Sich selbst vergessen

  • Ich habe mich gefragt, ob es möglich ist sich selber, quasi seine Persönlichkeit zu vergessen.


    Ausgenommen jetzt Gehirnwäsche, oder dergleichen traumatisches.


    Sondern eher ob man sich selber bewusst "vergessen" kann
    Quasi durch Verleugnung, Verdrängung, Angst vor sich selbst
    Um mal auf den Punkt zu kommen, ist es möglich seine Identität so zu verdrängen das man sie quasi vergisst?
    Oder zumindest nur noch sehr fremd und wage empfunden wird.

    Das Leben nach dem Tod, ist ein Märchen, für diejenigen die Angst vor der Dunkelheit haben. Stephen Hawking

  • Ich glaube das die Selbstwahrnehmung da sehr trügerisch sein kann.
    Ich persöhnlich habe gefühlt mehrere Leben mit unterschiedlicher
    Wahrnehmung gelebt.
    Ich finde es schwierig zu lokaliesieren wann man eigentlich "man selbst" ist oder wahr.


    Oder hast du vieleicht Grundsätzlich noch nie ein Punkt gehabt,
    wo du überhaupt eine ausgeglichene Selbstperspektive gelebt hast?


    Eine Persöhnlichkeit kann sich im laufe der Zeit variieren,
    jedoch bin ich davon überzeugt das quasi der Kern einer Persöhnlichkeit
    beständig bleibt.
    Ich denke dabei einfach wieder daran das die Kindheit einfach zu Stark
    nachhaltig prägt.


    Ich weiß allerdings nicht in wie fern bei dir sich was verändert hat,
    was dieses Empfinden bei dir auslöst.
    Vieleicht magst du ja mehr darüber berichten.
    Oder war das nur eine allgemeine Frage?
    Die nicht speziell auf dich bezieht?

  • Ehrlich gesagt, war ich mir selbst nie wirklich nahe, schon als Kind nicht
    Ich komme mir wirklich manchmal vor, als hätte ich Gedächtnisverlust erlitten
    Oder auch als wäre ich gar nicht echt, würde nicht existieren
    Als wäre ich einfach nur eine Fassade, ohne Kern


    Aber ich kann mich doch nicht vergessen haben
    Und nicht echt sein, macht ja auch kein Sinn

    Das Leben nach dem Tod, ist ein Märchen, für diejenigen die Angst vor der Dunkelheit haben. Stephen Hawking

  • Deine Existens brauchst du ja Glücklicherweise schon mal nicht anzweifeln.
    Sonst würdest du ja hier nicht schreiben. :007:


    Ist wirklich schwierig wenn man selbst kein Gefühl zu seiner Wahrnehmung hat.
    Letztendlich sind die Dinge die wir erleben sehr ausschlaggebend für unser Empfinden.
    Unser Gehirn verarbeitet ja das erlebte und macht daraus entsprechend die Erfahrungen
    die uns prägen und wie wir uns verhalten.


    Ich kann mir schon vorstellen das man selbst sich nicht so gut wahrnimmt.
    Es gab auch schon Jahre in meinen Leben wo ich mehr Funktioniert als gelebt habe.
    Naja eigentlich ist es immernoch so.
    Wenn dann doch mal plötzlich ein einschlägiges Ereignis aufkommt.
    Fühl ich mich als würde ich aus einem Traum erwachen in dem ich mir
    alles erträglich Gedacht habe, um mich nicht der tatsächlichen Realität zu stellen.
    Allerdings sind das bis jetzt noch überschaubare Zeitphasen.


    Keine Ahnung wie das ist wenn der Zeitraum richtig lang ist.
    Was ja vermutlich bei dir der Fall sein könnte.


    Hast du denn vielleicht irgendwas was du gerne machst oder magst.
    Einfache Dinge reichen ja, wie z.b. Gerüche oder Essen das was du eben
    mit deinen Sinnesorganen wahrnimmst.
    Und es gibt ja auch bestimmt Dinge die du nicht gerne hast.


    Also ich würde jetzt einfach bei sowas anfangen um überhaupt
    ein ansatz zu bekommen, um ein mögliches Charakterprofil zu lokalisieren.

  • Wenn der Zeitraum lang ist, verliert man den Halt
    Das Vertrauen in einfach alles
    Die Gefühle wirken flach, falsch
    Es schwirren Dinge, Eigenschaften durch deinen Kopf
    Die du einfach nicht zusammensetzen kannst


    Du kommst dir vor wie eine Stadt, mit tausend Wegen, die alle ins nichts führen


    Es gibt Dinge du du gern ist, klar, aber nicht für lange
    Irgendwann ist die Verbindung einfach weg
    Und du machst es nur noch weil verhungern jetzt nicht so angenehm ist


    Ja meine Existenz beweist sich, wohl durch das Schreiben :halloween-18: , dass ist ja schon mal was

    Das Leben nach dem Tod, ist ein Märchen, für diejenigen die Angst vor der Dunkelheit haben. Stephen Hawking

  • In gewisser Weise vergesse ich mich selbst auch häufig. Therapeutisch gesehen wurde das mit einer "kaum vorhandenen Fähigkeit zur Selbstfürsorge" dokumentiert. Ich ignoriere mich, meine Bedürfnisse, meine Grenzen - meistens, weil ich den Fokus zu sehr auf andere Leute oder Dinge (die Arbeit z.B.) lege und mich dann völlig außen vor lasse. Gesund ist das bei Leibe nicht, aber es abzustellen ist ein langer Weg und ein harter Lernprozess, dem ich mich wohl noch längere Zeit stellen muss, bis ich erste Fortschritte erkennen kann.


    Auch bin ich meiner selbst oft überdrüssig, weil ich mich wie ein Rätsel wahrnehme, das ich nicht lösen kann. Ich stoße zu oft an meine Grenzen wenn es darum geht, mich selbst zu verstehen. Widersprüche, die ich nicht in Einklang bringen kann. Ängste, die mich lähmen. Zweifel, die an mir nagen. Oder auch einfach nur komplette Ahnungslosigkeit. Wenige Träume, keine wirklichen Ziele. Es gibt Vieles, was mich oft dazu bringt, mich selbst zu ignorieren oder zu vergessen. Weil es einfach so sinnlos erscheint, sich überhaupt noch mit mir selbst zu befassen. Also lass ich mich selbst links liegen und richte die Aufmerksamkeit auf andere Menschen / Dinge.


    Ein weiterer, starker Einflussfaktor sind die vielen Jahre mit der Depression. Das geht mittlerweile schon so lange, dass ich nicht sicher bin, ob ich mein "wahres Ich" ohne diesen grauen Gedankenschleier überhaupt ordentlich entwickeln konnte. Zumindest kenne ich es in vielerlei Hinsicht nicht und bin mir oft selbst fremd geblieben...