Fernbeziehungen

  • Mich würde interessieren, wie Ihr über Fernbeziehungen denkt. Kann das über einen längeren Zeitraum gutgehen? Welche Erfahrungen habt Ihr selbst gemacht?

    When you can't find the words to say,
    it's hard to make it through another day.
    And it makes me want to cry,
    and throw my hands up to the sky.
    -Adrian Smith-

  • Hallo,


    Ich persönlich hatte vor dreieinhalb Jahren eine Fernbeziehung, die eineinhalb Jahre angedauert hat. Die Beziehung insgesamt hat drei Jahre gehalten, allerdings sind wir nach eineinhalb Jahren zusammengezogen.


    Damals war für mich die Fernbeziehung perfekt - ich war noch sehr unsicher, was Beziehungen angeht, und brauchte meinen Freiraum. Trotzdem war der Trennungsschmerz immer sehr groß. Positiv sehe ich heute daran, dass ich meine Selbstständigkeit behalten habe und nicht zu sehr auf meinen Partner "fixiert" war.


    Heute kann ich mir eine Fernbeziehung schon auch vorstellen, zumindest am Beginn einer Beziehung. Allerdings sehe ich sie grundsätzlich nur noch als Übergangslösung - es ist auf Dauer einfach nicht dasselbe. Solange aber "ein Ende in Sicht ist", ist auch eine Fernbeziehung okay für mich.




    Schattenstern

  • Nun, ich hab im allg. kaum Erfahrungen gemacht was Beziehungen angeht, und sie waren bisher grundsätzlich negativ.
    Über kürzeren Zeitraum war es ok, aber sobald etwas länger her ist..
    ich glaub ich bin kein Typ für Beziehungen, allerdings seh ich viele auch in mein Umfeld mit einer Fernbeziehung glücklich und zufrieden.
    Ich denke das es für absehbare Zeit machbar ist.

  • Fernbeziehungen sind käse... ingesamt habe ich den Mist über zwei Jahre mitgemacht.
    Die erste Beziehung ging 5 Monate und all zu oft haben wir uns nicht gesehen, trotz dass wir im gleichen Bundesland wohnten. 5 oder 6 Mal müssten es gewesen sein. Kurz vor Schluss bekam ich dann eine SMS mit dem ungefähren Wortlaut "Alles Liebe zum 5 monatigen... ich hab dich lieb... oder ich liebe dich.. oder was auch immer". 6 Tage später haben wir es dann für beendet erklärt.


    Die zweite Fernbeziehung hielt dann länger (1 3/4 Jahre), war im allgemeinen aber sehr holprig. Näher mag ich darauf aber auch gar nicht eingehen. Wir haben uns mehr oder minder im Guten getrennt. In diesem Fall war ich das Arschloch, aber passiert.. ^^


    Ich finde es sehr schwer seinen Partner in einer Fernbeziehung richtig kennenzulernen. Man verbringt zwar mal eine ganze Woche am Stück miteinander und weiß sich auch die Zeit zu vertreiben, aber kaum ist man wieder allein bzw. auf dem Nachhauseweg fallen einem tausend Dinge ein, die man noch fragen und sagen wollte, aber erstmal nicht mehr die Chance dazu bekommt. Oftmals sind diese Themen auch so intim, dass man sie eigentlich nur von Angesicht zu Angesicht besprechen möchte und nicht via Skype oder Telefon. Also bleiben einem nur die Treffen, die eher rar gesät sind und man hat nie richtig die Gelegenheit sich ausreichend kennenzulernen, bevor man zusammenzieht oder wenigstens in dieselbe Stadt. Gerade das ist dann der Sprung ins kalte Wasser, den so manch einer sicherlich schon bereut haben wird. Ich kann mir nur wenige "normale" Dinge vorstellen, die ich als schlimmer empfinde, als plötzlich allein in einer fremden Stadt zu sitzen, weil man merkt, dass man mit seinem Partner nicht annährend so gut zusammenpasste wie man dachte. Und was dann? Alles wieder aufgeben (Wohnung, Job) und zurück in die Heimat? Oder versuchen dennoch Fuß zu fassen? Es ist sehr schwer und ich hätte diesen Fehler beinahe gemacht.. zum Glück trat vorher noch jemand anderes in mein Leben und zeigte mir, dass alles so viel schöner sein kann.. :)


    Ich finde Fernbeziehungen echt schwierig... allerdings würde ich einem Paar, welches sich bedingungslos liebt auch niemals diese Art von Beziehung ausreden wollen. Jeder muss selbst wissen womit er leben kann und womit nicht.

