• Hallo zusammen,


    Ich stelle eine sehr elementare, aber auch komplexe Fragestellung in den Raum:


    Was ist Glück?


    Welche Faktoren beeinflussen das Glücksempfinden des Menschen?
    Ist Glück an sinnliche Erfahrungen gebunden?
    Hat Glück etwas mit Geld zu tun?


    Ich freue mich auf Antworten, Fragen, Gedanken, Assoziationen und vieles mehr. :halloween-18:

  • Hallo,


    ich denke Glück ist erstmal etwas sehr persönliches und subjektiv.
    Geld hat normalerweise nichts mit Glück oder glücklich sein zu tun.
    Trotzdem kann es für jemanden der kaum Geld hat Glück bedeuten, zu Geld zu kommen.
    Man kann auch nicht durchgehend glücklich sein, es gibt eher Glücksmomente.
    Für mich würde Glück bedeuten eine Partnerin zu finden die ehrlich ist und es ernst mein.
    Ansonsten habe ich Glück einen Job zu haben, der mir meistens Spaß macht.
    Mein größtes Glück ist eine sehr liebe Freundin die ich seit über 16 Jahren habe und der ich absolut in allem vertrauen kann.
    Glück hängt auch stark vom eigenen Befinden ab.
    Wie wahrscheinliche viele hier, gibt es Tage/Momente wo es scheinbar gar kein Glück für mich gibt.
    Jeder will es und wenn man es hat erkennt man es meist nicht.
    Was für Glück man in den Händen hielt, merkt man meist erst wenn man es verloren hat...

  • Glück ist für mich etwas, was man sich nicht selbst schenken, sondern nur von anderen Lebewesen empfangen kann... :halloween-18:

    When you can't find the words to say,
    it's hard to make it through another day.
    And it makes me want to cry,
    and throw my hands up to the sky.
    -Adrian Smith-

  • Glück ist eine Illusion. Etwas das wir uns einreden um die Augen vor der Realität zu schützen. Glück ist etwas, was wir glauben zu empfinden, dabei denken wir uns das einfach nur aus. Es gibt vorgeschriebene Regeln für Glück. Wann man glücklich zu sein HAT. Nur um die Realität auszublenden.

  • Glück ist eine Trübung in unserer Wahrnehmung undkeine Art Zustand, den es gilt anzustreben oder ein Gut, das man besitzen kannoder soll.


    Glück ist eher ein immer wieder verblassenderSchleier mit dem es gilt zu Tanzen, wenn wir dazu aufgefordert werden, aber auchweiterzureichen wenn wir können. Was der Schleier zulässt zu sehen und zu empfinden istdabei ganz abhängig sowohl von der Bühne des Spektakels sowie von uns selbst als Tänzer.Was für den einen ein Glücksfall zu scheinen vermag, kann für den anderenblankes Chaos sein.


    Nehmen wir einen Spinnennetz als Beispiel: Darinverfängt sich eine Fliege.
    Ist es nun Pech für die Fliege oder Glück für dieSpinne? Oder ist es der Kreislauf des Lebens? Oder ist es Schicksal? Vorherbestimmung?


    Welchen Namen wir diesem Kind geben ändert nichtsan dem Kind selbst. So ist es auch mit dem Glück. Eine wirklich relative Kraft.

  • Was ist Glück?
    Diese Frage habe ich mir schon viel zu oft gestellt, als dass ich sie nicht noch einmal beantworten wollte. Wobei es nie eine wirklich befriedigende Antwort geben kann, wie ich denke.


    Zuallererst muss man sich klar werden wovon man spricht, ehe man eine Antwort suchen kann.
    Spricht man von Zufallsglück oder von Glückseligkeit? In anderen Sprachen, etwa im Französischen, finden sich gleich zwei oder sogar drei Bezeichnungen für das, was wir recht plump mit "Glück" ausdrücken - zumeist tun wir dies auch, weil wir uns aus Gewohnheit nicht differenzierter ausdrücken möchten.


    Zufall als solches mag dem Stochastiker vielleicht berechenbar und greifbar erscheinen, da er ihn in Zahlen zu verpacken mag. Für den normalen Mensch ist er eines jener ungewissen Dinge, vor dessen Auftreten wir uns generell fürchten. Denn selbst dem Auftreten eines glücklichen Zufalls geht meist eine dräuende Erwartungshaltung voran. Spirituelle Gemüter legen gerne den Zufall bestimmten Instanzen, wie etwa dem Schicksal oder einer Göttlichkeit in die Hände, was dem Ganzen eine gewisse Sicherheit zusprechen soll - "Der Große da oben weiß schließlich was er tut".
    Den Zufall, also eine statistische Wahrscheinlichkeit, zu beeinflussen ist nur sehr begrenzt möglich. Heuristisch bleibt einem nur das Ausprobieren und eben die Hoffnung, dass es nicht der allerletzte Versuch sein wird, der zum Erfolg führt. Das birgt zumindest eine gewisse Vorhersagbarkeit in sich. Es besteht zumindest eine so und so große Chance DASS es geschieht was man sich wünscht - ob dem zu Lebzeiten der Fall sein wird, dass bleibt abzuwarten.


