Wann fängt Untreue in der Partnerschaft an?

  • Mich würde interessieren wann für Euch Untreue anfängt. Reichen schon Gedanken, Worte oder ein Flirt? Oder zählen nur die Taten?

    When you can't find the words to say,
    it's hard to make it through another day.
    And it makes me want to cry,
    and throw my hands up to the sky.
    -Adrian Smith-

  • Untreue beginnt bei mir im Kopf, also bei den Gedanken an die andere Person. Irgendwie muss das ganze ja Anfangen.

    Tiefe Brunnen muss man graben,
    wenn man klares Wasser will.
    Rosenrot oh Rosenrot,
    tiefe Wasser sind nicht still.

  • Untreue fängt bei mir bei aktiv ausgeführten Handlungen an. Nicht bei Gedanken. Mein Partner ist ja nicht mein Eigentum und darf denken und phantasieren was er möchte, vielleicht auch zur Inspiration und Anregung für uns dann, solange er nicht aktiv wird, ist das in Ordnung.
    Wie leicht wäre dann Untreue, wenn ein kleiner falscher Gedanke an irgendjemand anderen dafür schon ausreicht?!
    Ist dann Porno gucken auch Untreue, weil ich an das darin denke was ich gerade sehe? Und mir vorstelle, der Darsteller macht etwas bei mir?
    Für mich persönlich fängt es einfach bei ausgeführten körperlichen Handlungen an, beim küssen zum Beispiel.

  • Ist dann Porno gucken auch Untreue, weil ich an das darin denke was ich gerade sehe? Und mir vorstelle, der Darsteller macht etwas bei mir?

    In deinem Kopf wird der Darsteller durch den Partner ersetzt wenn du "es" geschehen lässt, achte mal beim nächsten "Speckfilm" drauf, was im Kopf passiert, wenn du deinen Partner liebst, dann wird der Darsteller durch den Partner im Kopf ersetzt - ist psychologisch bewiesen, ebenso wie bei dem "selbst-hand-anlegen", ohne dass dir dein Kopf vormacht, dass es jemand anders ist, würde dieses "Spiel" gar nicht funktionieren... :grin:


    Aber Offtopic eigentlich... :falschesForum:


    Americana:

  • Gedanken sollten und sind immer als freies Gut anzusehen, weswegen ich es auch nicht schlimm finde wenn nicht ich 24 Stunden in dem Kopf meines Freundes herum spucke. Das tut er bei mir schließlich auch nicht, zudem schaue ich genauso wie mein Freund hin, wenn mir eine für mich attraktive Person entgegenläuft. Schauen sowie auch mit der Person unternehmen empfinde ich deshalb auch nicht als Betrug. Bei mir fängt der Betrug auch noch nicht an, wenn der Partner jemand anderen küsst, weil schließlich habe ich meinen besten Freund und eine gute Freundin in albernen Momenten auch schon geküsst. Ich denke solange es unter Freunden ist, sollte man das Ganze nicht so eng sehen weil es bei dem Kuss ja keinesfalls um Liebe geht. Mein/e Partner/in betrügt mich erst wenn es wirklich öfters zum Sex kommt oder er/sie mich bei ihm/ihr verleugnet während ich anwesend bin.

    Kälte bedeutet nicht immer Gefühlslosigkeit sprach die Puppe während sie ihre Fäden zerschnitt.
    Sowie Wärme nicht immer ein Zeichen für Sicherheit ist, sprach der Puppenspieler während er sie ganz verschlang.

  • Diese Frage impliziert natürlich die Frage, wie man für sich Treue definiert.


    Natürlich erwarte ich, dass meine Partnerin, die es im Moment nicht gibt, mir treu ist. Dass sie also zu mir steht, auch wenn es eng wird, mich nicht hintergeht, ich mich blind auf sie verlassen kann und sie mir alles wichtige erzählt.


    Ansonsten bin ich aber relativ entspannt, sie kann sich von mir aus treffen mit wem sie will, übernachten wo sie will, ich habe auch mit einem Kuss kein Problem und wenn es mal zum Sex mit einem anderen Mann käme und sie mir das erzählt, wäre das für mich auch kein Grund die Beziehung zu beenden. Wenn so etwas hinter meinem Rücken laufen würden, wäre das natürlich das Vertrauen zerstört.

  • Ich habe keinen Partner. Vom Kopf her: frei lassen. Je freier man den anderen lässt, umso mehr hat das mit Liebe zu tun. Und umso wahrscheinlicher wird einen der Partner nicht betrügen (oder?)


    Vom Gefühl her: eifersüchtig. Stelle meinen Wert bei kleinsten Dingen in Frage.

    "One of my biggest mistakes in life
    is thinking people will show me the same love that I've shown them." -Heath Ledger (1979-2008)

  • Bei meinem Mann und mir gibt es Regeln.
    Die wurden bei Bedarf auch geändert. Bisher haben wir sie zwar nicht sehr weit genutzt, aber es gibt Sicherheit. (Seit wir miteinander verlobt sind hatten wir keinen Sex mit einem anderen Menschen-auch wenn es des öfteren knapp war.)
    Das Wichtigste war und ist immer gewesen über alles absolut offen und ehrlich zu reden. Also wenn sich jemand von uns verguckt oder so. Oder auch mal mehr ist oder sich anbahnen könnte.


