Beziehungsunfähig?

  • Ich weiß gar nicht so recht, wo ich anfangen soll.
    Bisher hatte ich 2 feste Beziehungen. Beides Fernbeziehungen, die irgendwann auseinandergebrochen sind, wie auch immer...
    Immer schon während dieser Beziehungen hatte ich ein Problem mit Nähe und Distanz. Nähe wurde mir schnell zu viel, nicht Zusammensein aber auch. Ich bin einfach mit beidem nicht klar gekommen, habe angefangen, mich von meinen Partnern psychisch abhängig zu machen (natürlich nicht bewusst).
    Das war auch der Grund, warum ich meine letzte Beziehung von meiner Seite aus beendet habe.
    Letztes Jahr im Frühling gab es da wieder jemanden, bei dem ich das Gefühl hatte, dass er mich mehr mochte, als er gesagt hat. Hab mich direkt total bedrängt gefühlt und aus ner Kurzschlussreaktion jeglichen Kontakt direkt abgebrochen und bis heute nicht wieder aufgenommen. Hab irgendwie Panik bekommen.
    Jetzt in den letzten Wochen hat sich zwischen einem Bekannten und mir auch mehr entwickelt als ich eigentlich gedacht hätte...
    Wir haben und schon geküsst und schöne Zeit miteinander verbracht aber bei mir kommt wieder die Panik auf, dass es mir zu viel wird... Dass ich das nicht kann... Ich würde so gerne mehr Zeit mit ihm verbringen aber die andere Seite in mir eben nicht. Es hat sich ohnehin auch nur soweit entwickelt, weil ich mir eingeredet habe, dass ich es doch wenigstens mal versuchen muss und nicht von vornerein alles ablehnen kann.
    Ist er (und meine vorherigen Partner ebenfalls) vielleicht einfach nicht der richtige oder bin ich einfach nicht in der Lage, eine Beziehung voll einzugehen und zu genießen?
    Ich weiß gerade einfach mal wieder nicht, was ich tun soll. Ich will ihn ja auch nicht verletzen.

    >> Sie redet nicht mehr, weil niemand sie versteht.
    Ihre Hoffnung stirbt, weil der Winter nicht mehr geht... <<


    [Nevada Tan/Panik]

  • Hallo Amely,
    die Situationen und Gedanken, die du da beschreibst, kommen mir sehr bekannt vor. Noch vor wenigen Jahren erging es mir sehr ähnlich wie dir. So habe ich mich in diesem Zusammenhang auch sehr oft gefragt, ob ich beziehungsunfähig bin. Habe ebenso den Kontakt zu einer mir sehr wichtigen Person abgebrochen.
    Rückblickend kann ich dir jedoch berichten, dass sich das mit der Zeit bei mir gelegt hat. Ich war damals einfach noch nicht bereit dazu, mich gegenüber einem anderen Menschen so sehr zu öffnen und mich jemandem so sehr anzuvertrauen, wie ich es gleichzeitig in meinem Kopf aber wollte. Ein sehr unangenehmer innerer Konflikt. Vielleicht ergeht es dir ja ähnlich? Ich wünsche dir, dass du das auch schaffst, auch wenn dies sicher viel Geduld und Selbstreflexion bedarf :)

  • Vielleicht ist es ja wirklich so, dass es sich irgendwann bei mir auch noch "einpendelt" und ich dann bereit bin für eine Beziehung... Aber was, wenn nicht?
    Ich hab halt wirklich Angst, dass es immer so bleibt, weil ich eigentlich irgendwann eine eigene Familie mit Kindern möchte...

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    [Nevada Tan/Panik]

  • Hey Amely


    Das Thema beschäftigt mich sehr, ich denke von mir, ja, ich bin tatsächlich unfähig eine Beziehung einzugehen. Leider. Ich wurde so früh verlassen und vernachlässigt, bereits als Baby.
    Das prägt. Nähe bedeutet Stress, Distanz bedeutet auch Stress.
    Ich hab mir gesagt, dass ich vorerst lieber nur platonische Beziehungen haben möchte. Ich habe einige Liebesbeziehungen hinter mir und .... oft endete das in Scherben, entweder für mich oder für den anderen. Das ertrage ich einfach nicht mehr, weder möchte ich verletzten, noch will ich verletzt werden.


    Hm. Nicht gerade ermutigend, ich weiss. Ich denke jedoch.... oder hoffe es inständig, dass man das auch lernen kann. Dass man lernen kann darüber zu sprechen, wenn es einem zu nah geht. Dass das Gegenüber weiss, es hat nichts mit ihm zu tun.
    Und ich hoffe auch, dass man lernen kann, dass wenn der Partner nicht da ist, man trotzdem noch geliebt ist. Soweit die Theorie. Fühlt sich für mich gerade noch weit weg an.


