Beiträge von blackrose

    Ob an den Religionen doch was dran ist?

    Es gibt ja soviele unterschiedliche Religionen mit unterschiedlichen Grundsätzen. Ich glaube da auch eher an das Universum, als an eine höhere Instanz, die zB in gut und böse unterteilt, also sehr weltliche Massstäbe ansetzt. Ein übergeordnetes Gleichgewicht, wie du gesagt hast, find ich da viel interessanter.

    Aber genauso zerstört es das Gleichgewicht, wenn Leute für Ihre Probleme keine Eigenverantwortung übernehmen wollen und die Schuld ausschließlich in Ihrer Umgebung suchen.


    Damit bringt man sich selber und einen kleinen Teil des Universums aus dem Gleichgewicht.

    Ja, das seh ich prinzipiell auch so, allerdings muss man differenzieren zwischen Leuten, die eigentlich vom Leben bevorzugt wurden, trotzdem aber diese Vorteile nicht erkennen bzw wertschätzen und zudem noch auf Menschen, die ständig kämpfen mussten, herabblicken und denen das Leben noch schwerer machen müssen, als es sowieso schon ist. Aber es ist ja auch einfach nach unten zu treten, statt dort zu beginnen, wo die Wurzel des ganzen sitzt. Es muss ja immer jemanden geben, der Schuld ist und an dem man seine Unzufriedenheit auslässt, ohne zu merken, dass man damit genau so agiert, wie gewünscht, um die Macht von einigen zu sichern, die die Menschen gegeneinander ausspielen für ihren eigenen Vorteil. Wer bestimmte Menschengruppen in Schubladen steckt, um ihnen einen Schuldstempel aufzudrücken, hat sich als menschenfeindlich geoutet und wird niemals andere Interessen vertreten als die, die die eigene Macht sichern. Für die sind alle Menschen nur Mittel zum Zweck und die große Masse der dumme Pöbel, der ihnen gefälligst durch Manipulation den Weg bereiten soll, um später genauso abserviert zu werden, wie die, die man vorher als "den Feind" auserkoren hat.


    Aber es gibt eben auch Menschen, denen das Leben nicht so gut mitgespielt hat, zB durch psychische Erkrankungen etc. Ich hab immer versucht zu "funktionieren", aber unabhängig davon, dass ich mit schweren psych. Erkrankungen zu kämpfen habe, konnte ich nie echte Zufriedenheit aus rein materiellen Dingen ziehen. Klar,man braucht Geld um zu überleben, aber dieses grenzenlose, unsinnige Geld scheffeln, was einem so als nonplusultra suggeriert wird, konnte ich nie nachvollziehen. Ich denke, dass das Ungleichgewicht in sämtlichen Bereichen zu extrem geworden ist und habe Sorge, was die Zukunft so bringen wird.

    Man kann wohl nur versuchen, sich seinen eigenen Mikrokosmos so angenehm wie möglich zu gestalten, zB sich mit wertschätzenden Menschen zu umgeben. Der Rest liegt nicht in unserer Hand.

    Da fällt mir ein Zitat von Aldous Huxley ein: "Vielleicht ist diese Welt die Hölle eines anderen Planeten."

    Oder des einen Himmel ist des anderen Hölle. Die einen schaden anderen Menschen, indem sie deren Freiheit einschränken und machen sich dadurch diese Welt zum Himmel und gleichzeitig den anderen zur Hölle, denen diese Möglichkeit aus unterschiedlichen Gründen verwehrt bleibt.

    Ich finde das sehr interessant, was du, Ritter, geschrieben hast bzgl eines übergeordneten Gleichgewichts, was aber durch weltliche Regeln außer Kraft gesetzt wurde, was dieses irdische Ungleichgewicht erst möglich macht.

    Ja, das kann gut sein. Ich hab immer gedacht, man hätte mir meine Seele geklaut, nur mein Körper ist noch da. Allerdings hab ich nie das Gefühl gehabt, ich könnte mich entscheiden. Aber ich hab fast schon darum gefleht, dass diese unglaublichen Ängste aufhören, was erst langsam besser wurde, als es mir egal war, ob ich lebe oder st*rbe. Danach wurde es tatsächlich besser.

    Manchmal kommt es mir halt so vor, als ob einige Ereignisse kein Zufall sein können.

    Vileicht leide ich auch einfach nur unter magischem Denken, wir werden es nicht beweisen können und das ist das interessante dabei.

    Das mit dem magischen Denken kenn ich auch. Meiner Meinung nach ist das die Vorstufe zu psychotischen Gedanken. Für mich hat sich das immer angefühlt wie ein Paralleluniversum, aber genauso real erscheinend wie die "echte Welt" mit einer eigenen Ordnung und eigenen Regeln. Vielleicht ist das der Versuch, traumatische Ereignisse zu verarbeiten, die in der "echten Realität" nur schwer zu verarbeiten gewesen wären.

    Rhea


    Du hast vollkommen Recht damit, dass man differenzieren muss. Es gibt einfach sehr harte Schicksale, wo so eine Aussage schon provozierend rüberkommen kann und ich meinte auch keine übertriebenen Dinge wie Reichtum etc. Eher herauszufinden, was einem wichtig ist. Mir haben Ärzte gesagt, ich werde niemals ohne Medikamente leben können und ich wollte so ein Leben nicht, also eine Spirale aus Klinik, Medikamenten und trostlosen dahinvegetieren. Ich verstehe aber, dass es Menschen gibt, denen das nach schwerwiegenden psychischen Problemen eine Art Sicherheit gibt und die damit auch nicht unzufrieden sind. Bei mir war es jedoch so, dass das Umfeld und auch meine eigene Einstellung zu mir (war ein Spielball für alle und hab das leider auch ewig nicht verstanden) u.a. ein Grund dafür waren, dass es mir so schlecht ging. Ich hatte keine echte Verbindung zu mir, wusste nicht, was ich brauche (jemand, der mich versteht und meine Erfahrungen validiert, die ich selbst aus Unwissenheit immer runtergespielt hab). Es ist auch nicht perfekt und ich hab immer noch psychische Krisen, aber sie reißen mich nicht mehr komplett weg, wie das früher der Fall war und ich hoffe, dass das auch so bleibt.

    Und ja, so wie du würde ich das auch ausdrücken - wie von einer höheren Macht geleitet zu werden und darauf zu vertrauen, dass ich OK sein werde und ich an dem, was das Leben mir in den Weg legt, nicht zerbrechen werde, also sowas wie ein Urvertrauen, was ich nie hatte.

    Ich sehe das ähnlich und glaube, dass man das Glück auf seiner Seite hat, wenn man es wagt, seine alten, eingefahrenen Muster zu durchbrechen, die in der Vergangenheit vielleicht mal nützlich waren, um sich selbst zu schützen. Denn leider entsteht dadurch ein gewisser Stillstand, der einen ausbremsen kann und eine Entwicklung verhindert. Ich denke, dass es wichtig ist für sich selbst zu erkennen, was einem wichtig ist und welche Menschen geben mir ein gutes Gefühl, ticken ähnlich bzw ergänzen einen und welche ziehen mehr Energie, als dass sie positiv auf einen wirken. Voraussetzung ist natürlich auch ne gewisse Selbstreflektion, denn konstruktive Kritik ist durchaus erwünscht, unreflektierte, unzufriedene Miesepeter allerdings nicht. Dabei ist aber trotzdem auch wichtig, zu erkennen und wertzuschätzen, was man hat und dies nicht leichtfertig aufs Spiel zu setzen.