Angezogen von destruktivem Mann

    • Ich fühl mich angezogen von einem mann, der 16 Jahre jünger ist als ich, der Drogen und Alkohol konsumiert, der gewalttätig ist, wenn er sich gekränkt fühlt......


    Der mit seinen 25 jahren schon 4 jahre auf der strasse gelebt hat....


    Bin ich komplett irre? Ich hatte das alles schon: beziehungen zu männern die voll narzisstisch sind, gewalttätig, zu männern mit drogenproblemen....


    Ich sehe seinen weichen, extrem verletzten teil. Und den zeigt er mir auch.


    Und ich verstehe ihn sehr gut. Seine gekränktheit. Sein alles auf sich beziehen.


    Ich glaube, ich habe ein helfersyndrom....
    Oder was sonst suche ich bei diesem mann?


    Heute wurde er von der polizei abgeführt und ist 20 tage oder mehr im knast. Wegen tätlichkeiten.


    Ich bin fast „froh“. Nicht für ihn, klar. Aber für mich. Eine zeit um zur besinnung zu kommen!!!!!!


    Kennt ihr sowas oder habt ähnliche Erfahrungen gemacht?


    Venere

    "One of my biggest mistakes in life
    is thinking people will show me the same love that I've shown them." -Heath Ledger (1979-2008)

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  • Hi Venere,


    ich hab früher Jahrzehnte im sozialen Bereich gearbeitet, in einer Einrichtung für geistig und psychisch Behinderte. Damals habe ich immer gesagt: "Es hilft mir, anderen zu helfen." Das war völliger Blödsinn. Es hat mir nur geholfen, psychisch so krank zu werden, dass ich vor 10 Jahren dauerhaft erwerbsunfähig wurde.


    Das ist natürlich jetzt eine andere Ebene. In Beziehungen habe ich das extrem schwierige nicht gesucht. Aber vielleicht hilfst du ja auch gerne anderen Menschen?


    Interessieren dich "normale" Männer nicht?


    voyager

  • Hey voyager


    Danke für deine Antwort und deine Offenheit.


    Doch mich interessieren normale männer auch. Aber ich denke, ich suche noch immer das symbiotische. Ich kann ihn und seine Reaktionen und Verletztheit so gut verstehen. Ich spiegle mich darin, sozusagen.
    Vielleicht ist es das.....
    Und ich werde NICHTS mit ihm anfangen. Das versprech ich mir hoch und heilig!
    Aber ich habe auch so einen impuls ihm zu helfen. Ja, ich helfe gerne. Dabei sollte ich erstmal mir selbst helfen......


    Ich sehe die ganzen Ungerechtigkeiten, die ihm widerfahren und finde es nicht verwunderlich, dass er reagiert wie er reagiert...


    Schwierig, da zuzuschauen, wie sich ein Mensch selbst zu Grunde richtet, der eigentlich nichts falsch gemacht hat, bloss eine Scheiss-Kindheit hatte und gewisse professionelle Helfer machen es noch schlimmer durch ihre eigene Unreflektiertheit.


    Venere
    P.S. Helfen gibt einem/mir das Gefühl zu etwas nütze zu sein. Ein schönes, verlockendes Gefühl.

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    is thinking people will show me the same love that I've shown them." -Heath Ledger (1979-2008)

    2 Mal editiert, zuletzt von Venere ()

  • Das Thema verfolgt mich. Einfach, weil ich mich als Kind sehe in ihm, dem niemand half. Er sitzt jetzt im Knast. Krass.


    Ich sehe die Schwierigkeit ihm zu helfen. Aber ich kann doch auch nicht mitansehen, wie ein Mensch sich und seine Existenz zerstört, ohne dass er es will, weil er keine andere Option hat.


    Ich verstehe dass er innerlich am Rad dreht, wenn die Sozialarbeiterin mit dem Auto an ihm vorbeifährt, hupt und winkt, aber nicht anhält, um ihn mitzunehmen, während andere Bewohner im Auto sitzen und gefahren werden.
    Ich verstehe, dass er die Kontrolle verliert, wenn eben diese Sozialarbeiterin ihn danach noch anschreit für seine Wut....


