Trauer ist ein Schmerz, auf den man kein Pflaster kleben kann.

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    • Trauer ist ein Schmerz, auf den man kein Pflaster kleben kann.

      Hallo,

      ich mag ein Thema ansprechen, was mich immer wieder beschäftigt und, wie ich denke, viele von euch auch.

      Die Trauer. Der Schmerz der nicht vergeht. Es hilft kein Pflaster. Es hilft keine Medizin.
      Eine Wunde, die immer wieder aufreißt und niemals vergeht.

      Kennt ihr das auch?
      Und in Momenten, in denen ihr dachtet, der Schmerz sei endlich weg, ist er plötzlich wieder da.
      Man badet in Trauer. Sie klebt sich an einen. Wie ein Schatten.
      Es ist Schmerz, Verzweiflung, .... manchmal auch Wut und Reue.
      Es ist der innere Krieg, den man kämpft, in sich selbst,
      Soll ich ihm/ihr folgen? Wird er/sie irgendwo sein?

      Ich mag ein für alle mal damit aufräumen, dass Sprüche wie "Der Schmerz wird vergehen", einfach eine Lüge sind.
      Er vergeht niemals, denn Trauer ist ein Schmerz, auf den man kein Pflaster kleben kann.

      Liebe Grüße

      Stolper nicht über das, was hinter dir liegt.

    • Kennt ihr das auch?
      Und in Momenten, in denen ihr dachtet, der Schmerz sei endlich weg, ist er plötzlich wieder da.
      ja und es kommt unerwartet. auf einmal schlägt der schmerz zu und überwältigt nicht nur die gefühle sondern auch das denken.

      der schmerz vergeht nicht. man lernt nur damit zu leben
      Wir leben zu sehr in der Vergangenheit, haben Angst vor der Zukunft und vergessen dabei völlig, die Gegenwart zu genießen.
      Autor: unbekannt
    • Trauer ist Schmerz - ein guter Vergleich!

      Akuter Schmerz ist sinnvoll und gesund, genauso akute Trauer. Wird der Schmerz jedoch chronisch, ist die Therapie komplex und oft langwierig oder unmöglich. Das selbe gilt für Trauer: chronische Trauer erstickt, nimmt jedes Gefühl und jede Hoffnung.

      Trauer darf dauern. Jeder benötigt unterschiedlich lange um zu trauern. Manch einer kann nach 1/2 Jahr damit abschließen, andere brauchen deutlich mehr Zeit.
      Trauer vergeht nicht. Sie wandelt uns. Wir lernen mit der Trauer umzugehen, geben dem Verlust einen Platz im Herzen, der ihm gebührt.

      Das wichtigste ist: Trauer bedeutet nicht zu vergessen. Es bedeutet, den Verlust so ins weitere Leben zu integrieren, dass man damit leben kann.


      Es tut mir leid, dass ich hier so klugscheiße, aber das wollte ich gesagt haben. Das sind meine Gedanken dazu. Und ich glaube, dass jeder Trauer überwinden kann. Nicht vergessen, nicht verdrängen, sondern sie ins Leben integrieren.
      Don't dwell in the past,
      Don't dwell in the future,
      Concentrate your mind in the present moment.


      :pinguin:
    • ~Clavicula~ schrieb:

      Es bedeutet, den Verlust so ins weitere Leben zu integrieren, dass man damit leben kann.
      Aber es gibt Verluste, mit denen man nicht leben kann. Die man nicht einfach integrieren kann ins Leben, weil man spürt, dass diese Menschen eben nicht mehr im Leben sind.

      Ich denke, wer wirklich geliebt hat oder wer wirklich eine starke, über das "Natürliche" hinaus, Bindung zu einem Menschen hatte, der spürt den Verlust einfach immer. Da ist eine große Wunde, die einfach nicht heilen will und kann.

