Grosszügigkeit oder Dummheit?

  • Liebe Foris
    Ich bräuchte eure Meinung zu einer Situation die mich ziemlich belastet.
    Vielleicht könnt ihr mir helfen das Muster dahinter zu erkennen damit ich aus dem Kreislauf herauskomme.
    Ich habe ein Problem das mich schon einmal fast in eine gesetzliche Betreuung gebracht hat.Derzeit habe ich "nur" eine Betreuerin für Gesundheitsfürsorge und ich möchte,dass das auch so bleibt.


    Ich habe immer wieder Kontakt zu Menschen die mir auf viele Arten das Geld aus der Tasche ziehen.Ich bin sowieso ein Mensch der andere nicht Not leiden sehen mag und so reagiere ich auch prompt,wenn ich Mangel wahrnehme.
    Das ist eigentlich nicht falsch.
    Leider habe ich selbst wenig und muss davon viele Rechnungen und Raten zahlen und dann reicht es meist eh nicht mehr für den ganzen Monat zum leben.
    Trotzdem schaffen es bestimmte Leute jeden Monat mir mit dramatisch vorgetragenen Geschichten das letzte Geld aus der Tasche zu ziehen.
    Leider funktioniert das auch,wenn ich weiss,dass ich angelogen werde oder derjenige masslos übertreibt.
    Es gab da schon soviele absurde Situationen.Menschen die viel mehr zur Verfügung haben kommen alle paar Tage und flunkern mir was vor und ich gebe dann.
    Ich habe keine Ahnung warum ich das tue.
    Das ist einrein emotional gesteuertes Verhalten.
    Die Ärzte meinen,dass meine Motivation ehrenwert ist,aber man mich davor "beschützen" muss das letzte Hemd herzugeben.
    Aber wie soll das funktionieren?
    Ein Betreuer ist meiner Meinung nach keine echte Lösung.


    Liebe Grüße
    Gandalf

    Das einzig Wichtige im Leben sind die Spuren der Liebe die wir hinterlassen wenn wir gehen.


    Albert Schweitzer

  • Oje, das klingt ja nicht so gut. Wahrscheinlich ziehst du diese Menschen dann auch echt scharenweise an, wenn die einmal merken, bei dir gibts was zu holen, dann kommen die immer wieder. Und je öfters jemand kommt desto mehr kriegt er raus was er dir wie erzählen muss damit du möglichst viel Mitleid mit ihm bekommst.


    Das überhaupt erkannt zu haben ist doch schon mal ein erster wichtiger Schritt.


    Ich frag mich da grade als erstes, ob du eigentlich einen Übrblick darüber hast wem du diesen Monat oder dieses Jahr schon wie viel gegeben hast.
    Also das würde ich mir an deiner Steller als erstes mal alles aufschreiben in so ein kleines Büchlein, nach Personen sortiert aber auch nach Monat sortiert. Beides.


    Und dann würde ich anfangen Obergrenzen festzulegen. Wie viel kannst du von deinem wenigen Geld im Monat noch abgeben bevor du selber anfängst am Hungertuch zu nagen. So eine Grenze würde ich festlegen pro Monat und wenn die erreicht ist dann gibt es einfach nichts mehr und du hast dann die beste Ausrede vor dem anderen aber auch vor dir selber. "Ich würde dir ja gerne noch was geben, aber das Limit ist für diesen Monat schon erreicht".


    Also die zwei Ansätze könntest du mal ausprobieren
    1. alles aufschreiben um einen Überblick zu bekommen und
    2. Obergrenze festlegen


    Weil ganz aufhören wirst du damit wohl nicht können. Es hilft dir vermutlich dich besser und gebrauchter zu fühlen wenn du nicht nur emotionale sondern auch finanzielle Hilfe geben kannst.


    Du könntest es auch so versuchen, diese festgelegte Summe jeden Monat in eine extra Sparbüchse zu tun, aus der du dann immer was rausnehmen und verteilen kannst, aber wenn die grade leer ist, dann ist sie halt leer. Kannst du dem Besucher dann auch zeigen. "Guck hier, ist leer."


    LG


    Rebellion allein macht noch keinen Menschen. Sie ist nur ein erster Schritt auf einem langen, schwierigen und nie endenden Weg
    zur Überwindung der Furcht vor der Freiheit, ein eigenes Selbst und ein menschliches Herz zu haben.