    Und dass er dann die Kontrolle verliert, wenn ein anderer Bewohner ihn auch noch anschreit.....
    Es ist das typisch kummulieren der Spannung, das bei BL passiert. Man KANN irgendwann nicht mehr anders. Ich bin die friedliebenste Person, wenn ich mich bedrägt fühle, habe ich aber auch schon Frauen angegriffen. Das ist wie ein Überlebensreflex bei einem Tier. Man hat keine Kontrolle mehr.
    Obwohl ich sonst eine sehr kontrollierte Person bin.


    Ich verstehe, dass er enormen Schmerz verspürt, weil er konsequent mit seiner Ex sein muss, die ihn 3 mal betrogen hat, mit der er aber 4 jahre zusammen war und die er liebte.
    Ich verstehe, dass es ihn kränkt, dass seine mutter ihn nicht sehen will, obwohl sie nur ein paar tage hier urlaub macht und sonst in thailand lebt.
    Ich verstehe, dass er, wenn er nicht mal mehr gamen kann in dieser situation, weil der tv kaputt ist, das mass überläuft.


    Sein verhalten ist nicht so krank. Es ist vor dem hintergrund seiner verletzungen logisch und verständlich.


    Ich denke, es sind wohl eher muttergefühle, die ich habe ihm gegenüber. Ich verwechsle da emotional etwas.


    Soll ich auch so werden wie die Menschen, die bei mir als kind weggeschaut haben?
    Die die konfrontation scheuten?
    Die mich kaputt gehen liessen bei diesen „eltern“, weil es deren sache ist wie sie mich behandeln?


    Ich weiss es nicht. Es zerreisst mich ziemlich. :halloweencry:

    "One of my biggest mistakes in life
    is thinking people will show me the same love that I've shown them." -Heath Ledger (1979-2008)

    4 Mal editiert, zuletzt von Venere ()

  • Hallo @Venere


    eine interessante und verzwickte Situation die Du da schilderst
    grade bei schwierigen Beziehung zu einem anderen Menschen sollte man sich und seine eigene
    Motivation dahinter hinterfragen


    das ist nicht schön,eigentlich sollte man ja meinen das Liebe und Verständnis reicht
    um anderen zu helfen und sie zu unterstützen



    Dabei sollte ich erstmal mir selbst helfen......


    da hast Du absolut recht,ein wichtiger Satz!
    mir gehts manchmal so das ich intensiver über andere nachdenke wie ich anderen helfen könnte
    als über mich selbst nachzudenken. Zu schlimm zu schmerzhaft....
    aber eigentlich keine gute Idee

    Einfach, weil ich mich als Kind sehe in ihm, dem niemand half.


    er ist aber kein Kind mehr
    klar kann man fast jedes Verhalten erklären oder entschuldigen
    aber tut das jemandem gut?
    einem selbst oder dem anderen?

  • Hey @Tessa


    Mittlerweile ist fast eine Woche vergangen und ich bin etwas zur Besinnung gekommen. Sehe viele Parallelen zu meinem ersten (ziemlich narzisstischen) Freund.


    Es graut mir etwas davor, wenn er zurück kommt! Werde ich mich abgrenzen können? Wie wird er die Abgrenzung meinerseits aufnehmen? Ich kann mir vorstellen, dass er der Typ Mensch ist, der Grenzen schlecht akzeptiert. Phuuu.
    Viele Übungsfelder, die auf mich zu kommen. Macht mir Angst.


    Nun.... für jemanden dasein tut dem anderen schon gut, denke ich..... wenn einem beispielsweise jemand zuhört... einem aus Erfahrung Tipps geben kann...


    Aber du hast recht, er ist kein Kind mehr. Aber das wird in mir aktiviert durch die Situation, mein hilfloses Kind.

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  • @Tessa
    Oh ja... diese Gefühl- und Energievampire.... schlimm. Da kann man nicht anders als sich abgrenzen!
    Danke..... ich kann ja Unterstützung im Team holen um die Abgrenzung durchzuziehen, denke/hoffe ich.