    Wie man nun mit diesem Zufall umgeht, mental, dass ist vermutlich die größere Frage. Denn hierbei geht es ja um die Harmonie und eben jene Glückseligkeit.


    Da der Mensch nicht gern machtlos ist, neigt er dazu sich seine Wertigkeiten selbst zu erschaffen. Wären wir gefühlsleer, so würde uns der Zufall keinesfalls schrecken. Wir würden nichts verlieren können, da keiner unserer Besitztümer oder immateriellen Güter einen tatsächlichen Wert für uns besäße. Demzufolge sollten jene am glücklichsten sein, die von sich sagen, sie würden allem keinerlei Wert beimessen. Dem scheint aber nicht so zu sein, denn dieselben vermissen in ihrem Innersten doch etwas, was ihnen der Zufall oder die Böswilligkeit der Mitmenschen verwehrt oder genommen hat.
    Viele bewusst mittellos Lebende bekunden ja es wäre ihnen ein leichtes Glück zu empfinden, da sie nichts zu verlieren hätten. Außerdem sei jeder Verlust nur eine andere Form des Gewinns. Im Buddhismus geht man laut den Schriften des Dalai Lama zumindest davon aus, dass selbst ein verlorener Euro gutes Karma bringt, da er von jemand bedürftigen gefunden werden könne - somit sei der Verlust kein Grund für Unglücksempfinden. Diebstahl jedoch lehnt auch er ab, wobei dies zwar eine herbeigeführte, jedoch ebenso unfreiwillige Umverteilung ist. Zumindest unterscheidet er bei seiner Erklärung nach der Dringlichkeit. Jemand der verhungert und Nahrung stiehlt sei demnach keinesfalls generell zu verurteilen... wie auch immer.


    Glückseligkeit kann demnach die Kontrolle sein, also das Gegenteilige der Machtlosigkeit.


    Übt nun jemand Kontrolle über einen anderen Mensch aus, so kann sich dieser in jener Situation sehr glücklich fühlen, da er nichts zu bedenken braucht. Das Militär nutzt diesen menschlichen Seelenzustand gerne, um bedingungslosen Gehorsam zu fördern. Dementsprechend schwer ist es auch hierin Kontrollmechanismen zu etablieren, die Missbrauch der Befehlsgewalt verhindern sollen.
    Im häufigeren Fall wird der kontrollierte Mensch wohl mit seiner Lage unglücklich sein. Sei es die Kontrolle der Eltern, der Lehrer, der Gesellschaft als fiktives Ganzes oder Kontrolle durch die Doktrin einer sozialen oder besser antisozialen Struktur, wie etwa Sekten.
    Hier kommt also das Thema Freiheit ins Spiel.


    Viele die der Freiheit beraubt, später wieder freigelassen wurden und deren Autobiographien man lesen kann, Nelson Mandela etwa, bekunden dass sie durch ihren willensstarken Geist niemals eingesperrt waren. Es sei der Wille gewesen, der sie frei hielt. Glücklich jedoch waren sie nicht, sie waren ja eingesperrt. Die Freiheit oder deren Entzug muss nicht zwingend zu Glück oder Unglück führen. Vielmehr begünstigt die Entscheidungs- und Handlungsfreiheit das erleben von Glückseligkeit.


    Glaubt man einem österreichischen Autor von Selbsthilfeliteratur so sind wir alle Egoisten, im positivsten Sinne, da wir zuerst an uns und dann an andere zu denken hätten. Glück sei seiner Meinung nach eine Einstellungssache, die man trainieren könne, wie das Laufpensum oder die Bahnen im Schwimmbecken. Durch Autosuggestion und Selbstdisziplinierung, welche an religiösen Fanatismus grenzt, solle man dies auch in den schwersten Lebenslagen erreichen können. Generell proklamiert er somit die autonome Umerziehung zur generellen Beglückung, gleichwohl man keinen Grund hätte Glück zu empfinden.