  • Lieber Gandalf


    Ich weiß jetzt echt nicht ob die Gedanken die ich da lasse etwas nützen.


    Erstmal würde ich es nicht als Dummheit definieren. Ich denke eher das es daran liegt das du dir selbst zugestehen musst, das haben zu dürfen das es dir gehört. Und das du das Recht hast Geld oder was auch immer besitzen zu dürfen, und nein sagen zu dürfen wenn irgendwer kommt und um etwas bittet.
    Vorallem wenn er es nicht verdient und es dich in eine schwierige Lage bringt.


    Ich weiß nicht so in die Richtung es sich selbst wert sein. Und nur soweit zu helfen wie es für einen selbst ohne negative Folgen möglich ist.


    Ich weiß das ist leichter gesagt als getan.
    Was wäre wenn du dir vorstellst es gehört nicht dir sondern jemand der es dringend braucht um dich selbst zu überlisten bzw. besser nein sagen zu können.


    Ich weiß nicht ob jetzt rüberkommt was ich meine.


    Ich finde es ist ein schwieriges Thema und und bedrachte wahrscheinlich jetzt auch nicht alle Seiten. Nimm mir das bitte nicht übel..

  • Liebe @Sternenkind
    Da hast du einen Punkt getroffen...ich denke auch,dass es damit zu tun hat .Es fällt mir sehr schwer etwas zu behalten,wenn ich das Gefühl habe,dass es jemand anderen mehr zusteht.Die Not anderer wiegt immer mehr als meine- in meinen Augen.
    Deine Idee mit dem sich überlisten ist prima :nuke:


    Liebe @Drachentränen
    Vielen Dank das sind viele konstruktive Ideen.Die extra Kasse ist eine super Idee.Ich weiss wirklich nicht mehr wer was wann gegeben hat.


    Liebe Grüße

    Das einzig Wichtige im Leben sind die Spuren der Liebe die wir hinterlassen wenn wir gehen.


    Albert Schweitzer

  • Du kannst nicht nein sagen. Das ist ein Problem. Wieso nicht?
    Menschen, die dir Geld unter falschem Vorwand aus der Tasche ziehen wollen, sind Arschlöcher, und so dürfen sie auch behandelt werden. :icon_evil:


    Mein Vorschlag: Du nimmst dir vor, die nächsten Monate niemandem mehr was zu geben. Nichts.
    Auch nichts "leihen". Damit die Leute merken, dass es bei dir nix mehr zu holen gibt und dich in Frieden lassen.


    Sollte wer penetrant werden, drohst du damit, die Bullen zu rufen. Keine schöne Lösung, dürfte aber hoffentlich Wirkung zeigen (und ist immer noch besser als ein Baseballschläger... :grinh: ).


    Und um gar nicht erst in die Versuchung zu kommen, bei jemandem vielleicht doch eine Ausnahme von der Regel zu machen, solltest du nur ganz wenig Geld im Portmonee oder zu Hause haben. Am besten alles Geld direkt aufs Konto zahlen.


    :rasta:

  • Ich habe auch nur sehr wenig Rente und finde es oft sehr skurril, wenn mal wieder irgenwelche Leute Crowdfunding machen (und man mir den Link dazu schickt, damit ich was spende).
    Es ist respektlos und beschämt einen, wenn man nichts hat und trotzdem angepumpt wird.


    Genauso würde ich auch niemals Freunde um Geld fragen.
    So etwas sollte in einer Freundschaft keine Rolle spielen, da geht es um andere Werte.


    Ich fände es nicht gut, wenn ich Freunden erzähle, dass es gerade finanziell ziemlich finster aussieht und die dann ihren Geldbeutel zücken. Das wäre sehr unangenehm. Man mag das doch erzählen dürfen, so wie wenn man mal über Rückenschmerzen jammert (da erwartet man ja auch keine Massage oder orthopädische Behandlung von Freunden).


    Die Frage, die du dir wirklich stellen solltest, ist:
    Warum ist dir Geld geben so wichtig? Was bringt es dir?
    Kompensierst du damit einen eigenen Mangel?
    Oder hoffst du vielleicht, dass andere dir auch mal helfen?


    Wie sieht es damit eigentlich aus:
    Wenn du mal pleite bist - kannst du die betreffenden Personen dann um Hilfe fragen?
    Oder ist das eine einseitige Sache?