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  • A. ist aus dem Knast raus, musste letzte Woche sein Zimmer hier räumen und wohnt jetzt mal da mal dort bei Freunden und Bekannten.


    Ich weiss nicht was es ist, aber als er gestern vor einer Woche hier war, fühlte ich wieder das genau gleiche, so eine Euphorie.


    Da der Hausarzt der WG hier sagte, A. gehe in die Notschlafstelle für Obdachlose in der nächst grösseren Stadt, kontaktierte ich ihn nach sehr langem Überlegen per facebook. Ich fand das krass.
    Nun scheint er bei seiner Ex zu sein bis heute Abend.


    Ich will ihm nah sein. Ich will... keine Ahnung.
    Aber ich weiss, dass in Realität nichts so wäre wie ich es bräuchte.
    Vielleicht flammt gerade ein uraltes Muster, die Promiskuität, bei mir auf. Ich weiss es nicht.

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  • Er war heute hier. Ich habe ihm meine alte Wohnung angeboten, da ich ja noch 2 Mte Kündigungsfrist habe und die Whg leer steht...
    Er sagte, er überlege es sich, schien ambivalent.
    Er kam extra her.... und blieb nur 15 Min. Was denkt er von mir? Findet er mich doof? Oder arrogant? Oder peinlich?
    Ja müssig diese Fragen. Ich
    sollte sie ihm stellen.
    Zum Abschied umarmte er mich. Sagte, „pass auf dich auf“.
    Ich schrieb ihm kurze Zeit später auf fb, weil etwas in der WG war, von dem ich wusste, es würde ihn interessieren. Und auch, um Kontakt zu haben ;-).
    Er schrieb eine Weile und meinte dann, er gehe jetzt zu seinem Kollegen, melde sich später nochmal, so um 22.30h.
    Er ist online seit 22.00h. Aber er schreibt nicht. Da verstehe mal einer die Männer.
    :schulterzucken:

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  • Hey Venere,


    Ich sehe michjetzt mal an der Stelle des Mannes. Vielleicht auch interessant.


    Ich bin 30, der Mann ist nun fast 60.
    Ich weiß er koennte gut für mich sorgen (ich meine nicht finanziell, eher emotional aber auch von Berufswegen her ist er ein Helfer - Arzt).
    Ich bin seit sechs Jahren hinter ihm her wie der Teufel hinter der armen Seele. Krass ausgedrückt. Ich verfolge ihn nicht oder sowas.
    Ich lasse mich nur von ihm behandeln und fuehle mich einfach wohl in seiner Nähe..
    So wie Frau halt ist - ich habe schonmal bei anderen angehört wie sie den so finden..
    Jeder, aber absolut jeder sagt er ist ein empathiloses A***, keiner kann ihn leiden, alle haben Angst vor ihm - ob nun Angestellte oder private Kontakte.


    Ich fuehl mich einfach geborgen und wenn ich koennte, wie ich wollte.. Naja..


    Aber ich mache mich sehr rar in seiner Gegenwart. Weil ich weiß das er eben anders denkt. Für ihn ist das eben nur n Job. Ich bild mir da viel zu viel ein. Will ihm nicht dauernd auf den Schuhen stehen, versuche ihm aus dem zu Weg zu gehen..


    Vielleicht geht es deinem Bekannten da ja aehnlich und er denkt du haettest auch kein interesse an ihm?
    Haettest du den richtiges Interesse an ihm? Beziehungstechnisch?
    Vielleicht dann mal dahingehend Signale aussenden..

  • Hey @Samira


    Danke für deine ehrlichen Worte. Ich stehe wirklich manchmal ziemlich auf dem Schlauch, was das Verständnis der Gefühle anderer betrifft und du bringst es, denke ich, auf den Punkt.


    Ich weiss, dass ich uralt bin für ihn. Und er viel zu jung für mich.
    Ich bin halt aufgrund meiner Geschichte ziemlich ein Spätzünder. Und ich bin auch sehr gehemmt ihm gegenüber und habe Angst abgelehnt zu werden, ihm nicht zu genügen.


