Wozu existieren wir?

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    • Wozu existieren wir?

      Hat unser kleiner Auftritt auf der großen Show-Bühne (Welt) irgendeine (vlt. höhere) Bedeutung (vlt. sogar über unser Leben hinaus), oder verpuffen wir beim Eintritt unseres Todes lediglich im absoluten Nichts zu einem vielleicht noch größeren Nichts? Unter dem Motto: Aus dem Nichts komme ich, in diesem Nichts bin ich nichts und war ich nichts und ins absolute Nichts verschwinde ich deshalb auch wieder.

      MEGA-Massen von Krankheiten jeglicher Art, bis hin zu den Perversesten, machen unser Leben nicht nur schwer, viele Krankheiten machen es bisweilen sogar, für einige Menschen, zur absoluten Folterkammer des Grauens, sprich unaushaltbar (die Folgen sind u.a. schwere Dauer-Depris usw. bis hin zu Suiziden). Manche Menschen werden regelrecht zerfressen/aufgefressen, bei lebendigem Leib, von innen wie von außen - sogar ganz OHNE Drogenkonsum, oder Kriegs-Giftgase etc.. Und kaum einer bleibt wirklich verschont von irgendwelchen Krankheiten. Manche erwischt es sogar vielfach, will heißen sie haben mehrere (Horror-)Erkrankungen gleichzeitig. Und es trifft keinesfalls nur Menschen, die riskant, gefährlich und ungesund leben.

      Ein russischer Schriftsteller bemerkte einmal dazu, gegen Ende seines Lebens, als er so um die ca. 80 Jahre alt war: "Wer hat mich eigentlich an die Hand genommen, in einer Welt in der täglich tausenderlei Gefahren auf einen lauern, die einen zum Vollkrüppel, Vollpflegefall machen können, oder die dich bereits in jungen Jahren schon töten können. Ich selbst habe das große Glück, nahezu vollkommen unbeschadet davon gekommen zu sein. Massen hab ich jedoch gesehen, die alle nicht solch großes Glück hatten. Und bei vielen konnte ich sogar beobachten, das wer erst einmal von einer schwereren Krankheit heimgesucht wurde, das sich an denjenigen im Lauf der Zeit, immer mehr und mehr noch weitere schwere Krankheiten hefteten, warum auch immer. Eine Krankheit scheint andere weitere Krankheiten geradezu magisch irgendwie anzuziehen."

      Meine Beobachtungen sind ähnlich wie die des Russen. Viele Menschen um mich rum wurden teils schwer krank, die meisten bekamen irgendeine Art von Krebs (aber auch Gehirntumore usw.), kaum einer davon konnte jedoch geheilt werden. Und etliche bekamen weitere Krankheiten noch obendrauf beschert im Lauf der Zeit. Fast jeder meiner Bekannten, Nachbarn, Freude und Verwandten die im Lauf der Zeit verstarben, verstarben anhand irgendeiner schlimmen Krankheit. Das jemand nie (schwer) krank war in seinem Leben, und irgendwann einfach friedlich und sanft einschlief, erlebte ich nur 2 mal und das ist Ewigkeiten schon her. In den letzten Jahrzehnten erlebte ich dies nie mehr wieder.

      Unser Auftritt hier auf Erden, dauert, bemessen am bestehen des Universums seit ca. 13,8 Milliarden Jahren, lediglich nur einen Augenaufschlag lang - und schon sind wir auch wieder verschwunden, von dieser Show-Bühne.

      Da kann doch dann keinerlei Bedeutung drin liegen, ob es uns gab, oder ob es uns nicht gab, gefühlsmäßig, so zumindest meine persönliche Überlegung. Ich gehe davon aus, das die Spezies Mensch in absehbarer Zeit aussterben wird, dafür sorgt sie eindeutig selber.

      Welche Bedeutung, welchen Sinn, hatte aber unser kurzer (überwiegend zerstörerischer) Auftritt hier?

      Ich nehme einmal an: gar keinen.

      Ich denke über mich: ich bin absolut bedeutungslos, in Bezug auf alles.
      Aber ist es der Rest der Menschheit ebenso, die große Masse?

      Weswegen, wozu, wofür, warum all das Geschrei und Gegackere, das wir bisweilen zu unseren Lebzeiten, oftmals wegen totalen Nichtigkeiten, veranstalten? Ist nicht eh ja alles sinn- und bedeutungslos, alleine schon nur in Anbetracht der Tatsache unser aller Sterblichkeit wegen?

