dich zum einen bei deiner Ausbildungsstätte erkundigen und auch beim Sozialamt oder der Arbeitsargentur.
    Ich denke, da wird sich eine Lösung finden.
    Nur solltest du es jetzt schon tun, da die Bearbeitung unter Umständen auch noch Zeit in Anspruch nimmt


    Ich weiß nicht, ob das nun sonderlich hilfreich ist, aber ich wünsche dir alles Gute und vor allem gute Besserung.


    Liebe Grüße

  • Hallo andy93,


    Ich kann dir nur sagen wie es damals bei mir gelaufen ist. Ich war auch wegen einer psychischen Erkrankung, bei mir in Folge einer familiären Ausnahmesituation über 1 ½ Jahre, sprich 78 Monate krank geschrieben. Einen weitere Erkrankung hebt meines Wissens die 78 Monate Regel nicht auf.
    Mir blieb dann im Endeffekt nichts anderes übrig als eine befristete Erwerbsminderungsrente zu beantragen, die auch genehmigt wurde. Mein Arbeitsverhältnis bestand damals auch weiter, ich war also nicht gekündigt oder arbeitslos.
    Allerdings dauert dieser Prozess der EU-Rente sehr lange bis zur Genehmigung, ich schätze mal 3 Monate waren das mindestens.
    Man braucht ein Attest vom behandelnden Arzt und muss einige Anträge ausfüllen und wird dann zur Begutachtung zu einem Arzt, den die Rentenversicherung bestimmt eingeladen.
    Ich habe den ganzen Antragskram damals zusammen mit dem VdK gemacht, die mir sehr dabei geholfen haben.
    Ich hoffe es hilft dir ein bisschen weiter, aber kümmere dich so bald wie möglich drum, wie gesagt, die Mühlen mahlen langsam.


    Gruß
    Wanderer+.+

  • Vielen Dank euch beiden.


    Aber wenn ich in der Erwerbsunfähigkeit bin, dann gilt das doch auch für meinen jetzigen Job (den ich momentan ja nicht mehr ausführen kann). Kommt das nicht einer Kündigung gleich? Eigentlich hatte ich geplant meine Ausbildung irgendwann fortzuführen, sobald ich wieder kann.


    LG Andi

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  • Nachdem ich mich am Freitag kurz beim Arbeitsamt erkundigt habe sollte ich Online schon einmal eine Anmeldung ausfüllen. Was die da alles wissen wollen ist der Wahnsinn. Und das obwohl ich ja gar keinen Job suche...


    Jetzt warte ich auf eine Einladung zum persönlichen Gespräch. Mal sehen was kommt.

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  • Hallo @andy93


    Hey wie geht es dir inzwischen. Habe deinen Beitrag hier verfolgt und wollte mal fragen wie es weiter gegangen ist. Bei mir wäre es auch fast so weit gewesen das ich ausgesteuert werde. Nur bin ich wieder am arbeiten aber wenn ich erneut erkranke und ich deswegen nicht mehr arbeiten kann, besteht es mir auch bevor.
    Ich habe jetzt schon angst wieder krank zu werden, das setzt mich natürlich auch wieder unter Druck.


    Lg. und gute Besserung


    Seelenchaos

  • Da seit meinem letzten Post schon eine halbe Ewigkeit vergangen ist, nehme ich mal an, dass @Seelenchaos sich mitlerweile anderweitig informiert hat. Da es aber bestimmt noch andere Leute gibt, die irgendwann mal vor diesem Problem stehen wollte ich nur vollständigkeitshalber noch ein paar Sätze dazu sagen.


    Also wie schon oben geschrieben fiel ich im Januar '18 aus den Krankengeldzahlungen heraus und wurde von der Krankenkasse an das Arbeitsamt verwiesen.


    Nach einem ausführlichen Gespräch mit einem mir zugewiesenen Sachbearbeiter musste vom Medizinischen Dienst entschieden werden ob ich eine Restarbeitsfähigkeit habe und nur bestimmte Tätigkeiten nicht ausüben kann und somit die Voraussetzungen hätte um ALG1 zu beziehen oder aber ob das ganze weiter an die Rentenversicherung gereicht wird und ich einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente stellen muss.


    Damals wurde eine Entscheidung getroffen, über die ich heute ein wenig zweifle. Da es bei mir noch immer Aussicht auf eine Genesung gab, wollte man mir den Weg zur Rentenversicherung vorerst ersparen, und so entschied der Medizinische Dienst in Rücksprache mit meinem Sachbearbeiter, mir eine Restarbeitsfähigkeit von 3 stunden täglich unter Ausschluss meiner gesundheitlichen Einschränkungen zu bescheinigen, obwohl dies natürlich nicht so war. So konnte ich erst einmal für 1 Jahr ALG1 beziehen und hatte dadurch etwas Zeit gewonnen. Normalerweise muss man dem Arbeitsmarkt nun auch zu Verfügung stehen und regelmäßige Jobangebote durch das Arbeitsamt wahrnehmen um auch weiterhin ALG zu bekommen, da aber klar war, dass es unmöglich ist mit meinen Einschränkungen überhaupt einen Job zu finden, trafen wir die Absprache dass ich keine Jobangebote bekommen sollte.
    Ab da hatte ich dann auch erst einmal Ruhe und habe bis zum Ablauf dieser 1 Jahres Frist nichts mehr vom Amt gehört.
    Im Januar diesen Jahres wurde ich dann aber doch zur Rentenversicherung verwiesen und musste den Antrag auf EMRente stellen, momentan warte ich hier noch auf eine Rückmeldung. Ich habe gehört, dass das wohl bis zu einem halben Jahr dauern kann


    Das Problem an der Sache mit dem Arbeitsamt war, dass mir im letzten Jahr eine EMRente oder zumindest vorerst eine Reha, bezahlt durch die Rentenversicherung zugestanden hätte. Stattdessen habe ich nun 1 Jahr Geld von der Arbeitsagentur bezogen und somit, falls die EMRente heute abgelehnt wird oder auch nach Ablauf einer genehmigten EMRente keinen Anspruch mehr auf ALG 1, wenn ich es wirklich mal brauche.


    Falls es mal jemanden von euch trifft und man versucht euch so "einen Gefallen" zu tun um Zeit zu gewinnen, geht auf jeden Fall direkt zur Rentenversicherung, das ist rechtlich gesehen der richtige Weg und ihr erspart euch im Zweifel sehr viel Ärger.

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