    Wegen ehrlichem Interesse: ich kann es nicht abschätzen. Ich würde ihn näher, besser kennenlernen wollen. Zeit mit ihm verbringen. Hab ihm gestern vorgeschlagen, uns ins Wohnzimmer zu setzen und zu quatschen. Wollte er nicht.
    Vielleicht hat er genauso Angst abgelehnt zu werden? Ist genauso unsicher wie ich es auch bin?


    Eigentlich ist er es, der Anspielungen macht für mehr. Als ich ihn z.B. fragte, wo er eine Wohnung will, meinte er, er wisse nicht in welcher Stadt und schrieb „soll ich nach O. ziehen ;-)?“. Das ist die Stadt in der ich wohne.


    Naja mal schauen. Ich hab keinen Bock immer als erste zu schreiben. Ihm hinter her zu rennen. :halloweenno:

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    Einmal editiert, zuletzt von Venere ()

  • Gestern haben wir 3 Std. im Messenger geschrieben. Dann war er weg (ohne Ankündigung) und seither ist Funkstille.


    Während den 3Std. Haben wir ausgemacht, dass er am WE nach B. kommt zu mir.
    Mal sehen.... ich glaube daraus wird nichts. Denn.... ich fühle mich schon wieder so, als ob er kein Interesse hat und ich ihm zuviel bin.
    Ist es ein Fehler, nicht immer die sein zu wollen, die die Initiative ergreift, als erste schreibt?

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  • Gestern haben wir 3 Std. im Messenger geschrieben. Dann war er weg (ohne Ankündigung) und seither ist Funkstille.


    Während den 3Std. Haben wir ausgemacht, dass er am WE nach B. kommt zu mir.
    Mal sehen.... ich glaube daraus wird nichts. Denn.... ich fühle mich schon wieder so, als ob er kein Interesse hat und ich ihm zuviel bin.
    Ist es ein Fehler, nicht immer die sein zu wollen, die die Initiative ergreift, als erste schreibt?


    Ich glaube das ist nicht der Fehler, ich glaube der Fehler liegt woanders und das hast du realistisch gesehen hast du eigentlich schon alles im ersten Post geschrieben... sogar der Titel sagt es ("Destruktiver Mann").


    Wenn du einen Rat möchtest: Ich persönlich würde dir dringend raten dich von destruktiven Menschen fern zu halten, insbesondere was Beziehungen anbelangt. Selbst wenn er sich auf dich einlässt wirst du darunter leiden oder kaputt gehen und das ist es eigentlich nicht wert.


    Dieser Mann scheint jetzt auch niemand zu sein der ein Verhalten ernsthaft reflektiert und sich wirklich ändern möchte.


    Vielleicht solltest du dich fragen warum du niemanden willst der es gut mit dir meinen würde und eben nicht destruktiv ist?


    VG

  • Hey @Levi


    Danke für deine Inputs!
    Nun ja, dass er sich nicht ändern wird... das war/ist mir nicht klar. So langsam sehe ich, so schnell wird/kann er sich wohl wirklich nicht ändern.


    Die Frage, warum ich mich nicht mit jmd umgebe, der konstruktiver ist, ist eine sehr gute.
    Das frag ich mich manchmal auch! Warum bloss? Meine Erklärung ist, dass ich immer noch etwas „aufzulösen“ versuche emotional, was meine Erzeuger angeht. Er hat Züge meiner Erzeuger. Und das löst Abgelehntheitsgefühle aus, Ohnmacht, Verzweiflung. Vielleicht war ich so naiv zu denken, er würde sich ändern. Er ist nicht so wie alle sagen.
    Vielleicht ein paradoxes Gefühl der Kontrolle, weil ich durchschaue, wie er tickt.


    Wie auch immer, er widerspricht sich selbst. Er ist nicht fähig zu lieben, denke ich (bin ich denn fähig zu lieben :schämen: ?).


    Das macht mich grad sehr traurig, denn ich mochte ihn. Irgendwie. Wollte ihm nah sein. Fühlte mich verbunden.

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