      Obwohl ich inzwischen in absolut rein gar nichts mehr einen Sinn sehe, was mein Leben anbelangt, suche ich dennoch ständig immer weiter und weiter und weiter nach solch einem. Bin ich nur bekloppt, oder ist die Funktion bekloppt, die mich zwangsläufig nach etwas suchen lässt, von dem mir mein Verstand längst schon sagte, das es so etwas nicht gibt, sprich einen Lebenssinn!?

      Was ich tun kann, ist in alles mögliche selbst irgendeinen Sinn hineininterpretieren, das geht. Nur kann ich damit nur NULL anfangen, ich finde auch das wiederum sinnlos. Ein Teufelsspiel, das sich im Kreise dreht.

      Bei Tieren gehe ich einmal davon aus, wissen tue ich es natürlich nicht wirklich, das die sich keinerlei Gedanken darüber machen, wozu, warum und weshalb es sie gibt und was das Leben von ihnen will. Geschweige denn werden Tiere darüber nachsinnen, ob es vielleicht einen Gott gibt ~g~. Ich sehe sie allesamt in den Tag reinleben, getrieben vorrangig von Durst und Hunger und auf Nahrungssuche sich begebend, unablässig, als ihr vornehmlichstes Ziel. Sich putzen, relaxen, schlafen und fortpflanzen gesellt sich bisweilen noch dazu. Das war es dann aber auch schon, im großen und ganzen zumindest, was Tiere täglich allgemein so tun. Sie schauen kein TV, philosophieren nicht, machen keine abartigen Partys, verschmutzen die Umwelt nicht mit Müll, Lärm, Licht usw..

      Wäre man, ganz allgemein gesehen, denn nicht besser dran, als irgendein Tier (von Nutz und Schlachtvieh einmal abgesehen)?
      Bist du bspw. ein Vogel, kackst du, wann immer dir gerade danach ist, und sei's mitten während des Fluges, vom Himmel herunter, OHNE dir Gedanken darüber zu machen, wen das Geschoss eventuell treffen könnte und welche Konsequenzen das Ganze für dich u.U. hätte. So agieren zu können, ohne über sein Tun und dessen etwaige Konsequenzen nachzudenken, "DAS" muss doch wahre Freiheit sein! Oder irre ich?

      Aber auch Tiere können jederzeit von herbsten Krankheiten befallen werden, sollte man nicht vergessen. Da sie keine Ärzte haben, und wenn ihnen nicht gerade Menschen helfen sollten, bedeutet eine schlimme Krankheit oftmals ihr aus - und das bisweilen recht schnell sogar, oftmals ohne großes Leiden. Aber ist das nicht sogar wesentlich besser, als was uns wiederfährt, bei schweren Krankheiten, wie bsplw. jahrelange unerträgliche Zustände, Schmerzen vlt., oder massive psychische Leiden, Suizidalität Tag und Nacht jahrelang, die quälende und sinnlose Frage nach einem Sinn von einem selbst als auch von allem anderen, usw. usw..? Leiden Tiere auch unter alle dem? Mein Gefühl sagt mir, nein. Nur, liege ich mit dieser Einschätzung auch richtig?

      Warum wurde ich ausgerechnet als das Tier Mensch, sprich als "Homo sapiens" geboren? Wie mutiere ich zu irgendeinem anderen Tier, welches zeitlebens vermutlich keine quälenden Gedanken hat, die eh sinnlos sind?

      Erst dann wenn ich sterbe sind all diese, meine, sinnfreien Gedanken und Überlegungen weg (für immer dann hoffentlich). Warum aber nicht jetzt schon? Ich wäre so dankbar dafür!

      Mich interessierte die konkrete prozentuale Zahl kranker Menschen, physisch als auch psychisch, die deswegen ihr Leben als vollkommen unlebenswert empfinden/ansehen/einstufen und die deswegen u.U. Dauer-Suizidal sind. Ist dies Zahl vielleicht auch so "verschwindend gering" (in Anführungszeichen), wie jene derer, die Suizid begehen (konkrete Zahl siehe nächster Absatz)? Leider fand ich solch eine Statistik bisher nirgends. Es gibt zwar eine über die Zahl der Weltweit an Krebs erkrankten, jedoch keine, wie viele Menschen ihr Leben als dauerhaft unlebenswert ansehen, egal anhand welcher Problematiken auch immer. Selbst grob schätzen geht in dem Fall ja nicht.