    Das Maß ist wohl der ausschlaggebende Punkt.
    Glück ist, was wir als fühlende Menschen dem Sachverhalt beimessen. Was des einen als Unglück empfunden würde, empfindet ein andere Mensch der eine andere Prägung durchlief als harmlos. Sicherlich kann jeder Schlag der uns im Leben widerfährt vergleichbar gewertet werden, doch es wäre vermessen den Versuch zu unternehmen diesen Erlebnissen eine pauschale Intensität, als Richtlinie der "Schicksalsschläge", zuzuweisen. Es sollte demnach nie der Versuch unternommen werden die Leiden oder Glücke eines Menschen mit den eigenen auf eine Waagschale zu werfen, um eine scheinbare Triftigkeit zu ermitteln - so schwer dies auch uns kategorisierend denkenden Wesen fallen mag.


    Schläge, wie der Tod eines Geliebten, sind für jedes zur Empfindung fähige Wesen ein erkennbares und einigermaßen gleichwertiges Unglück. Der Zufall schreibt darauf folgend die Geschichte und es ist das Sein des Menschen und jenes seines Umfeldes, welches seinen Umgang mit diesem Schlag letztlich ausmacht. Er kann ein gefestigter Mensch sein, dessen Emotionalität dieser Herausforderung gewachsen ist, doch lebt er in einem Umfeld, dass den emotionalen Prozess unterbindet, so wird er demgemäß Unglück empfinden. Verliert er gar den sozialen Halt, da die Gesellschaft keinen Platz lässt für Erschütterte und Trauernde, so wird sich seine vom Zufall erzeugte Geschichte weiter dramatisieren.


    Alles in allem bleibt Glück eine Form der Hoffnung.
    Die alten Griechen haben es vielleicht am treffendsten in einen Mythos gepackt, mit der Büchse der Pandora.
    Als Pandora, die Neugierige, die Büchse öffnete, die Zeus der Menschheit aus Niedertracht geschenkt hatte, entwich alles Übel in die Welt und verbreitete sich unter den Menschen. Nur die Hoffnung blieb am Rand kleben. Zeus sehnte sich danach die Menschen leiden zu lassen und sie immer wieder zu nötigen, dass sie mit ihrem leidvollen Dasein fortfahren müssen. Deshalb gilt die Hoffnung als größtes Übel - weil sie die Leiden der Menschheit in die Ewigkeit ausdehnt.


    Meine persönliche Erkenntnis ist:
    Glück ist für mich in soweit erzeugbar, dass ich mein Leben möglichst frei und schöngeistig gestalte, soweit es Staat, Gesellschaft, Umfeld und monetäre Situation zulassen. Auch Erkenntnis kann Glück hervorbringen. So etwa, dass man durch bloßes Geld nicht glücklich wird. Dagobert Duck sagt es so: Geld macht nicht glücklich, aber es beruhigt ungemein.
    Ich zwinge mich dazu die positiven Dinge zu sehen, sei es meine körperliche Unversehrtheit oder dass ich derzeit weder friere noch hungere. Den Verlust, der zwangsläufig eines Tages eintreten wird, verdränge ich aus dem Gesamtbild. Ich muss mich damit abfinden dass ich meinen Mann nicht in der Öffentlichkeit küssen kann, wie andere Heteropaare es allenthalben tun, aber das ist eine Frage des bewussten Verzichts. Sicherlich wäre ich in einer aufgeschlosseneren Umgebung glücklicher, doch Glückseligkeit bringt mir dies allein nicht ein.
    So muss es eine Kompensation geben. Sei es durch Musik, Kultur, Natur, Sport, Partnerschaft oder Hilfsbereitschaft.
    Doch ebenso vergeht das Glück, wenn man dem Unglücksfall nicht länger seelischen Widerstand leisten kann. Begünstigt durch mangelnde Zwischenmenschlichkeit und Empathie seitens des Umfelds rutsche ich auch stetig auf den Grund des Tales zurück.
    Es wird wohl niemals ein Rezept für Glück geben. Vielmehr glaube ich an eine gesellschaftliche Weiterentwicklung, die das vermehren von Harmonie und Glückseligkeit begünstigen könnte. Doch in unserer Ellenbogengesellschaft, wie sie so schlecht genannt wird, ist kein Platz für derartige "Gefühlsduselei".


    ... dies also mein Senf zum Thema.

  • Glück = in Frieden leben können ....
    naja etwas was immer seltener wird
    und eben auch zu sehen das es bei uns noch geht
    wo anders ist das viel schlimmer
    und es ist zum kotzen das viele Menschen gegen Menschen hetzen die an diesem Glück einfach nur teilnehmen wollen