    "Ich wette, wir sollten daraus lernen, aber ich will verdammt sein, wenn ich wüsste was" - Al Bundy

  • Ich hatte eine Fernbeziehung für ca 3 Jahre.
    Hatte alles soweit geklappt..Er machte es möglich wann er nur konnte, das wir uns sehen konnten.
    Teilweise habe ich ne Weile bei ihm gewohnt. Ist ne nette Umstellung von sehr kleinem Dorf zu Hamburg zu wechseln. Aber es war machbar. Das haben wir halt die 3 Jahre so durchgezogen, bis wir irgendwann ne "richtige" Familie sein wollten. Durch familiäre Probleme meinerseits zog er dann zu mir.


    Joa.. also es ist schon machbar.. Wenn wohl auch nicht auf Dauer.. Ich würde es wahrscheinlich auch nochmal machen, wenn es sich ergeben würde..

  • Der Vorteil find ich kann aber auch sein, dass man sich nicht sieht. Und Kommunikation ein noch viel wichtigerer Bestandteil wird als wenn man sich real sieht. Real kann man mehr Zeit problemlos miteinander verbringen, ohne wirklich miteinander zu reden. Digital gibt es nur die Kommunikation.
    Auch wenns ansonsten unglaublich nervenaufreibend usw ist und auf Dauer irgendwie gefühlt eher kaputt macht.. das ist zumindest 'n Vorteil den ich da doch immer noch drin seh.

  • Schlimm wirds, wenn dein Partner aber partout nicht mit dir reden will.. ^^ Das war bei mir nämlich der Fall und da hast du dann recht schnell den Hahn zu. Im Laufe der Zeit habe ich es dann auch darauf angelegt, dass wir uns zoffen, einfach nur um überhaupt mal länger als 10 Minuten eine Konversation aufrecht erhalten zu können... die Zeit war schon strange.. ^^
    Ich weiß nicht... bei mir hat es trotz Fernbeziehung nie so recht mit der Kommunikation geklappt.. ^^ Generell bevorzuge ich eher das persönliche Gespräch, auch wenn es via Internet deutlich leichter fällt manche Dinge an- oder auszusprechen. Ach, ich weiß auch nicht ^^
    Für Liebe macht man manchmal den seltsamsten Quatsch durch... das sagt eigentlich alles xP

    "Ich wette, wir sollten daraus lernen, aber ich will verdammt sein, wenn ich wüsste was" - Al Bundy

  • Fernbeziehungen sind gar nichts für mich - sehe das ähnlich wie Melu... habe das Gefühl man kann seine Partnerin nicht richtig kennenlernen, auch wenn man sich dann wieder eine Zeit lang bewusst sehr Intensiv sehen kann.


    Hier kenne ich jede Verhaltensweise meiner Partnerin... ich weiß was sie mag, was sie nicht leiden kann, zu welcher Tageszeit man sie besser in Ruhe lässt und vor allem auch wie der gemeinsame Alltag funktioniert und funktionieren kann.


    Man sieht, wenn es dem Partner nicht gut geht, unabhängig von einem Gespräch oder Telefonat und damit empfinde ich nicht-Fernbeziehungen als vertrauer.


    Würde ich eine Frau kennenlernen, die weit weg wohnt, müsste man eine gemeinsame Lösung finden, sonst wär das denke ich nichts für mich.

  • Ich glaube, dass eine Fernbeziehung möglich ist, wenn die Kommunikations sehr gut ist und man über alle wichtigen Informationen verfügt. Was halt fehlt ist die Alltagserfahrung, die bei einer Fernbeziehung, wo man halt mal für eine Woche zum Partner fährt, wegfällt. Man kennt die Gewohnheiten des Partners nicht zu Bedingungen, die einschließen, dass er oder sie eben alleine ist. Wie wird der Haushalt geführt? Wie versorgt man sich selbst? Welche sozialen Bindungen gibt es da im Hintergrund? Das sind so Fragen, die unbedingt abgeklärt werden sollten.


    Was ich mir halt auch denke ist, dass man gerade bei den Alltagsgewohnheiten im Dunklen steht. Man sieht sich bei einer Fernbeziehung ein paar Mal, entscheidet sich dann für einen Zusammenzug und erwacht dann böse, wenn der Partner Vorlieben an den Tag legt, die mit den eigenen nicht übereinstimmen. Das ist dann ein Nährboden für Streit.


    Ich führte selber immer wieder Fernbeziehungen, die längste ging in etwa 1 Jahr. Mittlerweile kenne ich auch die vielen Vorteile einer Beziehung, bei der man sich im RL kennengelernt hat. Ich würde heute trotzdem eine Nicht-Fernbeziehung bevorzugen, wobei ich mich auch, wenn es sich ergeben sollte, auf eine Fernbeziehung einlassen würde.

