Würdet ihr eine Beziehung eingehen, von der ihr wüsstet, dass sie nicht für immer ist?

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    • Würdet ihr eine Beziehung eingehen, von der ihr wüsstet, dass sie nicht für immer ist?

      Habe eben folgenden Artikel in der Zeit gelesen:
      Zeit Artikel

      Daraus hat sich bei mir die Frage ergeben, ob man eine Beziehung eingehen würde, von der man weiß, dass sie vermutlich nicht von Dauer ist.
      Sei es nun, ob man nur ein Kind will oder aus finanzieller Sicht oder weil man einfach nicht alleine sein möchte.
      Würdet ihr aus solchen oder anderen Gründen eine Beziehung zu jemanden eingehen?

      Und wenn ja: Würdet ihr das mit eurem Partner/in im Vorfeld kommunizieren oder lieber belügen?
      Ich stelle mir die Situation sehr merkwürdig vor, dass dann offen zu kommunizieren:
      ,,Wie lange möchtest du denn eine Beziehung? Zwei Jahre?" ,,Och nö, lieber nur solange, bis mein Bedürfnis gestillt ist."

      Ich könnte so etwas nicht. Finde sowieso einige Artikel aus dem Forschungsbereich der Zeit sehr merkwürdig.
    • Der Artikel ist natürlich oberflächlich und verkürzt, trifft aber sicher den Zeitgeist.
      Selbstbezogene, momenthafte Zweckbeziehung, das ist, glaube ich, für Generation Tinder völlig normal.
      Mit wem kann ich die nächsten Tage/Wochen Spass haben? Wer bietet den Lebenskomfort, den ich fordere.
      Das kann ich auch rein gar nicht nachvollziehen

      Die Liebe fürs Leben suchen, und nur die, macht aber extrem einsam.
      Und wenn man, wie viele hier, Partnerschaften mit mehr oder weniger beeinträchtigten Personen eingeht, darf man, glaube ich, realistisch sein:
      Selbst die große Liebe finden heißt nicht, dass es für immer hält.
      Den letzten Satz des Artikels finde ich schon gut: "Es kommt also auch in der Liebe nicht unbedingt auf die Länge an, sondern auf die Qualität."

      Je besser ich mich und die Beziehung reflektieren kann, desto mehr leuchtet mir von Anfang an ein: Egal wie groß meine Liebe und meine Bemühungen sind, mit einem Alkoholiker, mit einem Narzissten, mit einem ´Borderliner`, mit....was auch immer, werde ich höchstwarscheinlich irgendwann an meine persönlichen Grenzen stoßen.
      Wenn ich dennoch eine Beziehung eingehe steht nicht das Fordern im Vordergrund, sondern Gegenseitigkeit, Geben, Nähe. Warum soll ich das nicht leben, solange es funktioniert, obwohl mir bewusst ist, dass uns, höchstwarscheinlich, die schwerwiegenden, nicht behebbaren Probleme früher oder später einholen werden.
    • Da ich persönlich überhaupt nichts anderes kenne (hatte noch niemals eine lange dauerhafte oder stabile Beziehung), wäre meine Antwort ein 100%iges JA!

      Mir ist sowieso klar, dass die allermeisten Beziehungen nur von begrenzter Dauer sind und man im Vorfeld so einer Kontaktaufnahme weder irgendeine Garantie erhalten noch irgendeine Prognose abgeben kann. Die Frage an sich ist darüber hinaus aber sowieso als völlig hypothetisch zu betrachten, da ja eine solche Überlegung wenig praktikablen Sinn an sich hat.

      Denn wenn man einer solchen Überlegung konsequent folgen würde, dann dürfte man sich z. B. auch kein Haustier anschaffen,weil man z. B. auch weiß, dass man sich von den meisten liebgewonnenen tierischen Gefährten irgendjemand zwangsweise verabschieden muss, weil sie eine begrenztere Lebensspanne haben...

      Und abgesehen davon kann kein Mensch dieser Welt im Voraus oder langfristig beurteilen oder einschätzen, wie sich die Lebenssituation, persönlichen Umstände, psychische Faktoren, usw. eines Partners über längere Zeit entwicklen können, also den Verlauf einer Beziehung in ungeahnter Weise beeinflussen können..oder wie schon der griechische Philosoph und Denker Heraklit einst so treffend bemerkt hat: "Die einzige Konstante im Leben ist die Veränderung".
      “Humility is not thinking less of yourself but thinking of yourself less.”

