Nicht trauern können

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    • Nicht trauern können

      Was jetzt kommt musste einfach mal raus, weil es mich doch belastet. Ich erwarte keine Antworten oder Hilfe. Aber jeder darf in seinem eigenem Ermessen seinen Senf dazu geben!

      Es ist nun gut 4 Monate her, seit meine geliebte Oma verstorben ist. Ich habe bis heute noch keinen einzigen Tag getrauert. Ich vermisse sie, aber dann wieder auch nicht. Ich habe den Tod von ihr eher einfach hingenommen, anstatt mich zu verabschieden und zu trauern.

      Deswegen habe ich ein schlechtes Gewissen, aber irgendwie kann ich nicht so recht trauern. Ich weiß noch nicht mal wie das gehen soll. Ich habe noch keine einzige Träne vergossen, noch nicht einmal bei der Beerdigung.
      Und genauso wenig weine ich ihr hinterher. Was meinen glauben betrifft so ist der Tod etwas entgültiges, etwas unumkehrbares. Jemand ist gegangen und ich habe nie wieder die chance mit dieser Person zu komunizieren. Aber ich fühle keine Trauer oder ähnliches. Bin ich etwa kaputt was das betrifft? :greypuzzled:

      Ich kenne die Phasen der Trauer, und ihr Tod kam auch ziemlich plötzlich, sodass ich mich kaum vorbereiten konnte. Aber ich war dabei als sie gestorben ist und habe die Gewissheit, dass sie nicht alleine sterben musste sondern ihre liebsten dabei waren. Ich weiß nicht ob es das ist was mir so viel Trost spendet das ich nicht trauern kann. Aber das glaube ich nicht.

      Ich glaube ich muss mich einfach damit abfinden das es so ist und damit leben das ich nicht trauern kann, weil ich anscheinend zu doof dafür bin.
      Life is strange.
      I am weirder!
    • Hab das Thema mal verschoben. :)


      ....

      Vllt. kannst du mit ihrem Tod besser umgehen, weil sie alt war und ihr Leben gelebt hat.
      Man muss nicht zwingend trauern. Man kann auch Abschied nehmen und an schöne Momente zurück denken.
      Hast du in deinem Leben schon andere Menschen verloren?
      Ging es dir bei ihnen auch so?

      Stolper nicht über das, was hinter dir liegt.
    • Naja da wäre noch mein anderer Opa der 2015 verstorben ist, aber da war ich psychotisch, und habe das ganze gar nicht so mitbekommen...

      Vielleicht war sie alt und hat ihr leben gelebt, aber sie wollte wenigstens noch ihren 80. feiern, das hatte sie mir noch ein paar wochen bevor sie verstarb selbst gesagt.


      Die frage ist bei mir eher wieso macht es mir dann so zu schaffen das ich nicht trauern kann, ergo da muss doch was sein?!
      Life is strange.
      I am weirder!
    • Viel kann ich zu dem Thema nicht sagen aber eins schon:

      Setz dich nicht unter Druck!
      Manche Menschen brauchen einfach etwas länger, bis sie trauern können oder einen solchen Verlust richtig wahrnehmen. Meine Oma ist vor über einem Jahr gestorben und ich hab auch bis heute nicht einmal geweint oder so. Im Gegenteil, ich hab meine ganze Familie aufgefangen und getröstet. Ich hab mir auch Vorwürfe gemacht, weil ich so gefühlskalt war/bin aber das führt zu nichts. Du wirst nur wütend auf dich selbst aber an der Situation ändert es nichts.
      Ich weiß, das macht nicht viel Mut aber lass dir Zeit. Irgendwann wird der Tag kommen wo du dich vernünftig damit auseinandersetzen und auch trauern kannst.
      Es gibt keine blöden Fragen - Nur blöde Antworten
    • man muss zur trauer auch bereit sein,
      allein dass man die nähe desjenigen vermisst reicht nicht aus,
      selbst bei aller Erkenntnis, das der mensch nicht zurück kommen kann,
      sind Gefühle zu jedem und auch von jedem unterschiedlich.

      bewerte dich darin nicht. im laufe deines lebens werden viele menschen von deiner seite weichen, egal aus welchen gründen, manchmal sagt man leichtfertig, "gut das sie es geschafft haben", aber du hast für sie deinen weg zum umgang gefunden und damit sollte es gut sein, alles andere stürzt dich nur in selbstzweifel.

      früher, galt für jeden nahen angehörigen mindestens ein jahr trauer nicht nur zu zeigen sondern auch zu tragen.
      für viele von euch unvorstellbar, aber als mein bruder starb, trung meine mum über ein jahr eine schwarze trauerbinde am arm und keine , bunden Sachen, alles angemessen zur trauer. die verwandschaft, arbeit, alle die sie kannten oder davon wussten, hätten sich das maul hinter ihr zerissen, zumal es diese nicht selbst betraf, hätte sie dagen verstoßen.
      ich hab die zeit gehasst, kein lachen, kein fröhliches wort, nur trauer, schmerz und "wenn er doch noch leben würde".
      tote kehren nicht zurück, sie bleiben aber in unseren herzen, wo immer noch bei mir der platz für ihn ist.

      buddl1, leben ist so kostbar, ja man kann trauern, jeder solang wie er will, doch keiner macht daraus einen vorwurf, wenn dazu keine träne fließt.