    Truly, if there is evil in this world, it lies within the heart of mankind.
    Edward D. Morrison

  • Ich glaube, Fernbeziehungen funktionieren nur dann richtig, wenn man sich vorher aus dem realen Leben kennt (da also keine bösen Überraschungen lauern können), und wenn man ein Stück weit in die Richtung der Poly-Ecke geht. Wenn also die physische Distanz zu einem Partner nicht so emotional fordernd ist, weil es noch jemand anderes gibt, der diesen Part der emotionalen Stütze übernimmt, wenn der andere weg ist. Dementsprechend auch beideseitig Zugeständnisse und Vereinbarungen bestehen "wenn du dich anderweitig vergnügst, weil auch du dich einsam fühlst oder Bedürfnisse hast, dann ist das noch lange nicht der Vertrauensbruch, der zum Ende der Beziehung führt".


    Eine weitere Variante wäre die von "in jedem Hafen 'ne Braut" - Leute, mit denen man zwar nicht so regelmäßig wie alltäglich zu tun hat, aber wenn die mal in der Stadt sind, oder man in ihrer, dann schaut man vorbei und trifft sich, pflegt seine Beziehung zu denen.
    Ist gerade für Leute eine Option, die viel reisen oder arbeitsbedingt viel auf größeren Distanzen unterwegs sind.


    Und, schließlich muss man auch die Frage stellen "Was zählt denn überhaupt als Fernbeziehung?".
    Es gibt auch ausreichend Paare, die getrennte Wohnungen haben, obwohl sie sich, an der örtlichen Distanz gemessen, täglich sehen könnten und das auch eventuell tun (oder wengistens regelmäßig).
    Und das nicht nur, weil Hartz/ die Sozialhilfe sonst sagt "gibt im Monat 10% weniger wegen Lebensgemeinschaft, und Einkommen gegeneinander verrechnet werden auch noch".
    Hat das dann nicht auch einen gewissen Charakter von "Fernbeziehung"? Man kann, aber muss sich schließlich nicht sehen...


    Gerade wenn mindestens einer eine sehr zeitanspruchsvolle oder stressige Arbeit hat, gehen Leute lieber zu dieser Lösung über, weil man sich gegenseitig mehr in seinem täglichen Leben stören als bereichern würde.
    Manche Leute kommen auch nicht miteinander klar, wenn sie zusammen wohnen würden. Weil sie eventuell zu sehr aufeinander hocken und sich dann gegenseitig ankotzen.
    Mit getrennten Wohnung hingegen funktioniert es...


    Auch machen das welche, bei denen mindestens einer in der Beziehung menschlich nicht ganz unkompliziert ist - wenn jemand auch mal einige Tage seine Ruhe braucht, allein sein muss, sich zurückziehen können muss, oder einer ein Problem mit übermäßiger Wut hat.
    Mit getrennten Wohnungn kann man sich in solchen Fällen auch mal einige Tage aus dem Weg gehen, wenn das von Nöten ist...


    Prinzipiell sind hier alle Möglichkeiten aus "klassischen" Fernbeziehungen auch mit drin. Sowohl was die häusliche Trennung angeht, der Möglichkeit, ungestört seiner Wege zu gehen, als auch miteinander Kontakt zu halten wie man will - ob durch physische Anwesenheit oder wenn man sich nur Nachrichten schreibt.

  • Egal, welche Form von Fernbeziehung: Für mich wäre das nix. Es wäre extrem schwer für mich, schon allein durch Deutschland zu reisen - per Bahn -, geschweige denn ins Ausland zu fahren. Schon allein das wäre der blanke Horror. Und ich muss mich in einer Beziehung doch auf den anderen einstellen, das könnte ich nie über eine enorm Distanz; ich würde denken , der Partner entwickelt sich in eine Richtung, die ich gar nicht mitbekomme. Ich würde ihm ja vermutlich auch nicht alles aus meinem Leben mitteilen. Wie soll das per Mail oder Telefon gehen?
    Nein, das wäre nichts für mich. Allenfalls vielleicht, wenn der Partner z. B. nur für ein halbes Jahr im Ausland wäre,, das könnte klappen.

  • Meine Beziehung haben alle als Fernbeziehung begonnen.
    Irgendwann sind wir dann zusammen gezogen ....das fing dann an mich zu stressen, weil ich nicht mehr genug Rückzigsmöglichkeiten hatte.
    Die Fernbeziehung haben mich aber genauso gestresst....dieses rumgefahre von A nach B etc....nicht flexibel sein zu können. Sich nur von Freitag bis Sonntag sehen zu können.
    Vielleicht hätte es gepasst zwei getrennte Wohnungen in derselben Stadt zu haben...
    Mittlerweile hab ich gar keine Lust mehr auf Beziehung egal....zu viele Trigger durch die ganze Gewalt..."normale" Reaktion zu zeigen geht leider nicht mehr.

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