    Bei uns waren/sind die Regeln:
    -Kuscheln ist frei, immer, egal mit wem.
    -küssen ist bei mir frei weil es für mich anderen Stellenwert hat als für ihn. Er entscheidet selbst.
    -Sex mit anderen Frauen ist für mich frei, mit Männern nur nach vorheriger Absprache. Sie dürfen nicht "ekelig" sein.
    Er nach vorheriger Absprache oder wenn diejenige vorher freigegeben wurde.
    -Nur mit Gummi.
    -passiert etwas ohne vorherige Absprache so bald wie irgend möglich gestehen.
    -alles was war offen kommunizieren.
    -keine Zweitbeziehung, nur Gelegenheiten nutzen da sonst der Zeitaufwand zu groß ist und unserer Beziehung Zeit verloren geht.


    Natürlich beginnt Fremdgehen gefühlt irgendwie im Kopf. Allerdings, wenn ich Dinge/Fetische in der Fantasie auslebe mache ich das NIE mit meinem Mann. Immer nur mit Phantasiemenschen oder Ex-Freunden oder Kerlen, die ich gern hätte aber mit denen nie was sein wird. (Was ich keinen davon je erzählen würde...)
    Es würde die Realität versauen wenn ich mir Dinge mit meinem Mann (oder jemandem mit dem es in Echt auch passieren könnte) vorstellen würde, da es in Echt immer anders wäre. Unideal. Schlechter?
    Man wäre über das enttäuscht, was man tatsächlich hat, wenn man sich Dinge mit seinem Partner ausdenken würde.
    "In der Phantasie gibt es keine Ameisen"


    Er stellt sich Dinge mal mit mir, mal mit Freundinnen, mal mit Phantasiefrauen vor. Manchmal mit mehreren zusammen.
    Das ist für uns beide absolut OK, es reduziert sogar das Verlangen nach Alternativen. Es macht mich sogar an wenn er mir die Geschichten dann erzählt.


    Es sei dazu gesagt daß wir beide aber auch außergewöhnlich (sagen andere) uneifersüchtig sind. Er hatte mir schon mehrmals Kerle (Frauen sowieso) freigegeben und ich ihm auch Mädels. Es ist dann immer irgendwie anders gelaufen, aber das lag nie an einem von uns. Selbst wenn der Freundeskreis nach Luft geschnappt hat weil mir ein Kerl die Hand auf den Hintern gelegt hatte, er war kein Stück eifersüchtig. Ebenso wenn er mit Freundinnen den ganzen Abend kuschelt, die auf seinem Schoß einschlafen und er die Hand auf ihrem Hintern hat, ist das süß finde ich.
    Fremdgehen ist das noch ewig nicht.
    Auch wenn ich mit nem Ex vor seinen Augen geknutscht hab, war das OK.


    Nur wenn einer von uns was am laufen hätte und es dem anderen verheimlichen würde, das wäre Fremdgehen.

  • Normal bin ich extrem eifersüchtig, wenn ich in einer Beziehung bin. Da interpretiere ich überall irgendwas rein, was untreu waere für mich.


    Ich versuche mir das grade abzutrainieren.
    Ich lasse ihn machen, was er meint. Damit muss ich am Ende klarkommen, nicht er.
    Wenn er meint er muss mit jemand anderem schlafen, okay. Ich wuerde ihn natuerlich am liebsten verdreschen dann, aber ich kann es nicht aendern, wie auch.. Wir sind teils hunderte km getrennt.
    Ausserdem kann ich ihm einiges nicht bieten, irgendwie, irgendwo muss er es ja herbekommen. Wer waere ich, ihm etwas zu "verbieten"?


    Wäre mein Partner emotional in nem bestimmten Stadium mit jemand anderem.. Joa.. Dann kann er gehen. Dann sucht er einfach etwas anderes, und dann muss man die Wege eben trennen.


    Aber meinem jetzigen Partner vertraue ich da einfach :)

  • Das ist ein Paradebeispiel für meine Worte und Gedanken.
    "Ehrlichkeit ist einfach alles!'
    Man kann ja echt vieles anstellen und auch verzapfen.
    Aber wenn man nicht mehr zueinander steht und sich mental und verbal Auswege suchen muss.
    Dann ist das Thema aber sowas von dermaßen durch.
    Ernsthaft schönes Beispiel der Text :unein:

  • @Razor Sharp
    Genau! Wenn man weiß, daß man nicht verliert und immer weiß woran man ist, braucht man auch nicht Eifersüchtig sein. Denn Eifersucht ist allein die Angst etwas zu verlieren.
    Mit absoluter Ehrlichkeit kann man entspannt teilen. Man gewinnt eher, da man keine Leute durch Theater vergrault und es ist bescheuert wenn man seinem Partner den Umgang mit anderen verbietet. Da treibt man den anderen ja geradezu in die Flucht und Unehrlichkeit. Gleiches Recht für alle. Ich will auch nicht befohlen haben mit wem ich Kontakt haben darf und mit wem nicht.
    Und wenn er ne Hübsche heimbringt hab ich auch was davon, mindestens optisch;-p