      Caroline McHugh

      Dieser Beitrag wurde bereits 6 mal editiert, zuletzt von Rainman ()

    • Keine Beziehung ist für immer,denn da macht der Tod schon einen Strich durch die Rechnung.
      Eine Zweckbeziehung würde ich nicht eingehen.
      Eine Zweckbeziehung wäre laut meiner Definition eine Helferbeziehung .
      Ich habe allerdings den Eindruck,dass es oft eher darum geht etwas zu bekommen als um eine Person an sich...meiner Meinung nach macht diese Erwartungshaltung jede Form von Beziehung kaputt.

      Das einzig Wichtige im Leben sind die Spuren der Liebe die wir hinterlassen wenn wir gehen.

      Albert Schweitzer
    • Ich würde keine Beziehung mit vorbestimmtem Ende eingehen (ausser wenn es der Tod ist).
      Das wäre für unsere kleinen Anteile sehr sehr schwer. Es gibt ältere Anteile, die dazu mal Lust hätten... aber ich weiss, wie das enden würde, im Desaster. Also nein.
      Don‘t let the ugliness of the world corrupt your soul. Stay in touch with beauty.
      -J. Frusciante-
    • Wir würden keine Beziehung eingehen, von der wir vorher wüssten,sie ist nicht für immer.
      Wir kämen mit dem Verlust nicht klar.Das ist der größte Schmerz für die meisten in uns.
      Bindung und Beziehung sind so und so nicht unsere Königsdisziplin.

      Obwohl...was uns gerade einfällt...eine Beziehung versuchen wir schon einzugehen.Nämlich zu unserer Therapeutin.
      Schon krass...so richtig wird uns das erst jetzt bewusst.... :ängstlich: :verstecken:
      Wenn du still bist,verstehen dich nur die Menschen, die dich fühlen!
      :herzen:
    • sperber schrieb:

      Daraus hat sich bei mir die Frage ergeben, ob man eine Beziehung eingehen würde, von der man weiß, dass sie vermutlich nicht von Dauer ist.
      Ich formuliere es so: Ich würde keine Beziehung eingehen, bei der ich schon weiß, dass sie nur begrenzt ist und nur weil ich gerade eine Beziehung brauche. Ob sie allerdings für immer ist, weiß man auch nicht. Ich würde nämlich auch nicht in einer Beziehung bleiben, wenn sie mir über einen längeren Zeitraum nicht mehr gut tut.

      Rainman schrieb:

      Denn wenn man einer solchen Überlegung konsequent folgen würde, dann dürfte man sich z. B. auch kein Haustier anschaffen,weil man z. B. auch weiß, dass man sich von den meisten liebgewonnenen tierischen Gefährten irgendjemand zwangsweise verabschieden muss, weil sie eine begrenztere Lebensspanne haben...
      Du vergleicht hier Äpfel mit Birnen. Wenn ich mir ein Tier hole, weiß ich sehr wohl, dass es eine dauerhafte Beziehung ist - "bis dass der Tod euch scheidet", heißt es ja bekanntlich.

      Rainman schrieb:

      Und abgesehen davon kann kein Mensch dieser Welt im Voraus oder langfristig beurteilen oder einschätzen, wie sich die Lebenssituation, persönlichen Umstände, psychische Faktoren, usw. eines Partners über längere Zeit entwicklen können, also den Verlauf einer Beziehung in ungeahnter Weise beeinflussen können..
      Das zwar nicht, aber es ist etwas anderes, davon auszugehen, dass die Beziehung langfristig ist oder schon zu wissen, dass sie bald vorbei ist.

      Mein Eindruck ist, dass viele letzteres wählen, um nicht alleine zu sein und dann beschweren sie sich Jahre lang, weil sie "oh wunder" unglücklich sind. Und ganz nebenbei nimmt man sich irgendwie die Chance, etwas länger zu suchen und dabei eine passende Person zu finden, weil man in einer unglücklichen Beziehung feststeckt, in der man vielleicht sogar irgendwelche Verpflichtungen eingegangen ist.

      Also von mir erntet die Fragestellung ein klares Nein.
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      Ich war vor 11 Jahren mit einer Frau zusammen, bei der in der Kennenlernphase Lungenkrebs diagnostiziert worden ist. Trotzdem haben wir uns ineinander verliebt. Handelt man da noch logisch und vernünftig? Wie erwartet ist sie ist dann nach gut einem Jahr gestorben, nach einer sehr schweren Zeit. Wenn man in so einer Situation drin steckt, ist das etwas anderes, als wenn man das nur hypothetisch betrachtet.
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