      Natürlich bedeutet es nicht zu vergessen.
      Mag komisch klingen, aber manche Tode kann man akzeptieren und annehmen. Aber die, von denen ich spreche, nicht. Dieser schlimme Trauerschatten, der begleitet einen auf Ewig.

      Stolper nicht über das, was hinter dir liegt.
    • Leider kenne ich diese Art Trauer/Schmerz sehr gut. Eine meiner Staerken liegt sicherlich in meiner Faehigkeit des Verdraengens. Aber leider bewahrt mich das nicht davor, dass es manchmal durchkommt. Meist, wenn ich davon Traeume oder ich generell einen schlechten Tag habe. Auch wenn ich mich schnell fange und wieder verdraenge, merkt man es den ganzen Tag.

      Es ist dabei egal, wie lange es bereits her ist oder wie viele Jahre noch folgen, ich weiß dass er nie nachlassen und nie vergehen wird.
      every day i contemplate the idea of becoming a serial killer
    • "Manche Tode kann man leichter akzeptieren,“ ja, man kann das Geschehene verarbeiten, den Menschen nach einer gewissen Zeit so in sein Leben integrieren, dass man nicht weinen muss, wenn man ein altes Foto sieht, sondern sich freut, das Er / Sie da gewesen ist.

      Aber auch da wird es immer wieder zu Situationen kommen, in denen die Trauer
      unverhofft zurück kommt, in denen eine stille Träne fließt, sei es durch eine bestimmte Situation, ein Lied, ein warmer Lufthauch oder was auch immer...

      Ichfinde das eigentlich gar nicht so schlecht und betrachte das auchnicht als einen Kampf, ich sehe diese Stimmung als Teil von mir undes verbindet mich mit den Menschen, die ich geliebt habe und nochimmer liebe. Wenn die Trauer kommen mag, ist sie willkommen, ich freuemich aber auch, wenn sie wieder geht...

      MancheTrauer ist schwerer zu ertragen, vielleicht wenn man der Meinung ist,dass es eine andere Lösung gegeben hätte...
      Umes einfach klar zu sagen, wenn ein geliebter Mensch „freiwillig“aus dem Leben geht, ist das um ein Vielfaches schwerer zuverarbeiten, weil einem immer wieder Situationen ins Gedächtniskommen, in denen man jetzt anders reagieren würde, weil man Dingejetzt versteht, die man damals nicht verstanden oder gesehen oderauch einfach nicht die richtigen Worte gefunden hat....
      Es ist sinnlos, dem Schicksal zu grollen,
      denn es nimmt keine Klagen an.
      Marc Aurel
    • Trauer zu verarbeiten ist nicht einfach,
      es gibt Verluste,die kaum zu bewältigen sind.

      Ständige Wiederholung im Gedanken,ein Meer von Tränen,
      nur sehr langsam läßt es nach,wenn überhaupt....

      Als ich die Frau verlor,die mir mein Leben zurückgab,
      meine Augen öffnete wollte ich auch nicht mehr leben.

      Das wäre aber nicht in ihrem Sinne gewesen,
      Alles,was sie mir gegeben hat,wäre dann umsonst gewesen.

      "Manche Dinge kann auch die Zeit nicht heilen,
      manchen Schmerz,der zu tief sitzt
      und einen fest umklammert....."

      (Frodo Beutlin,Der Herr der Ringe)



      :Ratte: :unglücklich:
      Noch ist nicht aller Tage Abend
    • In der Tat ein schweres Thema und ich bin überzeugt, dass die Trauerarbeit ein sehr individueller Prozess ist und bei jeder verlorenen Person vollkommen anders ausgeprägt ist.

      Es sind 2 Personen gestorben, die dafür verantwortlich sind, dass ich jetzt hier bin und vor allem, dass ich so bin, wie ich bin.
      Es war eine langjährige Freundschaft über 7 Jahre und eine erfüllende Liebesbeziehung, die mir genommen wurden. Beiden war wichtig, mir Impulse zu vermitteln, damit ich weiter lebe. Nie werde ich den Schwur vergessen "Wenn eine von uns stirbt, muss die andere für sie weiterleben".