    Ich hatte mal eine lange Phase, da dachte ich immer, ich muss alle Leute beschenken (nicht mit Geld, sondern mit Geschenken). Freunde und Helfermenschen. Es war schon richtig zwanghaft.
    Irgendwie konnte ich meine Dankbarkeit nicht mit Worten ausdrücken.
    Aber es hat mir eigentlich sehr geschadet, weil ich das Geld dafür gar nicht hatte.
    Später hab ich dann festgestellt, dass Helfer ja für ihre Arbeit bezahlt werden und man einfach danke sagen kann, wenn man dankbar ist. Freunde freuen sich auch über nette Gesten oder hübsche Dinge aus dem Sozialkaufhaus, das muss nix teures sein. Es geht um andere Dinge, wie Vertrauen, Respekt, Kommunikation usw.


    Vielleicht kriegst du das ja mit der Zeit entschlüsselt.
    Und dann kannst du dein Geld für dich behalten und dir was schönes davon kaufen.
    Oder sogar mal was sparen für eine größere Anschaffung.
    Vielleicht ist das ja irgendwann auch mal erlaubt (von dir selber).

  • Wenn ich sowas lese werde ich total wütend. Man reicht ihnen die Hand und sie reißen direkt den ganzen Arm mit ab. Ich hab mir nur den ersten Post im Thread durchgelesen, aber ich hoffe dass du das schnell in den Griff bekommst.
    Die Gutmütigkeit anderer Menschen auszunutzen ist das Allerletzte.
    Ich habe durch solche Sachen ein richtiges Misstrauen gegenüber/pessimistisches Bild von Menschen.


    Wie kann man nur einen so schlechten Charakter haben und jemanden absichtlich so ausnutzen. Ich hoffe die Menschen entwickeln irgendwann mal so etwas wie ein Schamgefühl, den Rest erledigt Karma.


    Eigentlich wollte ich nicht so einen aggressiven Beitrag verfassen, konnte mich aber nicht zurückhalten, entschuldigt.

  • Lieber @Gandalf ich kenne jetzt nicht ganz
    die Hintergründe und den Ablauf der Situation.
    Aber trotzdem versuche ich mal etwas zu schreiben,
    was dir vieleicht ein kleinen denkanstoß geben
    könnte.


    Denn ich erahne,
    das der Grund ist,
    warum du dies hier schreibst.
    Ist vielleicht die Vermutung,
    das du merkst das da etwas
    mehr oder weniger gegen dein Willen läuft.
    Oder das du zumindest befürchtest
    das dein Wille Manipuliert wird.


    Was allerdings nicht bedeuted das da,
    eine Vorsätzliche Beeinflussung mit dem
    entsprechenden Resultat statt findet.


    Das Erinnert mich an eine Situation in meiner jugend.
    Als wir damals angefangen habe zu rauchen.
    War es für uns alle schwierig, das Geld für Zigaretten auf zu bringen.
    Doch einer von uns hatte immer Zigaretten.
    Und er hatte auch ohne zu zögern, wenn man ihn fragte.
    Fast jeden von uns Zigaretten ausgegeben.


    Irgendwann hat er erkannt das er zu viele
    Zigaretten verschenkt hat.
    Und hat nach mehren gesprächen und
    Überlegungen beschlossen.
    Kaum noch Zigaretten zu verteilen.
    Nach diesem entschluss hat sich für ihn
    nichts verändert.
    Denn die anderen (auch ich) hatten erkannt,
    das es falsch war ständig zu nehmen.
    Zumindesten betraf es die engeren Freunde.


    Was ich damit sagen will ist.
    Das einige von denen die nehmen,
    es nicht immer böse meinen.
    Sondern einfach den leichten Weg gehen.
    Natürlich gibt es da welche,
    die einfach nur ihren Vorteil erkennen.


    Ich glaube das ein klärendes gespräch helfen könnte,
    klare verhältnisse zu schaffen.
    Denn eine Veränderung scheint nötig zu
    sein.
    Da du ja Scheinbar öfters daran denken musst.


    Daher würde ich dir empfehlen den Hahn ein
    wenig zuzudrehen.
    Um auch einfach mal zu schauen was passiert.


    Denn wenn du nach der Ausgabeneinschränkung
    immer noch gut mit den Menschen auskommst.
    Dann hast du ihnen nicht einfach nur eine Lektion erteilt.
    Sondern dann vermittelst du auch gleichzeitig die richtigen Werte.
    Unzwar das man sich ein wenig bemühen sollte.
    Und darüber nachdenkt ob es richtig ist,
    ständig zu betteln.
    Obwohl man Höchstwahrscheinlich auch anders
    an Geld kommen könnte.