    Lieben Gruss
    Venere

    "One of my biggest mistakes in life
    is thinking people will show me the same love that I've shown them." -Heath Ledger (1979-2008)

  • Ich muss das Thema mal wieder hervorholen aus Gründen der Aktualität.
    Mir hat jemand absolut den Kopf verdreht aber mir wird der viele Kontakt jetzt schon wieder zu viel.
    Ich konnte mir tatsächlich schon vorstellen, dass mehr daraus werden könnte aber andererseits bekomme ich jetzt schon wieder Panik.
    Die Panik führt bei mir dazu, dass ich mal wieder anfange, das Leben scheiße zu finden, mich scheiße zu finden etc.
    Ich würde so gerne eine Beziehung eingehen aber ich hab keine Ahnung, wie...
    Kann ich nicht einfach wie normale Menschen eine Beziehung führen?

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    [Nevada Tan/Panik]

  • Ein Thema, das auch mich beschäftigt oder beschäftigt hat. Es ging mir genauso wie dir, Distanz und damit verbundene Einsamkeit war das Ziel, aber kaum noch auszuhalten. Andererseits Nähe und Geborgenheit bedeutete Abhängigkeit und Fremdbestimmung, also beides nur Stress für mich.


    Als mir das wirklich klar wurde, habe ich überlegt was wirklich wichtig für mich ist. Natürlich beides, deshalb habe ich versucht, beides unter einen Hut zu kriegen. Meinem Partner habe ich gesagt, wie wichtig seine Anwesenheit für mich aber gleichzeitig auch, wie wichtig mir meine Freiheit ist (nicht in Bezug auf andere Männer, sondern mehr für mich die Entscheidung auch mal alleine sein zu wollen, trotz Beziehung selbstbestimmt zu leben). Es war ein sehr schwieriger Prozess für uns beide, aber es hat sich gelohnt.

    Wenn es dem Sommer zu bunt wird, dann ruft er den Herbst . Aber ich genieße den Augenblick, denn genau dieser Augenblick ist mein Leben.

  • Hallo,


    ich habe ähnliches Problem oder besser gesagt Herausforderung... Ich bin nun seit einen Jahr in einer Beziehung... ja alle werden jetzt sagen/denken: "Sei doch glücklich, andere suchen ewig". Ich war auch glücklich, bin ich irgendwie immer noch, aber die "Beziehungsunfähigkeit" macht mir nach wie vor zu schaffen. Wenn ich mich an jemanden hänge, dann kann ich nicht wirklich ohne, aber mit kann ich auch nicht richtig.
    Mein Glück ist, dass mein Partner viel Geduld hat mit mir. Mir Freiheiten gibt, aber auch von mir fordert. Ich habe mich auch nicht getraut zu sagen, dass ich eine Beziehung mit ihm mag. Ich habe ewig gebraucht zu wissen, dass es Zeit für den nächsten Schritt ist. Schwierig war, dass er sehr schnell viel Nähe wollte und zum Teil auch anhänglich war/ist. Dies machte es mir noch schwerer. Aber wir haben einen Mittelweg gefunden.
    Momentan fühle ich mich allerdings in der Beziehung fehl am Platz. Ich kann ihn seine Wünsche nicht mehr erfüllen, kaum noch Nähe zu lassen, usw. Das macht es uns beiden sehr schwierig den Alltag zu gestalten.
    Aber ich denke, dass Kommunikation immer das A&O ist. Sprich darüber, was dir genau die Angst dabei macht. Ist es die Nähe? Ist es die angeblich "verlorene" Freiheit? Sind es Phantasien (nach dem Motto: Dies, das, jenes könnte passieren, wenn...)?
    Nicht jeder ist direkt verständnisvoll, aber wenn es eine echte Beziehung werden soll, dann muss sie ehrlich anfangen. Klar können sie auch mit einer Basis aus Lügen beginnen, jedoch streut das nur Misstrauen.


    Liebe Grüße
    Timeless

    Aber der Herr ist treu; er wird euch stärken und bewahren vor dem Bösen.

    2. Thessalonicher 3,3


    "Erkenne dich selbst, bevor du danach trachtest, andere zu erkennen."

    J. Korczak


    "Keiner mag uns. Keiner will uns. Alles ist schlechter als es gestern war. Die Welt zu sehen. Das tut uns weh. Wir springen in den tiefen Schnee."

    aus "Der kleine Eisbär"

  • Ich versuche tatsächlich schon so ehrlich zu sein, wie es geht. Ich taste mich sehr langsam ran und irgendwie scheint es bisher alles gut zu sein.
    Wir reden sehr viel... Aber manche Worte kommen einem nur sehr schwer über die Lippen. Es braucht wohl alles Zeit und ich wünsche mir wirklich so sehr, mich voll und ganz darauf einlassen zu können.
    Ich kann aber im Moment nur leider gar nicht sagen, was mir so eine Angst macht. Vielleicht finde ich das in meinem aktuellen Gedankenchaos noch raus.

    >> Sie redet nicht mehr, weil niemand sie versteht.
    Ihre Hoffnung stirbt, weil der Winter nicht mehr geht... <<


    [Nevada Tan/Panik]

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