      Bezüglich Suiziden habe ich mal ausgerechnet, anhand der bekannt gegebenen Statistiken darüber, wie viel Menschen sich prozentual weltweit, Jahr für Jahr das Leben nehmen. Suizid gilt weltweit als Todesursache Nummer 1. Von derzeit 7,6 Milliarden (Gesamtweltbevölkerung), begeht jährlich ca. 1 Millionen Suizid, das wären 0,01%. Eine Zahl also, die im Grunde NULL nur ins Gewicht fällt, nüchtern betrachtet. Die Menschheit wird deswegen nicht aussterben. Dennoch ist "1 Million" andererseits ein Vollschock, zumindest empfinde ich dies so.

      Was habt Ihr für Erfahrungen und Gedanken zu dem Thema?

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Trevor ()

    • Du weißt doch schon die Antwort,sie steht in Deinem Nachspann:All we are its Dust in the Wind............ Wir bestehen aus den Elementen dieses Universums,werden es auch für immer bleiben,egal ob Tod oder lebendig.Egal,in welcher Form,sei es nur noch Asche.Staub im Wind,viel zu winzig,um irgendeine Rolle zu spielen.Vielleicht ein Versuch der Natur oder ein Schachzug der Evolution,das Gehirn mehr zu berücksichtigen,die Möglichkeit besser kommunizieren zu können,als ähnliche Wesen.Der Ausbau der Intelligenz führte zu einem sogenannten "Bewußtsein",von dem Keiner so genau weiß,was das überhaupt ist.O.K.,Bewußtsein oder aber die Kollision zweier schwarzer Löcher,das kann Alles passieren,auch ohne,daß ich mir dessen bewußt bin.Der Sinn des Lebens eines Menschen steckt im Menschen selbst,er zeigt sich dort,wo ein Mensch einem anderen Menschen hilft,ohne irgendwelche Forderungen.Ich glaube,die Zeit der Menschen läuft ab,ihre Gier nach ständig "Mehr und noch mehr" wird sie töten.Egal,selbst wenn sie die Welt nuklear verseuchen,in 14 Milliarden Jahren ist das vollkommen uninteressant.Vielleicht gibt es im Universum auch einen Himmel,wo auf einmal Alle weiterleben,die nur nach ihrem Herz gelebt haben........ Wer weiß das schon? :Ratte:
      Noch ist nicht aller Tage Abend
    • Ui.... das hab ich mich das erste Mal vor ca. 25 Jahren gefragt.... und ich habe noch keine Antwort gefunden......

      Vielleicht um füreinander da zu sein und uns gegenseitig zu unterstützen?
      Um das Leben zu teilen, in der Freude, im Schmerz?
      Man ist nie näher am Leben dran als angesichts des Todes.
    • Warum die Menschheit existiert, weiß ich nicht einmal.
      Was sie genau aus ihrer Existenz macht,
      ist wirklich ungewiss.
      Im Grunde genommen, schreitet die Evolution voran wie immer.
      Entwicklung und die Vorstellung davon was möglich ist.
      Allerdings befürchte ich, dass die Körperliche Entwicklung ihre Fähigkeiten nicht erweitern wird.
      Um es mal konkret zu nennen, der Menschliche Körper stagniert.
      Und das ist eigentlich für mich der Indikator, dass die Menschheit,
      zukünftig ein einfallsloses Leben anstrebt.

      Naja gut, von der Intilligenz her sehe ich langfristig Steigerungspotential.
      Aber ein gesunder Geist in einem ungesunden Körper.
      Ist nicht unbedingt erstrebenswert,
      b.z.w der Kompromiss ist nicht unbedingt herausschlagend progressiv.
      Und darüber hinaus, ist der Stresspegel so hoch das die Zahl der Geistigen Überlastungen zukünftig weiter steigern wird.
      Ich hoffe die Evolution, zieht ein Ass aus dem Ärmel und hilft den Armen Menschen ihre kognitiven Fähigkeiten anzupassen.
      Dann könnte vielleicht sowas wie ein Sinn in der Existenz aufblühen.

      Denn für mich ist Sinnvolle Existenz "Fortschritt", wenn ich mich selbst nicht mehr verbessern kann.
      Ist mein existieller Sinn gefährdet.