    Die jenigen die das verstehen, würde ich im nachhinein
    nicht verurteilen.
    Und über die anderen, brauchen wir erst garnicht nicht anfangen zu reden!


    Ich finde im übrigen dein handeln nicht naiv.
    Es zeigt mir das du dich mehr forderst als du müsstest.
    Und das du nicht den einfachen Weg gehst.


    Es ist eben nur wichtig das den Leuten geholfen wird
    die es auch wirklich brauchen.
    Den ein entsprechende Zuteilung ist dabei
    der Schlüssel der Zufriedenheit.


    Denn wenn alles entsprechend der Priorität
    aufgeteilt wird, ist das der vorteilhafteste Erlös,
    von den guten Willen der dahinter steckt.


    Ich hoffe meine Zeilen können dich Irgendwie
    Positiv erreichen.
    Und bei weiteren Fragen stehe ich auch gern
    zur Verfügung.
    Ansonsten hoffe ich das du es,
    bestmöglichst für dich klären kannst.


    Lg Razor :007:

  • Du musst egoistischer werden. Ein gesunder Egoismus hat noch keinem geschadet. Du hast ein großes Herz und das wird konsequent ausgenutzt. Sag öfter nein, sag, du bist keine Bank. Probier es mal umgekehrt, pump die um Geld an, dann werden wir ja sehen, was passiert.

    I'm being torn apart. I want to be free of this pain. And I know what I have to do, but I don't know if I have the strength to do it.
    Kylo Ren

  • @Gruen
    Ich finde es okay abzugeben.Auch wenn man sehr wenig hat kann man meist etwas in einen Spendentopf geben.
    Ich würde nicht sagen,dass mir Geld geben wichtig ist.
    Ich bin damit konfrontiert,wenn alle paar Tage ein Mieter vor meiner Tür steht oder ein Bekannter und mich darum bittet.
    Das ist etwas anderes in meinen Augen.
    Ich würde nie zu anderen gehen und um Geld bitten.
    Ich glaube das liegt aber auch daran,dass ich in einem sozialen Brennpunkt wohne und sich herumgesprochen hat wie ich drauf bin.
    LG

    Das einzig Wichtige im Leben sind die Spuren der Liebe die wir hinterlassen wenn wir gehen.


    Albert Schweitzer

  • @Daniel000
    Ich würde jetzt nicht sagen,dass diese Menschen einen schlechten Charakter haben.Es ist ein Verhaltensmuster das auf mein Verhaltensmuster trifft.
    Was für ein Karma entsteht hängt von der Motivation ab.Da kann man ja nur vermuten.
    Meist ist den Menschen ja gar nicht selber bewusst was sie machen und warum sie es tun.
    LG

    Das einzig Wichtige im Leben sind die Spuren der Liebe die wir hinterlassen wenn wir gehen.


    Albert Schweitzer

  • @Angelsammy
    Das werde ich nicht tun.
    Ich habe das Prinzip,dass ich mit dem auskommen muss was ich habe.
    Ich nehme prinzipiell kein Geld an.
    Wenn ich nichts mehr habe halte ich aus bis es wieder Geld gibt.
    Man kann ja immer noch zur Tafel gehen oder ähnliches.
    LG

    Das einzig Wichtige im Leben sind die Spuren der Liebe die wir hinterlassen wenn wir gehen.


    Albert Schweitzer

  • @all
    Vielleicht ist es auch ein Lösungsansatz in Zukunft mehr zu delegieren und an Hilfs-Beratungsstellen zu vermitteln.
    Es ist ja auch mein Muster immer gleich helfen zu wollen,wenn man bei mir von Problemen erzählt.
    Es sind immer beide Seiten beteiligt,wenn etwas ausgenutzt wird.
    Ich muss mir mehr klarmachen,dass ich niemandem helfe,wenn ich zulasse,dass Abhängigkeit entsteht.
    Wenn jemand immer wieder Geld braucht ,weil er nicht klarkommt,dann muss man an der Wurzel des Problems arbeiten.
    Oder den Geldhahn zudrehen.
    Oder mit dem zuständigen Betreuer reden.
    Ich werde auf jeden Fall nicht so weitermachen.

    Das einzig Wichtige im Leben sind die Spuren der Liebe die wir hinterlassen wenn wir gehen.


    Albert Schweitzer