Endlose Trauer

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    • Endlose Trauer

      Ich könnte gefühlt 1 Woche am Stück weinen. Ich bin so endlos traurig über meinen Selbsthass und -ablehnung.
      Doch die Tränen bleiben stecken und die Spannung bleibt.

      Ich wünschte, da wäre jemand, der da ist für mich in dieser Trauer. Ein Mensch der sagt, „ ja, weine es raus. Das ist gut“.
      Allzu schnell kommen Stimmen, wenn ich weine, die sagen, „ reiss dich zusammen“ etc.

      Die Tränen versiegen und der Druck bleibt.
      Und ich stecke wieder fest in der Depersonalisation.

      Immerhin, ich habe Chicco, den Hauskater, hier bei mir. Und ferienhalber Wuscheli, das Meerschweinchen einer Mitbewohnerin. Wuscheli knabbert gerade zufrieden vor sich hin, ein lustiges Geräusch, das mich irgendwie beruhigt.

      Venere
      Lauf nicht, geh langsam.
      Du musst nur auf dich zugehn.
      Geh langsam, lauf nicht,
      denn das Kind deines Ichs,
      das ewig neugeborene,
      kann dir nicht folgen.
    • Das frag ich mich auch immer. Und immer wenn ich das bei meiner Erzeugerin anspreche dann wird mir der offensichtliche Hass (den wohlgemerkt zu meiner großen Beruhigung auch jeder andere so wahrnimmt) als Liebe verkauft und ich würde mir das nur einbilden dass sie mich hassen und mich wie den letzten Dreck behandeln würde, sie liebe mich doch und wie könne ich nur so blind sein und sowas gemeines von ihr annehmen.

      Ich kann nur sagen dass es mir sehr geholfen hat dass andere meine Wahrnehmung bestätigt haben, ich glaub sonst wär ich irgendwann druchgedreht.

      Aber ich frag mich schon auch wie es dazu kommen kann dass Mütter ihre Kinder hassen. Und ja, sowas ist definitiv von der Biologie nicht vorgesehen deswegen hat die Psyche da auch kaum Möglichkeiten sich vor zu schützen.

      Naja ich mach ja täglich Psychoanalyse mit meiner Erzeugerin weil ich einfach rausfinden will was da lost ist und wie das sein kann. Bei meiner ist es zumindest so dass sie in ihrer Phantasie in einer komplett anderen Welt lebt. In ihrem Kopf denkt sie sie ist eine liebende und treusorgende Mutter und auch wenn ihr ALLE bestätigen dass das nicht der Fall ist und egal wie viele Beweise man ihr dafür vorlegt, es kommt nicht bei ihr an. Das Bild was sie selber von sich hat wie sie ist, bzw. gerne wäre, ist stärker als jede Realität.
      Was aber wiederum auch ein Schutzmechanismus ist, denn sonst würde alles um sie herum zusammenbrechen und niemand will freiwillig einsehen dass er ein bösartiges Monster ist. Es ist also in gewisser Weise kontraproduktiv sie da immer noch särker auf die Realität hinweisen zu wollen, man macht diese Schutzmauer damit nur immer dicker.

      Ich glaub das wichtigste ist nach so einer Kindheit irgendwie zu lernen seiner eigenen Wahrnehmung wieder zu vertrauen. Und dazu braucht man viele psychisch gesunde Menschen um einen rum, mit denen man seine Wahrnehmung abgleichen kann.

      Und man muss auch selbst wieder aus der Opferrolle rauskommen denn dieses endlose "ich hätte eine Mutter verdient die mich liebt" bringt einen halt nicht weiter. Im Gegenteil, das zieht einen nur immer weiter runter wenn man sich an solchen Gedanken festbeißt.
      War nun einmal nicht der Fall und siehe da man hat trotzdem überlebt. Und das ist ne riesen Leistung.
      Jetzt muss man halt aus dem was man durch die Umstände nun einmal geworden ist, versuchen das beste zu machen. Man kann ja mal den Bick auf das richten was in einem trotz allem noch heil und gesund ist und überlegen was man mit dem wenigen was man innerlich noch hat anfangen könnte um sich ein besseres Leben zu gestalten.

      Wer über gewisse Dinge nicht den Verstand verliert, hat keinen zu verlieren.
    • Venere schrieb:

      Wie kann man sein eigen Fleisch und Blut nur so ablehnen? Warum ist das so?
      Tiere, die von den Eltern verstossen werden, sterben wenigstens :unglücklich: :weinen: .
      Ich glaube,dass eine Mutter die ihr Kind so krass ablehnt krank ist.Das soll keine Absolution für das Verhalten deiner Mutter sein.Vielleicht nimmt es dir aber ein wenig die Selbstzweifel.

      Meine Mutter hat nie gesagt,dass sie mich liebhat.Sie hat immer betont wie enttäuscht sie von mir ist und wie hässlich und mangelhaft ich sei.Meine Geschwister konnte sie auch nicht lieben.Jemand der liebt kann die Dinge auch nicht tun die sie getan hat.Das schafft man nur,wenn man sein Herz verschlossen hat oder unfähig ist Empathie zu empfinden.
      Ich finde,dass jedes Kind bedingungslose Liebe verdient hat...auch du Venere :umarmen:
      Es ist sehr traurig,dass so schwer ist solche Wunden der Seele zu heilen :traurig2:

      Das einzig Wichtige im Leben sind die Spuren der Liebe die wir hinterlassen wenn wir gehen.

      Albert Schweitzer