      Es sind die letzten Botschaften, die mich antreiben weiter zu machen. Sie sind immer aktuell und geben mir halt. Die Trauer ist nie ganz weg und in sehr vielen alltäglichen Situation denke ich mir "wäre sie jetzt da, würde sie mir einen Arschtritt geben". Die Trauer ist zum Alltag geworden, kann man sagen. Immer erinnere ich mich an meine beiden geliebten Personen aber auch an meine Großeltern väterlicherseits, die die einzigen waren, die mich wollten, während mich alle anderen verstoßen haben. Sie leben nicht mehr aber sie leben in meinem Herzen weiter.

      Ich finde den Satz einfach nur genial: "Man stirbt, wenn man vergessen wird". Und tief in meinem Inneren, obwohl diese Personen nicht mehr da sind, sind meine Großeltern und ich eine Familie, meine Freundin lebt noch mit mir und mein einziger männlicher Freund chillt immer noch mit mir und ist für jeden Blödsinn zur Stelle, selbst, wenn wir uns noch so dreckig machen und mit Prellungen und Kratzern aus dem Wald rauskommen ^^.

      Es gibt mir viel Halt...weiterhin die Dinge zu tun, die ich damals mit meinen geliebten Personen getan habe. Während ich sie mache, erinnere ich mich wie viel Spaß wir hatten und freue mich auch tatsächlich.

      Aber es gibt auch traurige Tage. Todestage werden zu Gedenktagen. Einschneidende Tage werden zu Mahntagen und so erinnere ich mich. Die Trauer ist für mich sowohl Verpflichtung als auch Mahnung. Verpflichtung so zu leben, wie es meine Geliebten sehen wollen würden und Mahnung, dass ich mich der Trauer nicht als Opfer ergebe.

      Um auf diesen Stand der Sichtweise zu kommen, mussten Jahre vergehen. Mit der Trauer fertig werden muss aber jeder einzeln und ein allgemein gültiges Rezept zur Bewältigung scheint es nicht zu geben.

      EDIT: Ich bin auch überzeugt, dass der Fall eintreten kann, dass man sich ein Leben ohne eine geliebte Person nicht vorstellen kann, wenn die Bindung extrem über das Natürliche hinaus, wie schön das Gedankenamok beschrieben hat, ausgeprägt ist. Da wo geteilte Normen institutionalisiert wurden und ein tiefer und fester Bestandteil des alltäglichen Wahrnehmung wurden, ist dies meiner Meinung nach der Fall...
      Truly, if there is evil in this world, it lies within the heart of mankind.
      Edward D. Morrison

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Rhea ()

    • Oh ja Trauer ist kann Übel sein.
      Beim ersten mal, bin ich fast draufgegangenen.
      Und habe 5 Jahre gebraucht, es zu überwinden.
      Noch heute prägt es mein Leben.
      Ich habe es trotzdem verwenden können, um mich positiv zu ändern.
      Ich habe auch Irgendwie nie versucht der Trauer zu entkommen.
      Ich lasse es immer zu in der Hoffnung das es Irgendwann nicht mehr so Intensiv ist. Das klappt auch.
      Allerdings verändert sich alles danach.
      Nach meiner Empfindung nach wird nach jedem Verlust die Karten neu gemischt.
      Der Schmerz löst bei mir immer ein umdenken aus.
      Jetzt befinde ich mich wieder in einer Trauerphase.
      Und ich versuche wieder was zu ändern.
      Ich glaube ich versuche zu kontern.
      Und je schneller ich was verändern kann, um so eher geht der Schmerz als Akzeptanz in mein Leben ein.
      Und die Sehnsucht wird zur erträglichen Erinnerung.
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