Lasst ihr euch leicht verunsichern?

  • Ich würde mal so weit gehen zu behaupten dass das dafinitiv mein Hauptproblem ist.
    Und ja, es reicht bereits ein Blick.
    Und egal wie absurd die Theorien oder die Aussagen meines Gegenübers auch sind, wenn er sie mit genügend Selbstbewusstsein und Selbstsicherheit vorträgt dann hab ich dem nichts mehr entgegen zu setzen, auch dann nicht wenn eigentlich absolut klar ist dass er Unrecht hat. Auch wenn derjenige mir erzählt dass die Welt eine Scheibe ist, wenn er davon 100% überzeugt ist dann fang ich an an meinem eigenen Wissen dass sie eine Kugel ist zu zweifeln. Es ist wirklich erschreckend.
    Aber das kommt dann halt so wenn die Erzeuger einem mit der Gewissheit aufziehen dass man immer Unrecht hat und alles falsch denkt und fühlt. Da kommt dann auch später der logische Verstand nicht mehr gegen an.


    Rebellion allein macht noch keinen Menschen. Sie ist nur ein erster Schritt auf einem langen, schwierigen und nie endenden Weg
    zur Überwindung der Furcht vor der Freiheit, ein eigenes Selbst und ein menschliches Herz zu haben.

  • Fast mein gesamtes Selbstbewusstsein und jede Art von Selbstsicherheit sind komplett künstlich und aufgesetzt, also ja ^^
    Früher haben Blicke von Fremden dafür ausgereicht, mittlerweile braucht es immerhin ne Person die mir was bedeutet. Und da gibts dann seehr viele Wege um mich zu verunsichern.
    Mit Kritik kann ich wohl besser umgehn als früher, mit Zurückweisung dagegen immer noch nich sonderlich.


    Magst erzählen wie das bei dir so is, Sockenschein? :)

  • Ja, ich lasse mich leicht verunsichern. Am schlimmsten ist es, wenn es mich selbst betrifft, mein Aussehen, meine Person, mein Verhalten. Wie komme ich rüber? Wie wirke ich auf andere? Was denken andere von mir? Da reichen auch schon Blicke, damit ich denke, dass ich etwas falsch gemacht habe oder etwas (äußerlich) mit mir nicht stimmt. Bei Informationen kommt es darauf an. Wenn es fundamentale Dinge betrifft (Erde ist eine Kugel, Feuer ist heiß...), dann auf keinen Fall. Betrifft es veränderbare Informationen, dann schon. Ein Beispiel: Es steht eine Klausur an und der Dozent ist so freundlich und grenzt die Themengebiete ein. Ich habe mir alles mitgeschrieben, gut zugehört und es gibt sogar ein Dokument auf der offziellen Seite des Lehrstuhls. Alles bestätigt, dass Thema X definitiv nicht drankommt und somit nicht gelernt werden muss. Jetzt kann ein ultraselbstbewusster Student daherkommen und mir weismachen, dass Thema X doch drankommt und superwichtig ist, weil ihm der Dozent das auf Nachfrage bestätigt hat. Das andere war angeblich nur ein Fehler. Ich wäre extrem verunsichert, obwohl alles dafürspricht, dass ich Recht habe und der Typ entweder selbst ein Trottel ist, der nicht aufgepasst hat oder mich einfach nur verarschen will.

  • Oh ja, vieles im Alltagsleben ist eine selbstbewusste Maske, aber in der regel überdenke ich in jeder Situation, "was erwartet mein gegenüber wie ich mich verhalte" und mache das dann auch.


    Also wirke ich meistens selbstbewusst, nehme aber viel persönlich du bin innerlich sehr schnell verunsichert. bei fundamentalen Tatsachen jetzt auch nicht so, aber vor allem was Zuneigung / Wertschätzung von anderen angeht

  • Mein erster Gedanke war eigentlich "nein, dazu braucht es schon bisschen was" und dann gemerkt, wie ich doch nochmal darüber nahgedacht habe. Toll, wenn allein eine einfache Frage schon ausreicht...
    Naja, ganz so sehr ist es vermutlich doch nicht, da es ganz auf das Thema ankommt. Wenn ich mir nicht 1000%ig (ja, es sind vier Nullen) sicher bin, braucht es nur ein klein wenig Beharrlichkeit und genügend Selbstsicherheit (ntürlich von der anderen Person), um mich zu verunsichern. Je unsicherer ich mir von vornherein bin, desto leichter bin ich auch zu verunsichern.
    Und natürlich auch je wichtiger mir jemand ist, desto leichter hat es diese Person...

    Die Menschen reden zu viel. Man sollte sich wieder mehr darauf konzentrieren, etwas zu sagen!


    „How can you just be yourself // When you don't know who you are?“ (aus "Song of Myself" von Nightwish)

  • Bei mir kommt es glaube ich etwas darauf an, worum es geht.


    Wenn es um Themen geht, die nicht mich selbst persönlich betreffen, dann lasse ich mich nicht so leicht verunsichern. Und kann andere Ansichten zu etwas dann auch sehr bestimmt vertreten und mir meiner Meinung weiter sicher bleiben.


    Sehr viel leichter lasse ich mich verunsichern, wenn es um mich selbst geht. Wobei auch das situationsabhängig ist. Meist lasse ich mich leicht verunsichern, wenn mir etwas wichtig ist. Dann reicht es auch wenn jemand "komisch" schaut. Dann beziehe ich es schnell auf mich und denke, dass ich jetzt was falsch oder schlecht gemacht habe. Auch wenn es gar nicht auf mich bezogen war. Das kann ich manchmal wirklich leider ganz ganz schlecht einschätzen. Da werde ich dann schnell unsicher.
    Wobei ich es mit der Zeit gelernt habe, die Unsicherheit meist nicht so doll zu zeigen. Die versuche ich zu verstecken. Wenn sichtbar wird das ich unsicher bin, werde ich nur noch unsicherer und ein Teufelskreis entsteht.

    "I will be so strong looking for an new version of myself
    'cause now all I want is to be a part of my new world"
    (Cecilia Krull - My Life is going on)

  • Je nachdem, in welcher Stimmung ich bin, reichen Blicke, aber ich lasse mich durch vieles verunsichern, meistens weil ich etwas falsch verstehe oder mache. Dadurch verunsichere ich mich schon selbst. Aber es ist deutlich besser geworden, ich kann endlich auch positive Rückmeldung annehmen, was mich bisher immer zweifeln ließ, ob das ernst gemeint ist.

    Schau der Bestie ins Gesicht, benenne sie beim Namen
    schöne Worte heilen nicht die Wunden, die geschlagen
    schau der Bestie ins Gesicht, erkenn in meinen Augen
    den Zorn, der meine Seele nährt und Frieden mir verwehrt!
    Saltatio Mortis-Tief in mir

  • Ich habe Fortschritte gemacht.
    So leicht lasse ich mich nicht mehr verunsichern oder gar einschüchtern.
    Wenn es passiert, dann dadurch, dass ich meine eigene Erwartung an mich nicht erfülle.
    Dann schäme ich mich und werde rot im Gesicht. Wobei ich es immerhin dann dennoch schaffe Augenkontakt zu halten.