      LG Razor :unein:
      Das was bleibt,
      ist das was übrig bleibt!
    • Der Sinn des menschlichen Lebens besteht in der Interaktion,die dazu führt,daß die Menschen miteinander leben.Das bezieht sich allerdings nur auf die Menschen,der Rest des Universums ist davon nicht betroffen.Die Menschen verändern einen Planeten dahingehend,daß Leben auf diesem Planeten immer unmöglicher wird,aber es ist nur ein Planet in der Unendlichkeit........ Ratten haben es besser,sie sind im Weltall weit verbreitet,sind mit Wenig zufrieden und werden dann noch existieren,wenn "Menschen" längst Geschichte sind.Eine Geschichte für die sich im Weltall Niemand interessiert........... :Ratte:
      Noch ist nicht aller Tage Abend
    • Ich würde meinen, dass die Frage selbst (der Sinn unserer Existenz) an sich schon problematisch ist. Denn bereits durch diese Fragestellung gehen wir von einer Prämisse aus, die in der Philosophie und Religion des Abendlandes niemals letztgültig geklärt oder zufriedenstellend formuliert werden konnte (auch wenn sie so ziemlich jeden philosophischen Diskurs unterschwellig begleitet). Nämlich, dass das Leben an sich einen inhärenten Zweck, eine bestimmte, zu definierende Sinnhaftigkeit oder ein allgemeingültiges zu erstrebendes Ziel beinhalten müßte, was eben sehr fragwürdig ist und die Gedankengänge m.M. nach nur unnötig verkompliziert.

      Ich persönlich gehe mittlerweile soweit (vor allem auch durch meine Beschäftigung mit fernöstlichen Philosophien und Religionen), dass es letztlich darum geht, sich dieser (eigentlich äußerst abstrakten und dogmatisch angehauchten) Frage (ist das Leben denn nun sinnlos oder sinnvoll?) nach und nach weitestgehend zu entziehen, und viel mehr unser Dasein vornehmlich danach auszurichten, unermüdlich nach all dem zu "suchen" und zu "streben", was letztlich unseren Leben in jedem einzelnen, möglichst bewusst erlebten Augenblick mehr Erfüllung, mehr Hingabe, mehr Liebe (in jeglicher Form) verschafft und darüber hinaus zu mehr Weisheit, mehr innerer Freiheit und Bewusstheit führt. Ich weiß schon, dass sich das im ersten Moment etwas großspurig anhört, ist es aber in eigentlich gar nicht. Aus dem einfachen Grunde, weil jeder Mensch auf diesem Planeten (unabhängig von seiner Herkunft, seinen Erfahrungen und Prägungen, seiner Lebens- und Leidenssituation, usw.) gleichsam die Möglichkeit und das Privileg dazu hat. Natürlich könnte man dieses stetige Streben auch als eine Art Aufgabe oder Sinn betrachten, aber für mich hat das viel mehr mit kleinen intensiv erlebten Schritten als mit einer übergeordneten allgemeingültigen Sinnhaftigkeit zu tun.

      Das Leben (die Realität, das Universum oder was auch immer) an sich ist weder positiv noch negativ, erst durch das Bewusstsein einer höheren Spezies (wie den Menschen) kann es (und soll es schließlich auch) an Form, an Struktur und an Werthaftigkeit gewinnen. Und daran sollten wir alle immer denken, wenn wir uns in nihilistischen und lebensfeindlichen Gedanken und Vorstellungen verfangen. Es obliegt nur uns selbst (jedem einzelnen Menschen), wie und auf welche Weise wir unser Dasein begründen, definieren und strukturieren. Lebewesen ohne höheres Bewusstsein können dies nun eben mal nicht, deswegen würde ich das persönlich auch als Privileg betrachten.


      “It is no measure of health to be well adjusted to a profoundly sick society.”

      Jiddu Krishnamurti

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Rainman ()

    • Rainman schrieb:

      Das Leben (die Realität, das Universum oder was auch immer) an sich ist weder positiv noch negativ,
      Dem Punkt stimmte ich zu.

      Rainman schrieb:

      erst durch das Bewusstsein einer höheren Spezies (wie den Menschen) kann es (und soll es schließlich auch), an Form, an Struktur und an Werthaftigkeit gewinnnen.
      "und soll es schließlich auch"? Wer sagt das, wer legt das fest... und waum?

      Rainman schrieb:

      Und daran sollten wir alle immer denken, wenn wir uns in nihilistischen und lebensfeindlichen Gedanken und Vorstellungen verfangen.
      Wenn ein Mensch schwer krank ist, ggf. dauerhaft/lebenslang, so das er deswegen im Grunde gar kein Leben hat, wird er kaum lebensbejahend denken und fühlen, sondern u.U. nihilistisch und lebensfeindlich.

      Rainman schrieb:

      Es obliegt nur uns selbst (jedem einzelnen Menschen), wie und auf welche Weise wir unser Dasein begründen, definieren und strukturieren.
      Hier stimme ich ebenfalls zu (bis auf das "strukturieren", da weiß ich nicht was konkret damit gemeint ist)

      Rainman schrieb:

      Lebewesen ohne höheres Bewusstsein können dies nun eben mal nicht, deswegen würde ich das persönlich auch als Privileg betrachten.
      Man kann es sicherlich als Privileg ansehen, als ein Privileg der weitestgehend Gesunden.

      Im Großen und Ganzen bin ich selbiger Meinung zwar wie du Rainman, aber das ist alles nur Theorie (mit dem Privileg) und trifft, zumindest meiner Meinung nach, nicht auf alle Menschen gleichermaßen zu. Ich differenziere immer zw. gesunden und kranken, bzw. leidenden Menschen - und da liegen meiner Meinung nach oftmals sehr große Unterschiede, was deren Ansichten, die allgm. weltlichen, als auch die rein persönlichen, anbelangt.

      Ein gesunder Mensch will vlt. gerne ewig leben.
      Ein kranker oder leidender Mensch wünscht sich eventuell täglich seinen Tod.
      Was ist in dem Fall mit der Priviligiertheit?

      Der (in Anführungszeichen) Gesunde (vlt. sollte ich noch hinzufügen, der Gesunde welcher nicht gerade in Armut existiert, sondern dem es finanziell ebenfalls sehr gut geht) weiß wofür er lebt (mag ich mal behaupten, denn weshalb wünschen sich solche Menschen bisweilen sonst wohl, das sie ewig leben)

      Ein dauerhaft schwer kranker, armer und/oder leidender Mensch hingegen, sieht u.u. keinerlei Sinn in seiner Existenz und somit dann ja auch nicht im Leben.

      Existiert denn dann nicht jeder aus einem vollkommen anderen Grund - ausgehend davon, welchem Schicksal ein Dasein unterliegt, auf das ggf. keinerlei Einfluß genommen werden kann?
    • @Trevor

      Ich will und kann hier nicht auf jeden deiner Kommentare eingehen, weil das würde zu weit und vermutlich zu einer endlosen Diskussion führen, die ich mit meinem Beitrag gar nicht auslösen möchte. Es handelt sich schließlich "nur" um meine persönliche Sichtweise, und ich erwarte nicht, dass irgendjemand diese Sichtweise teilt, grad deswegen, weil ich für mich in den letzten Jahren immer mehr gelernt hab, dass das Leben, die Realität immer nur aus dem einzelnen, gegenwärtigen Moment besteht (Vergangenheit und Zukunft sind pure Illusionen, denen wir nur durch unseren Verstand ihren bedrohlichen Charakter verleihen!) und (was noch viel wichtiger ist), dass die eigene Lebensführung, die Existenz am wenigsten darin bestehen sollte, sie permanent rational zu definieren oder in Frage zu stellen, sondern viel mehr stetig in proaktiver und indirekter Form durch mehr Erfahrungszuwachs, durch mehr Wissen und Erweiterung des Bewusstseins zu vervielfältigen, nach neuen Wegen und Potenzialen (die wir alle in ungeahnter Form in uns tragen!) zu streben, und bereit sein, neue Wege auch zu beschreiten (selbst wenn diese Wege u.U. bedeuten, dass sie (vorübergehend) mehr Schmerz (physisch/psychisch) bedeuten als bisher (was ich übrigens in meinem persönlichen Fall seit Monaten so erlebe..) So gut wie jede neue Erkenntnis, jeder Fortschritt ist (zunächst mal) mit Schmerz, Abschied und Verzicht verbunden, das ist nichts Neues und findet sich so gut wie in jeder philosophischen oder psychoanalytischen Grundsatzdiskussion wieder..

      Zum Thema Privileg könnte ich endlos viel schreiben, aber nur soviel aus meiner persönlichen Erfahrungswelt: Ich hab allein im letzten Jahr körperlich mehr gelitten als in meinem gesamten bisherigen Leben zusammen... und soll ich dir was sagen? Gerade in diesem Jahr hab ich u. a. gelernt, mein (unmittelbares) Dasein weitaus mehr wertzuschätzen als jemals zuvor, mehr Faszination und mehr Demut und mehr Hingabe zu leben, als ich es mir in meinem bisherigen Leben jemals vorgestellt hab! Das bedeutet aber nicht, dass ich nicht mehr leide (psychisch und physisch), nein, überhaupt nicht, es bedeutet, dass ich gelernt hab, Leid in jeder Form für mich anders wahrzunehmen, anders einzuordnen, z. B. zu lernen mich von überflüssigen Dogmen, Maßstäben, sogenannten externen Idealen und Prinzipien abzuwenden. Und für mich funktioniert das insoweit zumindest so, dass ich in dem was ich tue, was ich bin, eine gewisse, schwer konkretisierbare "Substanz" entdeckt hab, die ich früher nicht gekannt hab. Ich könnte jetzt Begriffe wie Achtsamkeit, Demut, Gegenwärtigkeit, usw. in den Raum werfen oder einfach nur sagen, dass man durch regelmäßige Praktiken der inneren Einkehr und Erweiterung (sei es nun durch Meditation, Yoga, Tai Chi oder schlichte Bewusstwerdungs- und Achtsamkeitsübungen) tatsächlich kleine "Bewusstseinssprünge" erleben kann, die man sich rational weder erklären noch jemals antizipieren würde und könnte, es "passiert" einfach, weil man sich darauf einlässt, weil man lernt, sich von den sogenannten säkularen Anhaftungen (wie es im Buddhismus so gerne genannt wird) und gesellschaftlich indoktrinierten "Vorgaben" des täglichen Lebens zu lösen, ohne ein bestimmtes "bewusst zu definierendes" Ziel zu haben, sondern schlichtweg, um einen inneren Prozess der Loslösung, Befreiung und Autonomie in Gang zu setzen, der umso mehr an Eigendynamik gewinnt, je mehr man beginnt, an sich selbst und seine Potenziale (völlig unabhängig von rationalen Erwägungen, Sinnhaftigkeiten oder Leidenszuständen) zu glauben und zu vertrauen!

      Ich würde dir in dem Zusammenhang gerne verschiedene Sichtweisen und Thesen des Religionsphilosophen und spirituellen Lehrers Alan Watts (den ich persönlich seit Jahren verehre) nahelegen, weiß aber, dass das vermutlich nicht möglich ist, da ich natürlich spüre, wie sehr du von deinem persönlichen Leid (das ich in keinster Weise damit schmälern oder relativieren möchte, weil das sowieso nur du selbst kannst!) beherrscht wirst. Ich möchte aber zumindest ein Video hier posten, dass m.M. nach gut zum Thema "Privileg", als die besondere Bedeutung des Daseins an sich und dessen bewusstere und ganzheitlichere Einordnung passt:

      youtube.com/watch?v=HcbBH_nBL4w


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      Jiddu Krishnamurti

      Dieser Beitrag wurde bereits 7 mal editiert, zuletzt von Rainman ()

    • @Rainman

      Danke für die Mitteilung einiger deiner Gedanken zum Thema.
      Es ist mir natürlich durchaus bewußt, das worüber du schreibst, dies nur deine persönliche Sichtweise wiederspiegelt. Um genau solcherlei Austausch untereinander geht es mir ja auch nur. Mehr hatte ich nicht erwartet. Wir können bestenfalls voneinander uns etwas abschauen, etwas lernen. Mehr geht nicht, das ist schon klar. Nochmals danke, für deine Meinungsäußerung :)
    • Trevor schrieb:

      Es ist mir natürlich durchaus bewußt, das worüber du schreibst, dies nur deine persönliche Sichtweise wiederspiegelt. Um genau solcherlei Austausch untereinander geht es mir ja auch nur. Mehr hatte ich nicht erwartet. Wir können bestenfalls voneinander uns etwas abschauen, etwas lernen. Mehr geht nicht, das ist schon klar. Nochmals danke, für deine Meinungsäußerung :)
      Ja, genau so sehe ich das auch. Ich hab meine Ausführungen auch deswegen so "vorsichtig" eingeleitet, weil mir nur allzu sehr bewusst ist (selbst aus meiner eigenen Vergangenheit), wie sehr meine heutigen Ansichten naturgemäß von manchen Menschen in Frage gestellt werden können (weil sie sich einfach nicht damit befassen, (noch) andere Perspektiven haben, noch nicht bereit für Veränderung sind, usw. und so fort)...

      Wenn ich (als Gedankenexperiment) mein hypothetisches Ich aus der Vergangenheit vor 10 Jahren mit meinen heutigen Sichtweisen konfrontiert hätte, bin ich überzeugt davon, dass ich wohl auf sehr wenig Verständnis gestoßen wäre ;-)


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